Vor zwölf Monaten übernahm Laurent Mekies das Zepter bei Red Bull Racing. Wie schwer dieses Zepter wiegt, dürfte ihm mittlerweile unmissverständlich klar sein. Beim Formel 1-Rennstall aus Milton Keynes brennt es aktuell an allen Fronten: Das Österreich-Update hat nicht wie erhofft gezündet, und personaltechnisch droht der nächste schmerzhafte Abgang. Chef-Ingenieur Paul Monaghan soll Gerüchten zufolge bei Cadillac andocken.

Wechselt Monaghan zu Cadillac?

Auf die Spekulationen in Österreich angesprochen, sagte Laurent Mekies: "Wenn ich mir die Namen anschaue, die in den letzten Monaten kursiert sind, sind die meisten von ihnen noch in der Garage. Einige wollten nie gehen, einige haben ihre Meinung geändert und bleiben bei uns. Deshalb denke ich nicht, dass es fair gegenüber unseren Leuten im Unternehmen wäre, wenn ich anfange, diese Personalien zu kommentieren."

Ein klares Dementi klingt anders. Monaghan wäre nach Gianpiero Lambiase (wechselt 2028 zu McLaren), Dr. Helmut Marko, Christian Horner und Adrian Newey (wechselte zu Aston Martin) ein weiteres Urgestein, das den Rennstall verlässt. Noch scheint sich Mekies im Kampf um den 58-Jährigen allerdings nicht geschlagen zu geben. "Für uns gibt es nichts Wichtigeres, als sicherzustellen, dass wir in der Lage sind, unsere Talente zu halten und die zu gewinnen, die wir brauchen - und das bleibt die höchste Priorität", stellte Mekies klar.

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Mekies reagiert auf Gerüchte dünnhäutig

Als wäre der potenzielle Verlust von Monaghan nicht genug, muss sich der Red-Bull-Teamchef auch der Tatsache stellen, dass er mit Max Verstappen sein wichtigstes Pferd im Stall verlieren könnte. Vor Red Bulls Heimrennen am Spielberg gab es bereits ein Meeting zwischen den Schlüsselpersonen , um sicherzustellen, dass Verstappen seine Ausstiegsklausel nicht wahrnimmt. Auf Nachfragen reagiert Mekies dünnhäutig: "Ich werde Max nicht jede Woche fragen, ob er bleiben wird.

"Max hat uns klar gemacht, dass er beim Team bleiben möchte. Ebenso klar ist, dass er ein schnelles Auto braucht, um mit dem Team zufrieden zu sein", so Mekies weiter. Trotzdem wollen die Spekulationen um einen Wechsel des vierfachen F1-Champions nicht abreißen. Nachdem Mercedes mit Kimi Antonelli gerade einen aufgehenden Stern in den eigenen Reihen hat, vermelden britische Medien, dass Max Verstappen zum Saisonende via Ausstiegsklausel zu McLaren (als Nachfolger von Oscar Piastri) wechseln könnte – jenem Rennstall, zu dem auch sein Renningenieur und enger Vertrauter Lambiase 2028 geht.

Ein weiteres Problemkind ist die ADUO-Regel. Mekies warnt vor riesigen Auswirkungen für sein Team:

Vermeulen dementiert McLaren-Verstappen-Gerüchte

Gegenüber der Bild-Zeitung dementierte Verstappen-Manager Raymond Vermeulen jedoch die Gerüchte: "Da ist nichts dran. Es gab keine Verhandlungen. Wir warten, wie gesagt, erstmal die nächsten Wochen die Entwicklung des Autos ab. Wir möchten auf alle Fälle bei Red Bull bleiben, aber eben mit einem siegfähigen Auto." Gleiches betonte Verstappen selbst am Spielberg: "Wir wollen uns vom Saisonstart bis zum Saisonende verbessern. Das Team gibt immer 100 Prozent, um das Auto schneller zu machen."

Auf ein klares, langfristiges Bekenntnis zu Red Bull verzichtete der Champion allerdings. Trotz all der Krisenherde zieht Mekies in Österreich ein positives Fazit nach seinem ersten Jahr als Teamchef: "Es waren extrem intensive zwölf Monate. Aber das dominierende Gefühl ist wirklich, was für eine erstaunliche Gruppe von Talenten in Milton Keynes arbeitet – und welches Privileg es ist, mit ihnen zu arbeiten."