Formel 1

Ein emotionaler Moment - Massa nach Monza-Podest: Einfach fantastisch

Felipe Massa kann strahlen: Er hat sich in Monza Rang drei gesichert - in einem spannenden Duell mit Teamkollege Vatteri Bottas bis zur Ziellinie.
von Marion Rott

Motorsport-Magazin.com - Felipe Massa durfte sich in Italien von den Tifosi feiern lassen. Der Williams-Pilot sicherte sich in Monza den dritten Rang und damit seinen zweiten Podestplatz der Saison 2015. "Ich freue mich so sehr, das ist ein fantastisches Gefühl und ich komme jedes Jahr wieder mit Freude im Herzen hierher", strahlte Massa auf dem Podest. Der ehemalige Ferrari-Pilot wurde von den Tifosi frenetisch bejubelt. "Ich freue mich riesig für mich selbst und das Team, wir haben wertvolle Punkte gesammelt. Es ist etwas Besonderes, in Monza auf dem Podest zu stehen."

Ich freue mich so sehr, das ist ein fantastisches Gefühl und ich komme jedes Jahr wieder mit Freude im Herzen hierher.
Felipe Massa

Massa war von Rang fünf aus ins Rennen im Königlichen Park gestartet und sofort an Nico Rosberg und dem stehenden Kimi Räikkönen vorbei auf Platz drei gefahren. "Ich erwischte nicht den besten Start, aber war in der Lage, zwei Autos zu überholen - also war er gut genug", erklärte der Brasilianer.

Der erste Boxenstopp lief allerdings nicht wie erhofft. Rosberg versuchte den Undercut und gewann. Massa kam direkt hinter der silbernen Konkurrenz wieder auf die Strecke. "Die Strategie war recht aggressiv und wir haben uns im Gegenzug nicht getraut, so früh zu stoppen", erklärte Williams-Testfahrerin Susie Wolff. "Zudem waren beide Stopps nicht optimal. Sie haben länger als vier Sekunden gedauert."

Ein Podestplatz schien außer Reichweite, bis Rosberg kurz vor dem Ende des Rennens seinen Mercedes abstellen musste. Massa erbte Rang drei, musste sich bis zur Ziellinie aber stetigen Angriffen seines Teamkollegen Valtteri Bottas erwehren. Im Ziel trennten die beiden Williams-Piloten lediglich 0,3 Sekunden.

Ich habe hart daran gearbeitet, einen Vorsprung auf Valtteri herauszufahren, aber als ich früher an die Box kam, gab ihm das einen Reifenvorteil am Ende des Rennens.
Felipe Massa

"Das war ziemlich hart. Ich habe meinem Team schon gesagt, dass ich dafür langsam zu alt werde", scherzte der 34-Jährige auf dem Podest. "Die letzten drei Runden und der harte Kampf gegen meinen Teamkollegen waren wirklich schwierig." Grund für Bottas' Aufholjagd war Massas früherer Boxenstopp in Runde 19 als Reaktion auf Rosberg. Bottas selbst stoppte erst drei Runden später. "Ich habe hart daran gearbeitet, einen Vorsprung auf Valtteri herauszufahren, aber als ich früher an die Box kam, gab ihm das einen Reifenvorteil am Ende des Rennens", analysierte Massa.

Felipe Massa und Valtteri Bottas im Duell - Foto: Sutton

Hatte der Williams-Mann in Runde 45 noch mehr als fünf Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen, schmolz dieser konstant zusammen - nicht ohne Grund. "Am Boxenfunk sagte Valtteris Ingenieur zu ihn: 'Wir fahren jetzt Rennen, hol dir das Podest'", erklärte Susie Wolff. Und genau das versuchte Bottas. Fünf Runden vor dem Ende lagen die beiden lediglich fünf Zehntel auseinander - und Massa kämpfte. "Es war hart, ihn hinter mir zu halten, denn er wollte unbedingt vorbei, aber ich habe es geschafft", so der Brasilianer.

Felipe Massa auf dem Podest in Monza - Foto: Sutton

Nach 2010 und 2014 kann Massa in Italien seinen dritten Podesterfolg feiern - immer auf dem dritten Rang. Mit seinem insgesamt 41. Podestplatz macht der Brasilianer auch einen Sprung nach vorne in der Gesamtwertung. Mit nun 97 Punkten liegt er auf Rang vier und überholte seinen ehemaligen Ferrari-Teamkollegen Kimi Räikkönen.

Reifendruck-Diskussion: Williams forderte Disqualifikation für Hamilton

Direkt nach dem Rennen schien Platz drei aber nicht in Stein gemeißelt. Laufenden Untersuchungen der Reifendrücke bei Mercedes hätten für Massa noch ausschlaggebend werden können. Wäre Rennsieger Lewis Hamilton disqualifiziert worden, hätte Massa Rang zwei geerbt.

Was ich gehört habe, ist, dass ein Team die Sicherheitsbestimmungen gebrochen hat und für mich ist das nichts anderes als eine Disqualifikation.
Pat Symonds

Genau das forderte Williams-Technikchef Pat Symonds vehement. "Was ich gehört habe, ist, dass ein Team die Sicherheitsbestimmungen gebrochen hat und für mich ist das nichts anderes als eine Disqualifikation", wurde der Brite deutlich. "Regeln sind aus einem bestimmten Grund Regeln. Wenn es nicht so wäre, würden wir alle mit leicht unterschiedlichen Flügeln oder Power Units fahren. Für mich ist das sehr einfach." Nach Anhörungen wurden die Untersuchungen aber schließlich eingestellt und Hamilton behielt seinen Sieg.


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