Schon mehrmals hat die Formel 1 in diesem Jahr gesehen: Der Aston Martin ist schnell auf engen Kursen mit maximalem Abtrieb. Und doch ist das Ergebnis des 1. Freien Trainings in Singapur da etwas überraschend, denn mit Fernando Alonso hat sich einer dieser Aston Martins sogar vor allen Favoriten von Ferrari, Red Bull und McLaren an die Spitze gesetzt.

Das Ergebnis: Alonso markierte 12 Minuten vor Schluss auf Soft mit 1:31,116 eine zwar nicht dominante, aber doch klare Bestzeit und verdrängte Charles Leclerc im Ferrari um 0,150 Sekunden auf den zweiten Platz. Die komplette Spitzengruppe musste sich hinter Alonso anstellen. Leclerc, Max Verstappen, Lewis Hamilton, Oscar Piastri und Lando Norris trennten aber nur vier Zehntel.

Nur stellt sich in Singapur wie immer die Frage nach dem Mehrwert einer solchen FP1-Bestzeit. Das erste sowie das dritte Training finden am späten Nachmittag bei üblicherweise deutlich höheren Temperaturen statt als Qualifying und Rennen, die in der frühen Nacht gefahren werden. FP2 wird später also um einiges wichtiger sein.

Isack Hadjar führte mit über sechs Zehnteln Rückstand das Mittelfeld vor Carlos Sainz an. Der Williams fuhr allerdings bloß Hard und Medium, fast alle anderen fuhren auf Soft. Auch Mercedes verzichtete in FP1 auf Soft, haderte die ganzen 60 Minuten mit den Vorderreifen und schaffte es nicht einmal in die Top-10. George Russell fehlte auf P11 schon eine Sekunde.

Williams-Bremsen rauchen im 1. Training spektakulär ab

Das Wetter: Kein Regen, aber Bewölkung sorgte zumindest zum Auftakt für 29 Grad Luft- und 36 Grad Streckentemperatur. In Singapur schon fast "angenehme" Temperaturen. Im Fokus war trotzdem bereits das Fahrer-Kühlsystem - denn erstmals wurde für ein Wochenende eine offizielle Hitzewarnung ausgerufen. Was das genau bedeutet, wird hier erklärt:

Die Technik: Sieben Rennen vor Schluss sind die Update-Programme aller Teams praktisch abgeschlossen. Red Bull hat noch Details am Frontflügel geändert, den Anstellwinkel teilweise leicht geändert. Die Kühlöffnung der Motorabdeckung wurde vergrößert, aus Hitze-Angst. Auch Mercedes hat am Frontflügel etwas gearbeitet, minimal das Profil geändert.

Die Zwischenfälle: Schon in den ersten Minuten erlitt Alex Albon augenscheinlich einen Bremsdefekt. Er kam nach seiner zweiten Runde mit stehenden Reifen zurück an seinen Boxenstellplatz, prompt fingen die Hinterbremsen Feuer. Mehrere Minuten lang stand der Williams rauchend vor der Garage, ehe das Team ihn überhaupt hineinschieben und mit den Reparaturen beginnen konnte. Damit wurde man bis zum Trainings-Ende nicht fertig.

Ansonsten war es ein ruhiges Training. Pierre Gasly landete einmal kurz in einem Notausgang. Kurz vor Schluss überholte Nico Hülkenberg überraschend aggressiv mit stehenden Reifen Carlos Sainz auf einem Longrun. Lewis Hamilton stand Oscar Piastri auf einer dessen schneller Runden im Weg, was Piastri zu einem bissigen Kommentar verleitete: "Eines Tages wird Ferrari hoffentlich Spiegel erfinden."