Alpine hat beim WEC-Rennen in Sao Paulo zum vierten Mal in Folge die Top-10 erreicht, doch die Stimmung nach dem fünften Lauf der Saison 2025 war eher mittelprächtig. Der #36 Alpine A424 um Mick Schumacher, Jules Gounon und Fred Makowiecki erreichte den neunten Platz, während das #35 Schwesterauto (Habsburg, Milesi, Chatin) wegen eines Batterieproblems im Hybridsystem mit 42 Runden Rückstand im Ziel einlief.

Bei den Cadillac-Festspielen auf dem brasilianischen Formel-1-Kurs war Alpine hinter den US-Amerikanern, Porsche und Peugeot die vierte Kraft, etwa gleichauf mit BMW. Trotzdem fuchste es Schumacher, dass auf einer seiner Lieblingsstrecken neben Spa und Suzuka kein besseres Ergebnis heraussprang.

Ferraris WEC-Siegesserie beendet! Mick Schumacher in Top-10 (07:39 Min.)

Mick Schumacher hadert: "Potenzial nicht voll ausgeschöpft"

"Wir haben unser Potenzial nicht voll ausgeschöpft, denn ich denke, wir hätten mindestens auf Platz acht landen können", haderte der 26-Jährige. P8 ging schließlich an den #83 AF-Corse-Ferrari um die amtierenden Le-Mans-Sieger Robert Kubica, Yifei Ye und Phil Hanson. Schumacher könnte die Heckpartie des gelben Ferrari 499P jetzt wohl im Schlaf nachzeichnen, schließlich hing er dem Chinesen Ye im letzten Stint fast eine Stunde lang durchgehend im 'Kofferraum'.

Beim Zieleinlauf nach 242 Runden bzw. 6 Stunden trennten Schumacher und Ferrari-Pilot Ye nur 0,754 Sekunden. Der Alpine-Pilot machte im Schlussakt zwar kontinuierlich Boden gut auf das einzige Ferrari-Hypercar in den Top-10 - die roten Werksautos belegten nur P11 und P12 - für eine aussichtsreiche Attacke reichte es aber nicht auf dem Oldschool-Kurs. "Wir haben ein paar Punkte geholt, hatten uns aber mehr erhofft", stimmte Alpine-Sportdirektor Nicolas Lapierre in den Kanon des Teams ein.

Alpine: Minimalziel in Sao Paulo erreicht

Bei den Franzosen sind die Ansprüche nach zwei Podesterfolgen in Imola und Spa-Francorchamps natürlich gestiegen, doch gute Resultate bleiben in der WEC nicht immer ohne Konsequenzen: Die Alpine-LMDh erhielten im Vergleich zu Spa - Le Mans wird nicht in die Berechnung der BoP-Einstufung einbezogen - 8 Kilogramm Zusatzgewicht und 11 PS weniger maximale Systemleistung. Damit waren Schumacher Co. neben der Ferrari in Sao Paulo die größten 'Verlierer' im BoP-Vergleich.

"Trotzdem können wir mit einem weiteren Punkteergebnis zufrieden sein - das ist das Minimalziel für jedes Rennen", suchte Schumacher nach dem fünften von acht Saisonrennen etwas Positives. "Wir müssen alles lernen, was wir aus diesem Rennen mitnehmen können, bevor wir uns auf das nächste in Texas konzentrieren."

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Sao Paulo: Mick Schumacher im Alpine A424 mit der Startnummer #36, Foto: IMAGO/PsnewZ

Qualifying wirft Schumacher und Co. zurück

Dazu zählt sicherlich die Performance im Qualifying. Schumacher, der etatmäßige Quali-Fahrer auf dem #36 Alpine, verpasste den Sprung in die Hyperpole der besten Zehn und musste sich mit dem 15. Startplatz begnügen. Eine Zehntelsekunde fehlte ihm für den Einzug in die nächste Runde. P15 war sein schwächstes Qualifying-Ergebnis in der laufenden Saison. Markenkollege Paul-Loup Chatin sortierte sich mit dem #35 Alpine direkt hinter Schumacher auf der 16. Startposition ein. "Meine Runde war nicht überwältigend, ich habe das Auto ein wenig überfahren", räumte Mick ein.

Alpine-Neuzugang Makowiecki gelang immerhin ein großartiger Start, der den Franzosen innerhalb der ersten Runden bis auf Rang elf nach vorne führte. In Runde 22 schnappte sich 'Mako' auch noch den #8 Toyota, bevor er das Auto für den mittleren Doppelstint an Jules Gounon übergab. Der Franzose mit andorranischer Fahrerlizenz konnte in den zwei Stunden einen Platz gutmachen, bevor er den Alpine auf P14 (virtuell P9) zum Wechsel an Schlussfahrer Schumacher in die Boxengasse steuerte.

Schumacher schnellster Alpine-Fahrer in Brasilien

Schumacher war im Durchschnitt der besten Rennrunden (50 Prozent) der schnellste aller sechs Alpine-Fahrer - äußere Umstände nicht mit einbezogen - sowie laut 'The B Pillar' sogar der siebtschnellste aller Hypercar-Piloten im Starterfeld. Positionsverbesserungen waren allerdings nicht mehr drin. "Angesichts unserer Startposition hatten wir ein hartes Rennen erwartet. Mit der #36 haben wir fast das Maximum herausgeholt", fand Alpine-Teamchef Philippe Sinault.

Schumacher, Gounon und Makowiecki belegen den 13. Platz in der Fahrer-WM mit 36 Punkten, während das Schwesterauto in einer problembehafteten Saison bislang nur 12 Zähler sammeln konnte. In der Marken-Wertung belegt Alpine mit 58 Punkten den sechsten Platz, wobei der vierte Rang aus der Vorsaison in Reichweite liegt.

WEC 2025: Hersteller-Tabelle nach 5/8 Rennen

Pos.HerstellerPunkte
1Ferrari175
2Cadillac120
3Porsche111
4Toyota95
5BMW74
6Alpine58
7Peugeot28
8Aston Martin2