Formel 1 / Hintergrund

Ricciardo komplettiert das Podium - US GP: Team für Team

Mercedes war in einer eigenen Liga unterwegs und sicherte sich den nächsten Doppelsieg.
von Manuel Schulz & Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Auch in Austin waren die beiden Mercedes nicht zu stoppen und machten den Sieg unter sich aus. Lewis Hamilton konnte sich trotz der schlechteren Startposition durchsetzen und gewann den US GP. Daniel Ricciardo kämpfte sich nach einem schlechten Start wieder nach vorne und komplettierte am Ende das Podium.

Mercedes

Mercedes holte den zehnten Doppelsieg - Foto: Sutton

Sonntag: Für Mercedes lief das Rennen wie nach Plan. Von Beginn an konnten sich Nico Rosberg und Lewis Hamilton vom Rest des Feldes absetzen und fuhren zeitweise eine Sekunde schneller als die Verfolger. Es war durchgehend ein enger Kampf um die Führung und in Runde 25 konnte Hamilton schließlich an seinem Teamkollegen vorbeiziehen. "Dies ist ein fantastischer Ort, um Rennen zu fahren. Die Unterstützung durch die Fans ist hier absolut großartig", lobte der Sieger des US GP 2014. Rosberg hat weiter Boden verloren und liegt zwei Rennen vor dem Ende 24 Punkte zurück. Ein harter Rückschlag nach der dominanten Pole Position. Der Sieg in Austin wäre wichtig gewesen, denn jetzt kann der Deutsche den Titel nicht mehr aus eigener Kraft gewinnen. "Nachdem ich von der Pole gestartet bin, fühlt sich dieser zweite Platz schlimm an", gab Rosberg zu.

Samstag: Nico Rosberg hat im teaminternen Duell bei Mercedes eine deutliche Antwort auf Lewis Hamiltons jüngste Siegesserie gegeben. Um fast vier Zehntel unterbot Rosberg die Zeit des WM-Führenden in der Qualifikation zum Großen Preis der USA. Hamilton litt allerdings unter massiven Problemen mit der Bremse, was eine schnellere Zeit unmöglich machte. Dennoch hätte er Rosberg heute nicht schlagen können, gestand der Brite. "Ich glaube nicht, dass Lewis die Runde von Nico heute geschafft hätte", sagt auch Niki Lauda. Vor der Konkurrenz muss sich jedoch auch Hamilton nicht fürchten. Dem Drittschnellsten, Valtteri Bottas, fehlte fast eine halbe Sekunden auf den langsameren AMG. Im Rennen dürfte Mercedes also erneut unschagbar sein.

Qualifying-Duell - Rosberg vs. Hamilton 10:7

Freitag: Von der ersten Runde an dominierte Mercedes das Feld in Austin. Mit der gezeigten Pace ist sogar mit dem härteren Reifen die Pole Position drin. Mit einem Unterschied von nur drei Tausendstelsekunden zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg ist dennoch viel Spannung in der Qualifikation zu erwarten, da es zwischen dem Briten und dem Deutschen um den Fahrertitel geht und Rosberg aufholen muss. "Das Auto fühlte sich heute gut an. Wir konnten uns im Verlauf der beiden Trainings stetig verbessern", freute sich Lewis Hamilton. Doch ein Getriebeproblem stoppte den Briten nach nur wenigen Runden auf seinem Longrun. Der Rückstand Rosbergs auf seinen Teamkollegen betrug umgerechnet gerade einmal 17 Zentimeter. "Unser Silberpfeil fühlt sich auf dieser Strecke sehr schnell an. Das ist sehr beeindruckend. Zwischen Lewis und mir geht es wie immer sehr eng zu", sagte Nico Rosberg.

Red Bull

Vettel konnte sich bis auf Platz sieben vorkämpfen - Foto: Sutton

Sonntag: In der Qualifikation wurde Daniel Ricciardo von den beiden Williams geschlagen, doch die viele Testarbeit für das Rennen von Sebastian Vettel scheint auch dem Australier geholfen zu haben. Im Rennen schnappte sich Ricciardo sowohl Bottas als auch Massa durch einen früheren Boxenstopp und komplettierte das Podium. "Es war großartig, die Williams zu überholen und auf dem Podium zu stehen. Der Start war nicht gut, aber die Aufholjagd war wirklich toll", freute sich Daniel Ricciardo. Vettel konnte nach seinem Start aus der Boxengasse vom Safety Car profitieren und wählte eine ungewöhnliche Strategie, mit der der Heppenheimer bis auf Position sieben nach vorne kam.

Samstag: Red Bull kann mit der Performance im Qualifying zufrieden sein. Dass ein Angriff auf Mercedes aussichtslos sein würde, war schon vorher klar und so konnte man sich am Ende des Tages freuen, zumindest auf Augenhöhe mit den Williams zu liegen. Daniel Ricciardo landete als Fünfter nur knapp hinter dem langsameren Williams-Mann Felipe Massa. Für das Rennen hofft Red Bull, die üblichen Top-Speed-Defizite durch schonenderen Umgang mit den Reifen wettmachen zu können. Sebastian Vettel nahm tatsächlich zumindest an der Qualifikation teil, um die 107-Prozent-Regel einzuhalten, startet im Rennen wegen seines Motorenwechsels aber ohnehin aus der Boxengasse. Schadensbegrenzung heißt das Ziel. Vettel wäre mit einem Ende der Aufholjagd in den Top-10 zufrieden, idealerweise um Platz sechs bis sieben.

Qualifying-Duell - Ricciardo vs. Vettel 11:6

Freitag: Für die beiden Red Bull-Fahrer hätte das Freitagstraining nicht unterschiedlicher Verlaufen können. Da Sebastian Vettel aus der Boxengasse starten muss, konzentrierte sich der Heppenheimer im zweiten Training komplett auf Longruns. Er belegte daher den letzten Platz. "Es war ein anderes Training, da wir uns rein auf die Vorbereitung für Sonntag konzentrierten", erklärte Vettel knapp. Sein Teamkollege Daniel Ricciardo ist derweil zuversichtlich. Er zeigte, was auf einer Runde im RB10 möglich ist und fuhr die viertbeste Zeit. "Wir sind im zweiten Training nicht viel gefahren und haben es dennoch in die besten Fünf geschafft und der Longrun sah gut aus", so der Australier.

Williams

Williams verpasste das Podium in Austin - Foto: Sutton

Sonntag: Mit einem starken Start konnte Felipe Massa schon vor der ersten Kurve an seinem Teamkollegen vorbeigehen und hielt sich lange auf der dritten Position. Nach dem zweiten Boxenstopp fiel der Brasilianer jedoch hinter Ricciardo zurück und konnte sich nicht mehr am Red Bull vorbeikämpfen. "Das Podium wäre möglich gewesen", ärgerte er sich. Valtteri Bottas konnte Massa nicht unter Druck setzen und auch gegen Ricciardo konnte der Finne keinen Angriff starten, nachdem der Australier beim ersten Reifenwechsel die Position des Williams-Piloten übernahm. "Insgesamt haben wir gute Punkte geholt und unseren Vorsprung auf Ferrari ausgebaut", brachte es Bottas auf den Punkt.

Samstag: Nach einem schwierigen Freitag kam Williams im Qualifying wieder in Schwung. Gegen die alles überragende Mercedes-Pace waren zwar selbst Felipe Massa und Valtteri Bottas chancenlos, doch zumindest manifestierten die Williams-Piloten wieder die klare Nummer zwei Stellung ihres Teams und stellten die Boliden in die zweite Startreihe. Einzig Daniel Ricciardo konnte halbwegs mit Massa mithalten, während Bottas völlig außer Reichweite für Red Bull lag. Alle anderen Teams, ob Ferrari oder McLaren, waren chancenlos gegen die Mannschaft aus Grove. Die Entscheidung um Platz drei wird also zum teaminternen Williams-Duell mit kleinem Störfaktor aus Australien.

Qualifying-Duell - Bottas vs. Massa 12:5

Freitag: Auch Williams ist nicht weit vom schnellsten Mercedes-Verfolger entfernt. Felipe Massa fehlten gute zwei Zehntelsekunden auf seinen ehemaligen Teamkollegen Fernando Alonso. "Es war ein windiger Nachmittag, was es schwierig gemacht hat die Balance des Autos richtig zu beurteilen, da es sich anders als morgens anfühlte", betonte der Brasilianer die Schwierigkeiten des Nachmittags. Nachdem er im ersten Training sein Cockpit an Luiz Felipe Nasr abgeben musste, kämpfte Valtteri Bottas mit einem kleinen Erfahrungsrückstand und verpasste in Folge dessen die Top-10 des zweiten Trainings um drei Hundertstel. "Wir haben daher noch viel Arbeit vor uns, das Auto und sein wahres Potenzial zu verstehen. Ich denke, ich kann im dritten Training noch etwas Zeit finden", sagte Bottas.

Ferrari

Ferrari konnte das Tempo von Mercedes, Red Bull und Williams nicht mitgehen - Foto: Sutton

Sonntag: Ferrari fuhr ein auffällig unauffälliges Rennen. Dabei belegte Fernando Alonso durchgehend den sechsten Rang und konnte diesen in der letzten Runde noch gegen Sebastian Vettel verteidigen. "Nach einem guten Start haben wir versucht, den sechsten Platz zu halten, da es für die Konstrukteurswertung wichtig war, vor den McLaren ins Ziel zu kommen", erklärte Alonso das gesetzte Ziel. Kimi Räikkönen war nach einer leichten Kollision mit Sergio Perez in der ersten Runde beeinträchtigt und konnte die Pace seines spanischen Teamkollegen nicht mitgehen. Am Ende kam der Finne auf Rang 13 ins Ziel. "Bis zum ersten Stopp verhielt sich das Auto gut, doch mit den Medium-Reifen war es schwieriger, da sie sich stärker abnutzten als erwartet", nannte Räikkönen den Grund für den zusätzlichen Stopp am Ende.

Samstag: Aufatmen oder ärgern? Das ist bei der Scuderia wohl die größte Fragen nach dem Qualifying auf dem Circuit of the Americas. Während Williams die Ferrari erneut klar geschlagen und damit den nächsten Schritt in Richtung Konstrukteursrang drei gemacht hat, gelang es der Scuderia zumindest McLaren in Schach zu halten. McLaren hatte in den beiden vergangenen Grand Prixs deutlich besser gepunktet als Ferrari und stellt inzwischen eine reelle Bedrohung für den vierten Platz dar. In Austin wendete sich das Blatt jedoch. Alonso verwies als Sechser Button und Magnussen auf die Plätze, Räikkönen packte die Chrompfeile ins rote Sandwich und wurde Neunter. Allerdings rutscht Button durch eine Strafe noch fünf Plätze nach hinten, was die Ausgangslage für die Roten weiter verbessert. Problematisch könnte jedoch der Medium werden. Bei kühleren Temperaturen hatten Alonso und Räikkönen Probleme, den weiß markierten Reifen ins Arbeitsfenster zu bekommen. Einzig nach vorne dürfte für Ferrari wenig gehen. Williams und Red Bull machen einen zu starken Eindruck. Von Mercedes wollen wir nicht sprechen ...

Qualifying-Duell - Alonso vs. Räikkönen 15:2

Freitag: Mit den Positionen drei und sechs kann die Scuderia Ferrari fast zufrieden sein. Was nicht zufriedenstellend sein dürfte, ist der Rückstand auf Mercedes. Über 1,1 Sekunden trennen Fernando Alonso von den beiden Piloten an der Spitze. Überrascht war der Spanier von den guten Streckenbedingungen: "Es ist möglich, dass die Rennen vor ein paar Wochen geholfen haben, die Strecke zu säubern und daher hatten wir wenige Probleme mit dem Grip." Kimi Räikkönen lag noch einmal knapp dreieinhalb Zehntel hinter seinem Teamkollegen. "Ich habe mich mit der Abstimmung nicht wohl gefühlt und es war nicht einfach, das Auto zu kontrollieren. Zum Nachmittag haben wir einige Änderungen vorgenommen und das Handling war deutlich besser", fasste der Finne den Trainingstag zusammen.

McLaren

Magnussen sicherte McLaren wichtige Punkte - Foto: Sutton

Sonntag: Für Kevin Magnussen und Jenson Button verlief das Rennen in Austin enttäuschend. Für gewöhnlich zählt der McLaren zu den reifenschonendsten Boliden, doch beim US GP war es genau umgekehrt. Beide Fahrer kämpften mit ihren Reifen und so konnte nur Magnussen mit dem achten Platz Punkte einfahren. "Platz acht ist kein tolles Ergebnis, aber ich denke nicht, dass für uns heute mehr möglich war", musste der Däne gestehen. Jenson Button beendete das schwache Rennen auf dem zwölften Rang, nachdem er wenige Runden vor dem Ende noch in den Punkten lag. "Einzig der Kampf mit Fernando hat Spaß gemacht, aber ansonsten war es ein langweiliges Rennen", fasste der Brite sein Rennen zusammen.

Samstag: Dass es für McLaren in Austin schlechter laufen würde als zuletzt, hatte sich schon im Freitagstraining abgezeichnet. Vor allem der weiche Reifen als auch die starken Winde bereiteten den Boliden aus Woking mehr Schwierigkeiten als der Konkurrenz. Dieser Trend bestätigte sich auch im Qualifying. Magnussen und Button verchromten gerade einmal die vierte Startreihe. Damit nicht genug. Button darf das Rennen wegen seines Getriebewechsels gar nur als 13. starten. Ein Angriff auf Ferrari in der Konstrukteurswertung ist damit zumindest in Austin vom Tisch. Immerhin steht die Verteidigung: Force India liegt nach wie vor klar hinter McLaren. "Sich auf den Startplätzen sieben und acht zu qualifizieren ist für niemanden besonders zufriedenstellend, aber das ist eben ziemlich das, wo wir mit unserem Auto aktuell stehen", erklärte Magnussen. Button klang ähnlich ernüchtert.

Qualifying-Duell - Magnussen vs. Button 9:8

Freitag: Im ersten Training beeindruckte Jenson Button mit seinem McLaren und fuhr in die Lücke zwischen Mercedes und dem Rest des Feldes, wobei dem Briten sogar nur knapp eine Zehntelsekunde auf Nico Rosberg fehlte. Im zweiten Training kam er an seine Zeit jedoch nicht mehr heran und beendete das Training auf Platz neun hinter seinem Teamkollegen Kevin Magnussen. "Das Problem mit unserer Pace auf den Options kann behoben werden. Bei einigen Fahrern passte die Balance mit dem weicheren Reifen direkt, bei anderen nicht. Unsere Balance passte heute nicht, daran müssen wir arbeiten", beschrieb Button seine Probleme. Magnussen ist nach seinem ersten Tag auf dem CotA beeindruckt: "Die erste Kurve ist einzigartig und die Hochgeschwindigkeitskurven im ersten Sektor sind interessant. Ich denke überholen sollte dort möglich sein, daher habe ich hoffentlich ein tolles Rennen."

Lotus

Trotz zweier Strafen holte Maldonado zwei Punkte - Foto: Sutton

Sonntag: Schon in der Qualifikation überraschte Lotus mit guten Leistungen. Diese konnten sie im Rennen bestätigen und waren konstant mit mindestens einem Fahrzeug in den Punkten. Nachdem am Ende Romain Grosjean unsanft von Jean-Eric Vergne aus dem Weg geräumt wurde, verlor der Franzose auch eine Position gegen seinen Teamkollegen und konnte mit dem beschädigten E22 nicht mehr in die Punkteränge fahren. "Mit Jean-Eric war es nicht so toll, denn er hat meinen Frontflügel und Unterboden beschädigt, sodass das Auto sehr schwierig zu fahren war. Ich war darüber nicht erfreut, denn das hat mich Platz acht gekostet", beklagte sich Grosjean. Trotz zweier Fünf-Sekunden-Strafen beendete Pastor Maldonado das Rennen auf dem zehnten Platz. "Es war von Beginn an ein großartiger Kampf. Die Strategie war gut und das Auto war überraschend stark", sagte Maldonado.

Samstag: Für Lotus hätte die Qualifikation zum Großen Preis der USA nicht unterschiedlicher verlaufen können. Romain Grosjean hatte große Probleme und war nach seinem letzten Platz in Q1 frustriert. Teamkollege Pastor Maldonado fuhr hingegen eine glänzende Qualifikation. Nach Platz acht in Q1 scheiterte der Venezolaner in Q2 als Elfter nur knapp an den Top-10. Durch die Strafversetzung Buttons geht Maldonado dennoch von Rang zehn ins Rennen. Wer hätte das gedacht nach der wilden Rutschpartie gestern? Jetzt scheint Lotus gar Aussicht auf Punkte zu genießen.

Qualifying-Duell - Grosjean vs. Maldonado 13:4

Freitag: Lotus profitiert von den geringen Abständen zwischen den Teams. Dadurch fehlten Romain Grosjean und Pastor Maldonado nur wenige Zehntelsekunden. Mit etwas Glück könnte Lotus weitere Punkte einfahren. Damit würde das Team zumindest einen kleinen Aufschwung erleben. "Der Wind am Nachmittag hat uns nicht geholfen, doch unsere Position in der Zeitentabelle war am Ende besser als bei anderen Rennen", sagte der erstaunte Franzose. Maldonado war am Ende ziemlich genau eine Zehntelsekunde langsamer als sein Teamkollege, doch gleich zwei Fahrer schoben sich zwischen ihn und den Franzosen. "Das Auto ist am Limit schwierig zu fahren, aber wir erwarten, das morgen zu verbessern", ergänzte Maldonado.

Toro Rosso

Vergne beendete das Rennen in den Top-10 - Foto: Sutton

Sonntag: In den USA konnte Toro Rosso nur eine mittelmäßige Leistung zeigen. Es fiel besonders die schwache Leistung von Daniil Kvyat auf, der das Rennen als Letzter beendete. "Wir waren heute konkurrenzfähig und wir haben uns Punkte verdient. Wir hatten eine fantastische Pace bis zum letzten Teil des Rennens, als ich Räikkönen überholen konnte. Dabei habe ich mir unglücklicherweise den linken Vorderreifen beschädigt und musste noch einmal an die Box", sagte der junge Russe. Jean-Eric Vergne handelte sich wie schon in Singapur zwei Fünf-Sekunden-Strafen ein und schaffte es auch in Austin wieder in die Punkteränge. Dieses Mal blieb dem Franzosen jedoch nur ein Punkt. "In den letzten Runden wollte ich unbedingt Positionen gewinnen. Ich habe die Chance gesehen Romain zu überholen, aber als er die Tür zugemacht hat, war es zu spät", beschrieb der Toro-Rosso-Pilot die Szene, für die er die zweite Fünf-Sekunden-Strafe bekam.

Samstag: Für Toro Rosso lief der Samstag alles andere als nach Plan. In Sochi noch als Qualifying-Könige gefeiert, wurden Daniil Kvyat und Jean-Eric Vergne in Austin gnadenlos durchgereicht. Der Franzose schied als 15. sogar schon im Q1 aus, während es für den Russen im zweiten Abschnitt nur zum letzten und damit 14. Startplatz reichte. Zumal Kvyat obendrein noch eine Strafversetzung um zehn Positionen erhält. Das Team hat seinen Motor nun bereits zweimal mehr als erlaubt getauscht. Damit bestreitet Kvyat das Rennen vom letzten Startplatz. "Wir müssen die Wahrheit akzeptieren, wir hatten ein schlechtes Qualifying", gab Kvyat zu. "Wir haben heute damit gekämpft, die Reifen auf kurzen Runs zum Arbeiten zu bringen", analysierte auch James Key, Technischer Direktor bei Toro Rosso.

Qualifying-Duell - Kvyat vs. Vergne 10:7

Freitag: Daniil Kvyat bestätigt seinen Aufwärtstrend eindrucksvoll und platziert sich solide unter den besten Zehn. Er schlug seinen Teamkollegen deutlich, doch Jean-Eric Vergne war ein weiterer Stammpilot, der im ersten Training sein Cockpit abgeben musste. An seiner Stelle durfte Max Verstappen zum zweitenmal ein Training an einem Formel-1-Wochenende bestreiten. "Wir müssen die Charakteristiken des Kurses verstehen und wir werden daran arbeiten, die Abstimmung zu optimieren", erläuterte der junge Russe die weitere Abendplanung. Trotz seiner verpassten Trainingszeit ist sein französischer Teamkollege zuversichtlich: "Die Leistung des Autos mit den härteren Reifen war nicht schlecht. Ich bin zuversichtlich, dass wir ein gutes Wochenende haben werden."

Sauber

Sauber musste sich erneut Punktlos zufrieden geben - Foto: Sutton

Sonntag: Die ausgezeichnete Startposition von Adrian Sutil konnte nicht umgesetzt werden, da der Deutsche bereits in der ersten Runde nach einer Kollision mit Sergio Perez das Rennen aufgeben musste. Der unnötige Unfall kostete Sauber die wichtige Chance Punkte zu holen. "Ich hatte einen guten Start und lag in einer aussichtsreichen Position. Doch leider ist mir Sergio in mein Auto gefahren; das war unnötig", fasste Sutil sein kurzes Rennen zusammen. Esteban Gutierrez war schon in der Qualifikation deutlich langsamer als Sutil. Diese Tendenz setzte sich im Rennen fort. Lange Zeit trug er die rote Laterne und erst gegen Ende des Rennens konnte der Mexikaner an Daniil Kvyat vorbeigehen. "Es ist schwierig, jede Runde des Rennens zu attackieren, wenn man nicht in der Lage ist, die Reifen wie andere Piloten zum Arbeiten zu bringen", erläuterte Gutierrez das Problem im Rennen.

Samstag: Für die ganz große Überraschung des Qualifyings sorgte Sauber mit Adrian Sutil. Der Gräfelfinger stellte seinen Boliden spektakulär auf Platz zehn. Dank der Strafe gegen Button startet der Sauber-Pilot morgen sogar als Neunter in den Großen Preis der USA. "Das war ein tolles Quaifying", jubelte Sutil. Jetzt sind für die Mannschaft aus Hinwil sogar die ersten Punkte der Saison möglich. Deutlich bescheidener verlief der Samstag für Esteban Gutierrez, der als 16. bereits im Q1 ausschied. "Wir haben versucht, einen guten Kompromiss der Fahrzeugabstimmung zu finden. Allerdings haben wir es nicht geschafft, das Maximum aus den weichen Reifen herauszuholen", erklärte der Mexikaner.

Qualifying-Duell - Sutil vs. Gutierrez 9:8

Freitag: Sauber übernahm in Austin die rote Laterne, was aber nur sekundär mit der Leistung des Teams zu tun hatte. Primär fehlten einfach Caterham und Marussia, die Sauber sonst die letzten Positionen abnehmen. Der Vorsprung der beiden Lotus ist jedoch nicht groß, sodass es auch im Kampf um die letzte Position spannend werden dürfte. Adrian Sutil war dabei schneller als sein Teamkollege und belegte Rang 16. "Morgen werden wir versuchen, mehr aus unseren Möglichkeiten herauszuholen", kündigte Sutil an, der mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden ist. Esteban Gutierrez musste sich mit Position 17 zufrieden geben. Einzig Sebastian Vettel war hinter dem Mexikaner, doch der verzichtete auf die Qualifikationsvorbereitung.

Force India

Force India hatte nach 17 Runden kein Auto mehr im Rennen - Foto: Sutton

Sonntag: Das Formel-1-Rennwochenende in Austin war für Force India eines zum Vergessen. Nach vielversprechenden Leistungen im Training lief schon die Qualifikation nicht gut. Im Rennen sollte es nicht besser werden. Für Sergio Perez war das Rennen nach einem übermotivierten Überholversuch mit anschließender Kollision mit Sutil bereits nach einer Runde vorbei. "Was passiert ist, war wirklich unglücklich. Ich konnte den Kontakt mit Kimi nicht vermeiden, aus dem dann auch der Kontakt mit Adrian entstand", schilderte Perez den Unfall aus seiner Sicht. Nico Hülkenberg erlitt in Runde 1 einen Reifenschaden und verlor beim zusätzlichen Stopp viel Zeit. Diese sollte er auch nicht mehr aufholen können, da in Runde 17 seine Antriebseinheit den Dienst quittierte und der Deutsche seinen Boliden abstellen musste. "Es ist immer enttäuschend, ein Rennen frühzeitig aufgeben zu müssen, aber glücklicherweise ist das nächste Rennen schon in sieben Tagen", sagte Hülkenberg.

Samstag: Die Plätze 12 und 13 im Qualifying von Austin für Sergio Perez und Nico Hülkenberg sind zwar kein Desaster, können Force Indias eigenen Anspruch allerdings nicht erfüllen. Denn der heißt McLaren, will man im Kampf um Platz fünf bei den Konstrukteuren noch ein Wort mitreden. "Nico war in allen Trainings in den Top-10 und am Vormittag sahen wir stark aus. Am Ende hatte er Pech, als es darauf ankam", kommentierte Vijay Mallya ein Problem Hülkenbergs, bei dem sich ein Abreißvisier um den Reifen gewickelt hatte. Immerhin Button rutscht durch seine Strafversetzung in der Startaufstellung zwischen die beiden India-Boliden. Eine Chance auf Punkte besteht für das Team von Vijaj Mallya dennoch, liegen mit Adrian Sutil und Pastor Maldonado doch vermeintlich schwächere Gegner vor Hülkenberg und Perez.

Qualifying-Duell - Hülkenberg vs. Perez 11:6

Freitag: Nico Hülkenberg schaffte es im Training knapp in die Top-10. Mit nur 25 absolvierten Runden ist der Force India-Pilot jedoch mit unter die wenigsten Kilometer gefahren, doch es wurden alle geplanten Aufgaben erledigt. "Zwischen dem Morgen und dem Nachmittag haben sich die Bedingungen stark geändert, denn es war deutlich heißer und der starke Wind war eine Herausforderung", sagte der Deutsche. Sein Teamkollege Sergio Perez war mit 35 Runden deutlich fleißiger, doch an die Zeit Hülkenbergs kam der Mexikaner nicht heran. Gut drei Zehntelsekunden betrug der Abstand zwischen den beiden Force India. "Es war kein schlechter Start ins Wochenende", brachte es Perez auf den Punkt.


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