So schnell geht es in der Formel 1: Am Mittwoch verkündete Red Bull Racing das Aus von Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Am Donnerstag absolvierte Nachfolger Laurent Mekies bereits seinen ersten Arbeitstag, als er bei Filmaufnahmen in Silverstone vorbeischaute. "Es fühlt sich immer noch unwirklich an, hier zu sein und ihn [Christian Horner; Anm. der Red.] nicht zu sehen", verriet der Franzosen.
So langsam ebben die Reaktionen auf die sofortige Entlassung von Horner ab und die Spekulationen, ob Mekies Red Bull Racing wieder an die Spitze der Königsklasse führen kann, nehmen zu. In den vergangenen zwei Jahren büßte Red Bull zunehmend seine Position ein, dieses Jahr musste die Mannschaft aus Milton Keynes den Rang als 'dominierendes Team der Formel 1' an McLaren abgeben. In der Konstrukteurswertung ist McLaren längst enteilt, in der Fahrerwertung liegt Max Verstappen bereits 69 Punkte hinter Leader Oscar Piastri zurück.
Mekies über neue Rolle: Privileg und Herausforderung zugleich
"Wir unterschätzen die vor uns liegende Herausforderung nicht, wir werden alle brauchen und wir werden sie gemeinsam angehen, und ich bin sicher, dass wir mit den Beiträgen aller diese Herausforderung meistern werden", betonte Mekies. Für den Franzosen ist Red Bull immer noch das beste Team mit den besten Leuten in der Formel 1. "Es ist ein Privileg, Teil des Teams zu sein, und mein Fokus wird darauf liegen, sicherzustellen, dass alle talentierten Menschen hier das haben, was sie brauchen, um ihre beste Leistung zu bringen, denn sie sind bereits die Besten", sagte Mekies.


Zuletzt musste Red Bull die Abgänge einiger Top-Leute verkraften – allen voran Star-Designer Adrian Newey, der aktuell am Aston-Martin-Boliden für 2026 arbeitet. Sportdirektor Jonathan Wheatley verließ das Team 2024 und fungiert seit 1. April als Sauber-Teamchef. Hinzu kommt die Herausforderung mit der Hilfe von Ford einen eigenen Motor für die kommende Saison zu entwickeln. "Die Formel 1 steht wahrscheinlich vor der größten Regeländerung in ihrer Geschichte, und für Red Bull ist das etwas ganz Besonderes, da wir mit unseren eigenen Antriebseinheiten fahren. Das ist eine unglaubliche Herausforderung, und wir werden alle zusammen daran arbeiten müssen", betonte Mekies.
Neo-Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies hat mit zahlreichen Baustellen zu kämpfen, allerdings sind diese Aufgaben dem 48-Jährigen nicht unbekannt. Als er Anfang 2024 die Rolle als Racing Bulls-Teamchef übernahm, lautete die Aufgabe das Team an die Spitze des Mittelfeldes zu bringen.
Marko gibt WM-Kampf 2025 noch nicht auf
Viel hat sich seitdem getan – nach 12 Rennen liegt das Schwesterteam mit 36 Punkten auf Rang sieben der Konstrukteurswertung. Zum Vergleich: im Vorjahr konnte das Team insgesamt nur 46 Punkte einfahren. Entsprechend positiv blickt der Franzose auf seine Aufgabe bei Red Bull Racing: "Wir werden nicht vergessen, dass wir den besten Job der Welt haben und wir werden ihn mit dem größten Siegeswillen angehen - und auch mit einem Lächeln und der Energie von Red Bull."
Auch Red Bull Motorsportberater Dr. Helmut Marko gibt sich trotz der Personal-Rochaden an der Teamspitze und der aktuell sportlichen Talfahrt kämpferisch. "Was die aktuelle Situation betrifft: Es stehen noch zwölf Rennen aus, und wir werden weiter um die Fahrer-WM kämpfen, solange es rechnerisch möglich ist", weigert sich der Österreicher den Titelkampf trotz des enormen Rückstandes von Verstappen abzuhaken.



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