Die Fragen rund um Christian Horner und dessen Zukunft in der Formel 1 gehen am Freitag in Singapur in die zweite Runde. Die zwei Angelpunkte bezüglich von Gerüchten um ein Horner-Comeback wehren sich am Freitag nun deutlich mit Dementis. Was die unmittelbare Zukunft von Horner nur unklarer macht.

Nachdem Red Bull Horner im Sommer abgesägt hatte und nachdem man vor gut eineinhalb Wochen offiziell auch die letzten Formalitäten der Trennung geklärt hatte, gerieten vor allem drei Teams zuletzt als mögliche Anlaufstellen in den Fokus: Aston Martin, Alpine und Haas. Haas-Teamchef Ayao Komatsu hatte am Donnerstag in Singapur das schon ausdrücklich zurückgewiesen:

Aston-Martin-Teamchef Andy Cowell hatte das trotz wiederholter Nachfragen am Donnerstag jedoch nicht getan, was die Gerüchte über Gespräche zwischen Horner und Aston-Martin-Eigentümer Lawrence Stroll weiter anheizte. Mit einem Tag Verspätung bemüht sich Cowell daraufhin am Freitag, die Lage zu beruhigen.

Aston Martin will sich aus der Horner-Affäre ziehen

"Das kam gestern in unserer Medienrunde auf und daraufhin hatte ich heute am Morgen ein Gespräch mit Lawrence, um herauszufinden, was er weiß", erklärt Cowell am Freitag in der offiziellen Pressekonferenz. Und wie Komatsu am Vortag streitet auch Cowell eigentlich daraufhin nicht ab, dass Horner angerufen hat: "Sieht so aus, als würde Christian momentan so ziemlich jeden Teambesitzer anrufen."

Horner zurück in F1? Kontakt mit Haas, Gerüchte um Aston Martin (17:40 Min.)

Laut Cowell habe das bei Stroll und bei Aston Martin aber kein Interesse geweckt: "Wir haben - das kann ich glasklar sagen - keine Pläne, Christian in irgendeiner operativen oder Investment-Rolle zu involvieren." So eine klare Absage war er am Vortag noch schuldig geblieben.

Williams: Bei uns hat Christian Horner nicht angerufen

Als verbrieft darf man damit zumindest ansehen, dass Horner bei den Eigentümern von Haas und von Aston Martin vorsondiert hat. Ohne Erfolg, soweit man den respektiven Teamchefs der beiden Teams Glauben schenkt. Überall hat er aber nicht angerufen. "Nein", bestätigt zumindest Williams-Teamchef James Vowles.

Täte Horner es, so würde Williams zwar abheben, aber Vowles zweifelt, dass etwas dabei rauskommen würde: "Du solltest für jedes Gespräch offen sein. Es macht keinen Sinn, die Tür zu schließen. Aber wir sind zufrieden mit unserer Struktur. Es funktioniert, ich sehe keinen Grund für Veränderungen." Vowles, der das Team seit 2023 völlig umgekrempelt hat, erhielt erst im Juni 2025 eine Vertragsverlängerung.

Neuer Alpine-Teamchef: Weiß nicht, worüber Flavio mit Christian spricht

Beim Thema der möglichen Horner-Spots führt natürlich alles wieder zurück zu Alpine, jenem Team, an dessen Spitze Horners alter Freund Flavio Briatore die Kontrolle hat. In Singapur trat in der Pressekonferenz erstmals der von Briatore als "Managing Director" geholte neue De-Facto-Teamchef Steve Nielsen auf, bestätigte aber gleich auch: "Flavio ist der Anführer. Ich leite Enstone und alles, was damit zusammenhängt."

Pressekonferenz mit Christian Horner (Red Bull) und Flavio Briatore (Alpine)
Christian Horner und Flavio Briatore kennen sich schon sehr lange, Foto: IMAGO / PsnewZ

Eine Theorie rund um Alpine wäre, dass Briatore und Horner mit Teamanteilen sich gemeinsam an der Spitze positionieren könnten. Nielsen, der Leiter des operativen Geschäfts, hat jedenfalls nichts gehört: "Soweit ich weiß, nein. Aber Flavio und Christian sind alte Freunde, das ist kein Geheimnis. Worüber sie sprechen, weiß ich nicht."

"Aber basierend auf alldem, was ich höre und sehe, steckt nichts dahinter, dass Christian zu Alpine gehen soll", so Nielsen. "Was aber nicht bedeutet, dass es nicht so kommen wird. Das ist schließlich die Formel 1." Die ganze Geschichte illustriert jedoch auch, dass Horner eigentlich zu einem ungünstigen Zeitpunkt gefeuert wurde. Prinzipiell sind alle Teams für 2026 schon aussortiert.

So ist es durchaus vorstellbar, dass Horner tatsächlich Anfang 2026 nirgends auftaucht. Und dass seine Zukunft noch völlig unklar ist. Vielleicht schafft er es tatsächlich erst dann wieder in die Formel 1, wenn ein Team wegen ausbleibender Leistung bei dem neuen 2026er-Reglement das Management tauschen will. Oder wenn sich ein neues Team formieren würde. Das sind aber Szenarien, die - wenn überhaupt - noch in weiter Ferne liegen.