Alles begann am 14. März 1993 im südafrikanischen Kyalami. Ein unbekannter Rennstall mit dem Aufkleber 'concept by Mercedes-Benz' betrat beim Großen Preis von Südafrika erstmals die Formel 1-Bühne. Wer damals gewettet hätte, dass Sauber 32 Jahre später beim Großen Preis von Emilia Romagna seinen 600. GP bestreitet, wäre jetzt steinreich. Lediglich Ferrari, McLaren und Williams haben mehr Rennen bestritten. Grund genug, um auf die beeindruckende Teamgeschichte zurückzublicken.

Karl Wendlinger im Sauber beim Südafrika GP 1993
Karl Wendlinger bestritt den ersten GP für Sauber, Foto: Imago/WEREK
JJ Lehto fuhr für Sauber in Südafrika
JJ Lehto holte in Südafrika die ersten WM-Punkte für Sauber, Foto: Imago/WEREK

Südafrika GP 1993 – Erste WM-Punkte im ersten Rennen

Sauber hinterließ gleich bei seinem ersten Formel-1-Auftritt einen bleibenden Eindruck. Zur Überraschung der Konkurrenz holten JJ Lehto und Karl Wendlinger im Qualifying die Plätze 6 und 10. In einem ausfallreichen Rennen kämpften sich beide Piloten weiter nach vorne. Wendlinger schied auf Podiumskurs mit einem Elektronikproblem aus, Lehto wurde Fünfter und holte zwei WM-Punkte. "Wir hatten mit Karl eine realistische Chance auf einen Podestplatz, JJ wurde Fünfter. Ich erinnere mich, dass Gerhard Berger, der damals bei Ferrari fuhr, mehrmals vorbeikam, um sich unser Auto anzusehen", erinnerte sich Sauber-Urgestein Beat Zehnder.

Heinz Harald Frentzen sitzt im Sauber-Cockpit
Heinz-Harald Frentzen im Sauber-Cockpit, Foto: imago

Italien GP 1995 – Erstes Podium

Heinz-Harald Frentzen holte für Sauber das erste Podium in der Teamgeschichte. Kaum einer hatte den Deutschen, der von Startplatz 10 ins Rennen ging, auf dem Schirm. Im Rennen profitierte Frentzen zum einen von diversen Ausfällen, zum anderen von einem gut getimten Boxenstopp, der ihn zurück vor Eddie Irvine und Mark Blundell auf die Strecke brachte. Als in Monza auch Jean Alesi ausschied, war das erste Podium für Sauber und Frentzen eingetütet.

Robert Kubica wird von Sauber-Mechanikern bejubelt
Die Sauber-Truppe war nach der Pole außer sich vor Freude, Foto: imago sportfotodienst
Robert Kubica und Nick Heidfeld feiern mit Mannschaft Doppelsieg
Doppelsieg für Sauber, Foto: imago sportfotodienst

2008 – Erste Pole Position & Erster Sieg

"Um 15.15 Uhr ist es für einige Bierchen wohl noch zu früh…" Verdient hätte es sich die Sauber-Truppe. Robert Kubica sorgte mit der ersten Pole Position für das Sauber-Team für absolute Euphorie. "Die Runde war recht gut", gab sich Kubica nach dem Qualifying in Bahrain cool. Der Pole holte aber nicht nur in Bahrain die Pole Position, sondern gewann anschließend auch den Kanada GP. Mit Nick Heidfeld auf Platz 2 war es ein denkwürdiger Doppelsieg für Sauber. "Das war natürlich etwas ganz Besonderes", erinnerte sich Zehnder. "Nick hätte das Rennen auch gewinnen können. Sie mussten die Plätze tauschen, weil sie unterschiedliche Strategien hatten."

Sauber brachte unzählige Rennfahrer-Karrieren heervor

Sauber zeichnete sich in der Teamgeschichte vor allem mit seinem Engagement aus, Rookies eine Chance zu geben. Die Philosophie, die von Firmengründer Peter Sauber geprägt wurde, prägte nicht nur unzählige Rennfahrer-Karrieren, sondern brachte auch zwei zukünftige Weltmeister hervor. Ihre Namen: Kimi Räikkönen und Sebastian Vettell. Der Iceman wechselte 2001 direkt von der Formel Renault zu Sauber in die Formel 1. Eine Entscheidung, die im Paddock durchaus skeptisch beäugt wurde. Doch Räikkönen widerlegte alle Zweifel mit einem sechsten Platz bei seinem Formel-1-Debüt in Melbourne.

Sauber-Mannschaft feiert Kimi Räikkönen
Sauber-Mannschaft feiert Räikkönen in Australien, Foto: Imago
Sauber-Pilot Kimi Räikkönen auf der Strecke
Kimi Räikkönen ließ alle Skeptiker schweigen, Foto: Imago

"Er wurde zunächst Siebter, dann legten wir Protest gegen Oliver Panis ein, weil er unter gelber Flagge überholt hatte. Damals hatten wir noch keine Videoüberwachung und all die Dinge, die es heute gibt, sodass die FIA ziemlich lange brauchte, um festzustellen, dass Panis tatsächlich unter gelber Flagge überholt hatte. Als ich Kimi anrief, war er bereits im Hotel, und ich sagte: 'Kumpel, herzlichen Glückwunsch, dein erstes Rennen, dein erster Meisterschaftspunkt, du bist Sechster geworden.' Und er sagte: 'Es sind noch fünf vor mir!'", erzählte Zehnder.

Sebastian Vettel testet Sauber
Vettel startete seine Karriere als Sauber-Testfahrer, Foto: imago sportfotodienst
Sebastian Vettel in der Sauber-Box
Vettel überzeugte schnell bei Sauber, Foto: Imago

Räikkönens Leistungen bei Sauber weckten bald das Interesse von McLaren, und Peter Sauber erklärte sich bereit, ihn für die Saison 2002 freizugeben. Räikkönen wurde 2007 mit Ferrari Weltmeister. Sebastian Vettel kam 2006 als Testfahrer zu BMW Sauber. Im Jahr darauf gab er sein Renndebüt beim Grand Prix der Vereinigten Staaten, wo er für den verletzten Robert Kubica einsprang und in die Punkte fuhr. Diese Leistung brachte ihm ein Cockpit bei Toro Rosso ein, zusammen mit Red Bull holte der Deutsche vier Fahrertitel.

Nick Heidfeld spritzt auf Podium mit Champagner
Nick Heidfeld und Sauber - das passte, Foto: imago sportfotodienst

Nicht zu vergessen: Nick Heidfeld. Der Deutsche war zwar kein Rookie als er zu Sauber kam – er hatte bereits ein Jahr bei Prost hinter sich, doch der Deutsche wurde zu einem Eckpfeiler der Teamgeschichte. Nach Stationen bei Jordan und Williams kehrte Heidfeld 2006 zu Sauber zurück und stand in acht Saisons neun Mal auf dem Podium.

Die Sauber-Zukunft gehört Audi. Mattia Binotto gibt ein klares Ziel für sein Formel-1-Team aus. Spätestens 2030 soll Sauber-Audi um die WM kämpfen.