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Formel-1-Fahrerranking Ungarn: Hamilton haarscharf vor Vettel

Lewis Hamilton gewinnt nach dem Rennen auch das Fahrerranking zum Ungarn GP. Sebastian Vettel aber nur haarscharf geschlagen. Überraschung auf Platz drei.

Motorsport-Magazin.com - Der Ungarn GP lieferte erst spät einen Kracher zum Ende der ersten Hälfte der Formel-1-Saison 2018. Aber er lieferte ihn. Lewis Hamilton verabschiedete sich mit einem kontrollierten Sieg in die Sommerpause. Doch ganz so unter Kontrolle war der zweite Triumph des Briten in Folge bei weitem nicht.

Trotz Pole und Sieg waren Hamilton und Mercedes auf dem Hungaroring in Sachen Pace nämlich nicht die Nummer eins. Wie vor dem Wochenende erwartet hatte tatsächlich Ferrari die Hosen an. Doch Regen im Qualifying wirbelte alles durcheinander. Richtig durcheinander, weil nicht nur Mercedes plötzlich vor Ferrari lag, sondern auch das bei diesen Bedingungen eigentlich starke Red Bull einen Totalausfall hinlegte.

Im Rennen am Sonntag zeigte sich im Trockenen dann zwar erneut die bessere Ferrari-Pace. Noch dazu setzte die Scuderia Mercedes durch eine zunächst gute Strategie unter Druck - doch nur zunächst. Es folgten zwei verpatzte Boxenstopps, der von Vettel zudem zu einem fragwürdigen Zeitpunkt. Entsprechend sind in Ungarn eigentlich eher die Team interessant wenn es um unsere Härtefälle und Bewertungen geht.

Trotzdem bleiben wir natürlich bei den Piloten. Und auch da gibt es einige Faktoren, die spannende Bewertungen zulassen. Wie sehr wird Bottas für seine beiden Unfälle am Rennende abgestraft? Fällt Daniel Ricciardo durch sein schwaches Qualifying stark ab – oder rettet ihn seine Aufholjagd? Und was ist mit Sebastian Vettel? Was mit Wundermann Pierre Gasly? Hier das MSM- und User-Urteil zu allen 20 F1-Piloten - samt der krassen Härtefälle.

Fahrer-Ranking Ungarn 2018: Die MSM-Bewertungen

Pos. Florian Becker Christian Menath Jonas Fehling
1 Hamilton Hamilton Hamilton
2 Gasly Gasly Gasly
3 Vettel Vettel Räikkönen
4 Räikkönen Räikkönen Vettel
5 Magnussen Verstappen Alonso
6 Alonso Magnussen Sainz
7 Ricciardo Alonso Magnussen
8 Sainz Sainz Hülkenberg
9 Grosjean Ocon Vandoorne
10 Verstappen Ricciardo Verstappen
11 Hartley Hülkenberg Ericsson
12 Hülkenberg Ericsson Ricciardo
13 Vandoorne Grosjean Grosjean
14 Ocon Perez Ocon
15 Perez Vandoorne Perez
16 Leclerc Sirotkin Hartley
17 Ericsson Hartley Leclerc
18 Sirotkin Leclerc Sirotkin
19 Stroll Stroll Bottas
20 Bottas Bottas Stroll

F1-Fahrer-Ranking Ungarn: Härtefälle der Redaktion

Christian Menath

Positiver Härtefall: Pierre Gasly
Wenn der Toro Rosso funktioniert, funktioniert auch Gasly. Der Franzose ist die große positive Überraschung der Formel-1-Saison 2018. Im Regen-Qualifying Max Verstappen geschlagen, im Rennen auch auf abgefahrenen Reifen noch mit einer unfassbaren Pace. Gasly fuhr in einer eigenen Liga: Zwischen den Top-Teams und vor dem Rest. Er wurde als einziger des 'Rests' nicht überrundet. Respekt.

Negativer Härtefall: Brendon Hartley
Sein Qualifying war gut, aber eben nicht so gut wie das des Teamkollegen. Im Rennen konzentrierte man sich dann darauf, Nico Hülkenberg abzuwehren und ging auf die schlechten Medium-Pneus - nicht ganz glücklich für Hartley. Dennoch: Die Pace des Teamkollegen konnte er zu keinem Zeitpunkt mitgehen. Ein kleiner Unterschied im Qualifying, eine nicht perfekte Startrunde und etwas fehlende Pace - und schon wird Hartley am Ende Elfter, während Gasly auf Rang sechs landet.

Florian Becker

Positiver Härtefall: Lewis Hamilton
Ja, Lewis Hamilton hatte in Hockenheim und Budapest viel Glück. Doch Glück alleine bescherte ihm keine komfortable WM-Führung. Der Weltmeister fuhr vor der Sommerpause gut wie nie zuvor in der Saison 2018. Bei seiner Aufholjagd in Silverstone zeigte er Biss, in Hockenheim fuhr er im Regen wie ein wahrer Champion und erarbeitete sich so auf gewisse Weise ein Teil seines Glücks. Auf dem Hungaroring nutzte er schlussendlich mit dem nassen Qualifying seine einzige Chance, um mit dem unterlegenen Mercedes erfolgreich zu sein. Die Pole war der Grundstein für den Sieg. Im Rennen erledige er souverän was nötig war - nicht mehr und nicht weniger. Eine weltmeisterliche Vorstellung.

Negativer Härtefall: Lance Stroll
Die Formel-1-Karriere von Lance Stroll könnte 2019 einen ganz neuen Dreh bekommen, sollte Vater Lawrence den insolventen Force-India-Rennstall aufkaufen. Bis dahin muss sich der Kanadier aber weiter im Williams beweisen. Etwas, das ihm auch in Ungarn nicht gelang. Im Qualifying schaffte er es im Regen zwar ins Q2, doch statt wie vor rund einem Jahr im Monza zur Abwechslung doch mal sein Talent aufblitzen zu lassen, stopfte Stroll seinen Boliden als einziger Pilot auf der nassen Strecke in die Wand. Das Rennen war wie so oft in dieser Saison nicht der Rede wert. Aus der Boxengasse gestartet wurde er 17. und Letzter.

Jonas Fehling

Positiver Härtefall: Kimi Räikkönen
In dieser Form ist Kimi Räikkönen für Ferrari nicht verzichtbar. Auch in Ungarn machte der Iceman wieder beste Werbung für eine auch 2019 noch rote Zukunft. Fünftes Podium 2018 in Folge - das bietet kein anderer Top-Fahrer auf. Noch dazu endlich mal wieder ein Sieg im Quali-Duell gegen Vettel. Und das bei den denkbar schwierigsten Bedingungen. Im Rennen dann nur Pech, am Start hinter Bottas steckenzubleiben, danach den ganzen Grand Prix wie ein Löwe ohne Wasser gekämpft. Wie es dem Iceman gelungen ist, nach dem zweiten Stopp eine Riesengap zuzufahren und danach noch immer die Ultrasofts so gut in Schuss zu haben, dass Ferrari schon kurz überlegte, ihn für einen Angriff vor Vettel zu zitieren, verstehe ich selbst nicht. Hut ab.

Negativer Härtefall: Valtteri Bottas
Hoch und Tief liegen für Finnland in Ungarn dicht beisammen. So tadellos Räikkönen sich anstellte, so wenig mit Ruhm bekleckerte sich Bottas. Dass er das Qualifying-Duell gegen Regen- und Ungarn-Spezialist Hamilton verliert, darüber sehe ich gnädig hinweg. Aber wie Hamilton dann auch im Rennen einfach krass wegfährt? Schon schwieriger. Gleich zwei ungestüme Manöver am Rennende gegen Vettel und Ricciardo sind dann des Guten aber viel zu viel. Sorry, aber das war völlig übermotiviert und unnötig.

Formel 1, Fahrer-Ranking Ungarn: Gesamtergebnis User & MSM

Pos. Fahrer MSM-Rang User-Rang Gesamt
1 Hamilton 1 3 2
2 Vettel 3,3 1 2,15
3 Gasly 2 5 3,5
4 Räikkönen 3,7 4 3,85
5 Ricciardo 9,7 2 5,85
6 Alonso 6 6 6
7 Magnussen 6 10 8
8 Verstappen 8,3 8 8,15
9 Hülkenberg 10,3 9 9,65
10 Sainz 7,3 13 10,15
11 Vandoorne 12,3 12 12,15
12 Bottas 19,7 7 13,35
13 Ericsson 13,3 14 13,65
14 Leclerc 17 11 14
15 Ocon 12,3 17 14,65
16 Hartley 14,7 15 14,85
17 Grosjean 11,7 20 15,85
18 Perez 14,7 18 16,35
19 Stroll 19,3 16 17,65
20 Sirotkin 17,3 19 18,15

So funktioniert das MSM-Fahrerranking: Unmittelbar nach jedem Rennen schalten wir per News und in unserem News- und Live-Ticker zum Renntag unsere Umfrage nach dem Fahrer des Wochenendes (immerhin kann man sich das Rennen bereits am Freitag oder Samstag durch Strafen oder schlechtes Qualifying verderben) online. Bis zum nächsten Morgen könnt ihr dann für euren Favoriten abstimmen. Daraus ergibt sich eure User-Wertung.

Parallel bewertet unser F1-Kernteam um Christian Menath, Florian Becker und Jonas Fehling die Leistungen aller 20 Fahrer. Jeder von uns erstellt sein persönliches Ranking. Aus diesen drei Ranglisten bilden wir den Mittelwert. Damit steht das MSM-Ergebnis. Dieses wird dann im Verhältnis 1:1 der User-Bewertung gegenüber gestellt - dieser Mittelwert ergibt das Gesamtergebnis. Bei Gleichstand entscheidet das bessere Einzelergebnis.

Noch dazu liefern wir euch unsere allgemeine Einschätzung zu unseren Rankings und jeder seine persönlichen Härtefälle - im positiven und negativen Sinn. Diese müssen sich nicht zwingend mit dem Ersten und Letzten der persönlichen Bewertung decken, sondern können auch Fälle betonen, die uns sonst noch besonders aufgefallen sind. Doppelnennungen sind nicht erlaubt. So wollen wir mehr Vielfalt und Abwechslung abbilden.


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