Formel 1

Freud und Leid bei Topteams - Italien GP: Team für Team

Der Große Preis von Italien fordert den Motoren alles ab. Die Leistung aller Teams im Königlichen Park im Überblick.
von Heiko Stritzke

Motorsport-Magazin.com - Das schnellste Rennen des Jahres ist vorbei und sorgte für einige Turbulenzen. Die größten Diskussionen fanden nach dem Rennen statt, letztlich blieb die Reihenfolge aber unverändert. Lewis Hamilton geht als großer Sieger aus dem Wochenende hervor, während Nico Rosberg Pech ohne Ende hatte. Doch auch andere Teams hatten ihre Päckchen zu schleppen, allen voran Lotus, die zum dritten Mal in dieser Saison beide Autos in der ersten Runde verloren. Kimi Räikkönen verbockte den Start und musste eine Aufholjagd liefern. Wer von den Ereignissen am besten profitiert hat und wer Punkte liegen ließ, gibt es hier in der Übersicht.

Darf die Trophäe behalten: Lewis Hamilton wird nicht bestraft - Foto: Sutton

Mercedes

Sonntag: Das zweigeteilte Wochenende vom Samstag setzte sich am Renntag fort: Lewis Hamilton überstrahlte alles und fuhr seinen 40. Karrieresieg. Lediglich die Diskussionen um den Reifendruck überschatteten den Sieg ein wenig, letztlich entschieden die Sportkommissare aber, keine Sanktionen zu verhängen. Während der Engländern seinem dritten WM-Titel entgegen spaziert, gibt es für Nico Rosberg nur Selters: Der zweite Motorschaden an diesem Wochenende dürfte seine ohnehin schon immer kleiner werdenden WM-Chancen endgültig begraben haben. Trotz eines dominanten Sieges wird Mercedes nicht zufrieden aus Monza abreisen und gerade Perfektionist Toto Wolff ob der Probleme am Fahrzeug von Rosberg, das auch die Bremsen mit einschloss, ins Grübeln bringen.

Samstag: Der Samstag lief nicht nach Plan für die Silberpfeile: Lewis Hamilton hat an der Spitze zwar weiter alles im Griff und holte souverän die Pole Position, doch bei Nico Rosberg lief es alles andere als rund: Die neue Power Unit löste sich im dritten Training in Rauch auf, was für den Deutschen einen massiven Nachteil bedeutet: Er muss mit einem älteren Aggregat für den Rest des Wochenendes auskommen. Im Qualifying musste er sich mit weniger Leistung bereits hinter den Ferrari anstellen. Ob es Auswirkungen für die weiteren Rennen haben wird, wird erst die Analyse in Brixworth zeigen.
Qualifying-Duell Hamilton vs. Rosberg - 11:1

Freitag: Zwei Trainings, zweimal die Plätze eins und zwei - und das mit Riesenabstand. Mercedes scheint in Monza noch dominanter zu sein als es ohnehin schon der Fall ist. Nach einem unglaublichen Vorsprung im ersten Training schrumpfte die Lücke zwar am Nachmittag um die Hälfte auf eine Dreiviertelsekunde zusammen, doch Mercedes scheint unantastbar. Ein problemloser Tag für Lewis Hamilton mit zwei Bestzeiten, doch Nico Rosberg kam am Nachmittag auf 21 Tausendstelsekunden ran, nachdem der Abstand am Vormittag noch fast eine halbe Sekunde betrug.

Liebgewonnen: Die Tifosi feierten Sebastian Vettels zweiten Platz wie einen Sieg - Foto: Sutton

Ferrari

Sonntag: Wie bei Mercedes lief auch bei Ferrari nur in einem Fall alles glatt: Sebastian Vettel fuhr auf den zweiten Platz, konnte Lewis Hamilton aber nie gefährlich werden. Anders Kimi Räikkönen: Der Finne zerstörte seine hervorragende Ausgangsposition gleich am Start und fiel auf den letzten Platz zurück. Er war verwirrt: "Aus meiner Sicht habe ich alles richtig gemacht und die Knöpfe gedrückt, die ich drücken musste. Laut unseren Daten war die Kupplung in einer nicht ganz richtigen Position, aber ich habe alles so wie immer gemacht. Ich bin trotzdem im Leerlauf gelandet - keine Ahnung warum." Die Aufholjagd des Iceman war sehenswert und er fuhr sich noch auf Platz fünf nach vorn. Dennoch hätte Ferrari an diesem Wochenende zwei Autos aufs Podium bringen müssen.

Samstag: Nachdem am Freitag noch ein gewaltiger Abstand zu Buche stand, ist Ferrari am Samstag dicht an die Silberpfeile heran gekommen. Sowohl am Vor- als auch am Nachmittag hatten die roten Boliden nur eine Viertelsekunde auf Lewis Hamilton. Überraschenderweise drehte Kimi Räikkönen im Qualifying den Spieß gegenüber allen freien Trainings um. Sebastian Vettel machte einen Fehler in Lesmo und wurde daher von seinem Teamkollegen in die zweite Reihe verbannt. Für den Finnen ist es der erste Start aus der ersten Startreihe seit seinem Ferrari-Comeback.
Qualifying-Duell Vettel vs. Räikkönen - 9:3

Freitag: Die Roten wollten in ihrem Wohnzimmer eigentlich Mercedes angreifen, doch nun müssen Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen in die Defensive gehen, denn Force India macht plötzlich den Hausherren zu schaffen. Sollte es gelingen, im Laufe des Wochenendes noch an Mercedes heranzukommen, wäre das einer massiven Zuladung Spritmenge am Freitag geschuldet. Vettel fuhr in beiden Sitzungen auf die dritte Position, der Iceman musste sich hingegen mit zwei sechsten Plätzen begnügen, jeweils hinter beiden Force India.

Matchwinner: Felipe Massa durfte das Monza-Podest noch einmal genießen - Foto: Sutton

Williams

Sonntag: Die britische Mannschaft erlebte ein problemloses Rennen mit beiden Fahrzeugen. Dass am Ende ein Podiumsplatz heraussprang, war dem Unvermögen der Konkurrenz geschuldet. Doch genau in solchen Momentan muss man zur Stelle sein und Williams war es gleich doppelt: Felipe Massa geriet in den letzten Runden des Rennens noch gehörig unter Druck von Valtteri Bottas, konnte seinen Teamkollegen aber um drei Zehntel hinter sich halten. Nico Rosbergs strategisches Manöver konnte Williams nicht covern, der Mercedes-Pilot hatte einen zu hohen Speed. Den Platz erhielten Massa und Bottas aber am Ende zurück.

Samstag:Wie gewohnt kamen Valtteri Bottas und Felipe Massa erst am Samstag richtig in Schwung. Schon im dritten freien Training etablierten sich die Martini-Boliden als dritte Kraft. Massa baute im Qualifying seine Führung im teaminternen Duell weiter aus und war geringfügig schneller als der frisch für 2016 bestätigte Finne. Der Brasilianer fühlte sich im Windschatten seines Teamkollegen wohl, der eine freie Strecke bevorzugte. Ferrari ist für Williams zu schnell, aber dafür genießt das Traditionsteam auch einen großen Vorsprung nach hinten.
Qualifying-Duell Massa vs. Bottas - 7:5

Freitag: Ein typischer Williams-Freitag: Valtteri Bottas und Felipe Massa gaben sich gewohnt zurückhaltend und arbeiteten auf das Rennen hin. Der FW37 machte mit einem außergewöhnlichen Heckflügel auf sich aufmerksam, der vergleichsweise steil angestellt, aber dafür tiefer angebracht ist. Nach den Plätzen acht und neun am Vormittag übernahm am Nachmittag Bottas die teaminterne Spitze, blieb aber auf seinem Platz, während Massa Zehnter wurde.

Packendes Racing: Die Red-Bull-Piloten waren in einige Kämpfe verwickelt - Foto: Sutton

Red Bull

Sonntag: Mit beiden Fahrzeugen in die Punkte zu kommen hätte sich wohl niemand erträumt. Doch die drei Ausfälle Mercedes-angetriebener Fahrzeuge machten es möglich: Daniel Ricciardo kam auf den achten Rang, Daniil Kvyat sicherte sich als Zehnter den letzten Punkt. Red Bull startete auf den harten Reifen und machte hinten heraus auf den weichen Gummis ordentlich Boden gut. So konnte Ricciardo sich noch an Marcus Ericsson vorbeischieben. Das schwerste Rennen ist geschafft.

Samstag:So mancher würde das wohl "Instant Karma" nennen: Red Bull versuchte, wie schon McLaren in Spa, die Regeln auszuhebeln und mehrere Power Units auf einen Schlag zu homologieren. Und prompt ging bei Daniel Ricciardo das nächste Renault-Aggregat im dritten freien Training hoch. Angesichts der enormen Strafen nahm Red Bull das Qualifying eher auf die leichte Schulter, Daniel Ricciardo ging in Q2 gar nicht mehr raus. Daniil Kvyat brachte die Verwirrung um die vielen Strafen auf den Punkt: "Ich weiß gar nicht, von wo ich morgen starten werde." Wir wissen es: Kvyat P18, Ricciardo P19.
Qualifying-Duell Ricciardo vs. Kvyat - 7:5

Freitag: Die Strafenkönige Daniel Ricciardo (25 Plätze) und Daniil Kvyat (15 Plätze nach hinten) konzentrierten sich auf das Rennsetup, nachdem sie ohnehin von ganz hinten starten werden. Für den Russen lief der Freitag schlecht: Durch ein Getriebeproblem konnte er am Nachmittag keine Quali-Simulation fahren, war für die Longruns aber wieder da. Folglich war er Letzter in der Zeitenliste des zweiten freien Trainings. Ricciardo war am Vormittag mit Platz sieben relativ gut bei der Musik, im zweiten Training fiel er auf P13 zurück.

Schon wieder: Für Lotus endete das Rennen erneut in Runde 1 - Foto: Sutton

Lotus

Sonntag: Der Erstrundenfluch schlug wieder zu: Sowohl Romain Grosjean als auch Pastor Maldonado waren nach der ersten Runde draußen. Der Franzose kollidierte mit Felipe Nasr, der Venezolaner mit Nico Hülkenberg. Es ist bereits das dritte Mal nach Melbourne und Silverstone, dass die Lotus-Fahrer nach nur einer Runde die Segel streichen mussten. "Der Motorsport hat uns seine grausame Seite gezeigt und uns mitten ins Gesicht geschlagen", sagte ein geknickter Federico Gastaldi. Angesichts der Probleme an der Spitze des Feldes wäre ein sattes Punkteresultat absolut möglich gewesen.

Samstag: Pastor Maldonado sorgte mit einem sechsten Platz im dritten freien Training noch einmal für etwas Hoffnung, doch es bleibt dabei: Lotus ist nicht auf Spa-Niveau. Der Venezolaner schied gar in Q2 aus und verpasste die Zeit von Nico Hülkenberg um 15 Tausendstelsekunden. Romain Grosjean machte es besser, doch mehr als Platz acht war auch für den Franzosen im Qualifying nicht drin. Mit Force India sind die schwarzen Boliden mit dem traditionellen Namen zwar auf einer Höhe, Williams spielt aber diesmal eine Liga höher. Neben der Strecke fiel das Team durch eine kuriose Panne auf: Weil die eigenen Heizdecken nass wurden, mussten welche von der Konkurrenz ausgeliehen werden.
Qualifying-Duell Grosjean vs. Maldonado - 10:2

Freitag: Ein verhaltener Start des Enstone-Teams: Die Plätze sieben und acht sind nach dem Podiumsplatz in Spa eher Durchschnittskost, doch bei Lotus war man mit der Pace zufrieden. Mehr Sorgen bereiten Romain Grosjean die Longruns, dort fehlt es noch an Performance, die das Team aber glaubt, noch finden zu können. Der Franzose sieht sein Team auf einem Niveau mit Force India. Pastor Maldonado war nur 16 Tausendstel langsamer und ließ das Auto heile. Jolyon Palmer saß am Vormittag wieder im Auto und leistete weitere Testarbeit mit einem experimentellen Frontflügel.

Nicht ganz dabei: Force India wird sich nach dem Freitag mehr erhofft haben - Foto: Sutton

Force India

Sonntag: Mit den Plätzen sechs und sieben holten Sergio Perez und Nico Hülkenberg ziemlich genau das heraus, was in diesem Rennen drin war. Beide Boliden sahen ohne Probleme die Zielflagge, doch angesichts der Freitags-Performance war die Vorstellung eine Enttäuschung; selbst Kimi Räikkönen konnte vom letzten Platz kommend beide Force India hinter sich lassen. Nach dem starken Freitag wurde der Rennstall wohl übermütig und baute neue Teile ans Auto, die aber die Balance negativ beeinflusst haben. Quintessenz: Never chance a working system.

Samstag: Es war wohl leider doch so, dass die Indien-Boliden am Freitag eher leicht unterwegs waren. Jedenfalls ist Force India von der Ferrari-Performance am Freitag ins Mittelfeld abgerutscht. Sowohl Nico Hülkenberg als auch Sergio Perez klagten über eine schlechtere Balance. Hinzu kam, dass Hülkenberg einen Tag voller Pleiten, Pech und Pannen erlebte: Von Ericsson blockiert, ohne Sprit ausgerollt, Getriebe zwischen Gängen stecken geblieben. Bei Sergio Perez lief es glatter, doch auch der Mexikaner konnte nicht an die Freitags-Leistungen anknüpfen und startet von der siebten Position.
Qualifying-Duell Hülkenberg vs. Perez - 8:4

Freitag: Die Leistungen von Nico Hülkenberg und Sergio Perez sind schon fast keine Überraschung mehr. Der Force India VJM08 wird immer besser und ist im Königlichen Park in seinem Element. In beiden Sitzungen sprangen die Plätze vier und fünf heraus, am Vormittag war Hülkenberg schneller, am Nachmittag Perez. Zuletzt war der Rennstall von Vijay Mallya in der Saison 2009 so stark wie jetzt. Mit diesem Speed ist sogar ein Podiumsplatz möglich - sofern die Freitags-Performance nicht über eine geringe Spritmenge erkauft wurde.

Starkes Manöver: Max Verstappen schnupft auf frischen weichen Reifen den McLaren von Jenson Button auf - Foto: Sutton

Toro Rosso

Sonntag: Knapp vorbei ist auch daneben: Carlos Sainz Jr. und Max Verstappen schlidderten knapp an den Punkterängen vorbei und kamen auf die Plätze elf und zwölf. Der Niederländer schleppte dabei die Hypothek der Durchfahrtsstrafe durch das Rennen hindurch. Toro Rosso versuchte angesichts der fehlenden Konkurrenzfähigkeit der Power Unit eine Zweistopp-Strategie. Da es jedoch zu keinerlei SC-Phasen kam, konnten die Jungbullen nicht von diesem Kniff profitieren. Wie beim großen Bruder wird man bei Toro Rosso dieses Rennen möglichst schnell abhaken und sich auf die große Chance in Singapur freuen.

Samstag: Wie der große Bruder nahm auch das Toro-Rosso-Team angesichts der Strafen das Qualifying nicht sonderlich ernst. Max Verstappen drehte aufgrund eines Motorwechsels, der sich bis ins Q1 hinzog, erst gar keine gezeitete Runde, Carlos Sainz Jr. qualifizierte sich immerhin auf Platz 13 vor dem Red Bull von Daniil Kvyat. Dennoch sorgte Verstappen für die spektakulärste Szene des Tages, als sein STR10 seine Motorabdeckung auf der Strecke verteilte. Die Plätze 16 (Verstappen) und 18 (Sainz) im dritten freien Training untermauern, was ohnehin schon bekannt ist: Für Toro Rosso bleibt es ein schwieriges Wochenende, obwohl die Fahrer das Auto gut zu fahren finden. Die Durchfahrtsstrafe gegen Verstappen wegen des unzüchtigen Verhaltens ist an so einem Wochenende fast schon verschmerzbar.
Qualifying-Duell Verstappen vs. Sainz - 5:7

Freitag: Max Verstappen und Carlos Sainz Jr. steht ein harziges Wochenende bevor, das wussten beide schon im Vorfeld. Der Freitag scheint das zu bestätigen: Verstappen wurde zweimal 14., Sainz sortierte sich im zweiten Training einen Platz dahinter ein. Am Vormittag verbuddelte er seinen STR10 sehenswert im Kiesbett der Parabolica. Auch am Nachmittag waren beide Youngsters immer wieder neben der Strecke, unter anderem, weil sie beim Anbremsen zum Teil mit zwei Rädern in die Wiese fuhren. Monza ist eben trotz aller teils kontroversen Asphaltierungen von Auslaufzonen keine Tilke-Asphaltwüste.

Gepunktet: Diese Dame brachte Marcus Ericsson augenscheinlich Glück - Foto: Sutton

Sauber

Sonntag: Es wurden die ersehnten Punkte für Marcus Ericsson: Der Schwede fuhr ein solides Rennen und sammelte als Neunter zwei Zähler, musste aber in der Schlussphase noch Daniel Ricciardo passieren lassen. Anders lief es bei Felipe Nasr: Der Brasilianer geriet in der ersten Kurve mit Romain Grosjean aneinander, der das Manöver als "überambitioniert" beschrieb. Nasr musste einen Extra-Stopp einlegen und kämpfte fortan um die goldene Ananas, am Ende wurde er 13.

Samstag: Was am Freitag noch verwehrt blieb, klappte am Samstag in beiden Sessions: Sowohl in FP3 als auch im Qualifying schaffte Marcus Ericsson den Sprung in die Top-10. Der Schwede läuft Felipe Nasr bei Sauber immer mehr den Rang ab und erzielte im Qualifying-Duell den verdienten Ausgleich. Wenn da nur nicht Nico Hülkenberg gewesen wäre... Durch die zweifache Blockade des Le-Mans-Siegers in Q1 erhielt Ericsson drei Strafplätze und fällt damit auf den zwölften Startplatz zurück (er profitiert wiederum von anderen Strafen). Felipe Nasr ist einer der Profiteure und rückt auf Rang elf vor. Punkte rufen.
Qualifying-Duell Nasr vs. Ericsson - 6:6

Freitag: Die Top-10 blieben dem Team rund um Monisha Kaltenborn knapp verwehrt. Felipe Nasr fuhr zweimal auf die elfte Position, während sein Teamkollege Marcus Ericsson sich jeweils knapp dahinter mit den Plätzen 13 und 12 einsortierte. Beide Fahrer experimentierten an verschiedenen Fronten: Mangels Simulator galt es, das optimale Abtriebs-Niveau manuell auszuloten, zusätzlich wurden unterschiedliche Fahrwerks- und Bremskonfigurationen getestet. Am Ende eines arbeitsreichen Freitags darf sich das Schweizer Team Hoffnungen auf Punkte machen.

Selbst gegen Renault chancenlos: Wegen unterschiedlicher Strategien wurde McLaren immer wieder von Toro Rosso überholt - Foto: Sutton

McLaren

Sonntag: Wie die beiden Renault-Teams wird auch McLaren heilfroh sein, den Highspeedkurs von Monza endlich hinter sich lassen zu können. Das Rennen lief alles andere als befriedigend: Selbst gegen Red Bull und Toro Rosso waren Jenson Button und Fernando Alonso chancenlos. Der Spanier musste seinen Boliden auch noch wenige Runden vor Schluss abstellen, was prinzipiell keinen Unterschied ausgemacht hat. Jenson Button sah als 14. die Zielflagge, nur die beiden Manor-Piloten landeten hinter ihm. Der Weg für Honda wird noch ein weiter sein...

Samstag: Nach dem katastrophalen Freitag kam Jenson Button endlich am Samstag zum Fahren, aber nicht für lange: Nach 14 Runden am Vormittag war im Qualifying wie erwartet nach Q1 Schluss. Allerdings konnte er Fernando Alonso schlagen. Kurios: Obwohl sie sich Strafplätze einfingen, starten die beiden McLaren-Piloten jeweils eine Position weiter vorn als ihr eigentliches Qualifying-Ergebnis! Sie nehmen nun einträchtig in der achten Startreihe Platz. Punkte werden nach Lage der Dinge ein Wunschtraum bleiben, der direkte Vergleich Honda vs. Renault könnte das Team aber schon interessieren.
Qualifying-Duell Alonso vs. Button - 6:5

Freitag: Als wäre alles nicht schon schwierig genug, musste Jenson Button auch noch eine komplette Session wegen eines Kühlmittellecks aussetzen. Dementsprechend angesäuert verfiel er in einigen britischen Humor, was angesichts einer Platzierung jenseits der Manor verständlich erscheint. Fernando Alonso war mit den Plätzen 17 und 16 immerhin dicht an den Toro Rosso dran. Aufgrund der Strafen ist der Optimismus gering, doch durch das Wochenende müssen McLaren und Honda jetzt durch.

Erlebnis mitgenommen: Will Stevens durfte eine Kurve lang im Mittelfeld mitspielen - Foto: Sutton

Manor

Sonntag: Natürlich waren die Startpositionen für Will Stevens und Roberto Merhi nicht zu halten, was auch niemand verlangt hat. Die Erfahrung, aus dem Mittelfeld zu starten, kann den Manor-Piloten jedenfalls niemand mehr nehmen. Für Stevens lief es in Monza wesentlich besser als für Merhi, der mit Balanceproblemen kämpfte. Mit den Plätzen 15 und 16 hat sich Manor an einem schwierigen Wochenende mit der 2014er-Power-Unit gut aus der Affäre gezogen.

Samstag: Angesichts der vielen Strafen finden sich Will Stevens und Roberto Merhi plötzlich in ganz ungewohnter Umgebung wieder: Die Startplätze 13 und 14 sind eine echte Überraschung. Stevens war dabei knapp zwei Zehntel schneller als Merhi. Die 107-Prozent-Hürde? Wie es sich am Freitag abgezeichnet hat war sie kein Gegner.
Qualifying-Duell Merhi vs. Stevens - 4:8

Freitag: Die Befürchtungen, Manor könnte an der 107-Prozent-Hürde scheitern, wischte das Kleinteam bereits am Freitag beiseite. Will Stevens und Roberto Merhi lagen stets innerhalb der magischen Marke und müssen sich in dieser Hinsicht keine Sorgen machen. Eine ordentliche Leistung angesichts einer Power Unit mit dem Entwicklungsstand 2014. Aufgrund der Probleme bei Button und Kvyat landeten der leicht schnellere Will Stevens und Roberto Merhi sogar auf den Plätzen 17 und 18 im zweiten freien Training.


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