Formel 1

Hamilton feiert Sieg über Ferrari: Sonntags bringe ich Bestform

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton siegte in Ungarn trotz Hitze. Ein unerwarteter Erfolg für den Mercedes-Star. Hoffnung auf Rückenwind im WM-Kampf.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Lewis Hamilton kann nach dem Formel-1-Rennen in Budapest entspannt in den Urlaub fahren. Der Mercedes-Pilot feierte in Ungarn seinen zweiten Sieg in Folge und baute seine WM-Führung auf Sebastian Vettel auf komfortable 24 Punkte aus. Nach dem unerwarteten Sieg auf dem Hungaroring erhofft sich der Weltmeister Rückenwind für die zweite Saisonhälfte.

"Wir hätten von der Position in der wir jetzt sind nur träumen können, wenn wir schauen wo wir bei der reinen Performance im Vergleich zu Ferrari stehen", so Hamilton, der sich nach den Trainings in Ungarn zunächst kaum Siegchancen ausgerechnet und dementsprechend erwartet hatte, einen Teil seiner WM-Führung einzubüßen. "Wir waren ziemlich weit hinter Ferrari und Red Bull. Der Freitag sah nicht gut aus und auch die Longruns sahen nicht gut aus."

Im Qualifying kam ihm im entscheidenden Moment der Regen zur Hilfe. "Sie haben uns im letzten Rennen im Qualifying weggefegt und hätten es hier wohl auch getan, wenn es trocken gewesen wäre", so Hamilton, der auf nasser Strecke am Samstag den Grundstein für seinen Sieg legte. Angesichts von praller Sonne bei über 30 Grad Celsius Außen- und bis zu 60 Grad Streckentemperatur am Renntag wurde allgemein jedoch erwartet, dass Ferrari auch aus der zweiten Startreihe siegfähig sein würde.

Hamilton: Schalte am Sonntag in einen anderen Modus

"Aus irgendeinem Grund schalte ich am Sonntag in einen anderen Modus. Die Reifen-Entscheidung und die Pace waren ziemlich gut", erklärt Hamilton den plötzlichen Umschwung bei trockenen Bedingungen. "Bei all dem Lernen am Freitag war die Art wie du gefahren oder die Reifen genutzt hast nicht perfekt, aber am Sonntag musst du in Bestform sein. Aber Freitag ist nicht der Tag, an dem ich meine Bestform zeige.".

Während er auf Ultrasoft ins Rennen ging, startete WM-Rivale Vettel auf Pirellis Soft-Mischung. Mit der alternativen Strategie war zu erwarten, dass der Ferrari-Pilot mit dem schnelleren Reifen gegen Rennende noch einmal eine Gefahr für Hamilton darstellen würde. "Wir wussten, dass es uns das sehr schwer machen würde, zu gewinnen", so Hamilton.

Reifenmanagement im ersten Stint war entscheidend

Hamilton zog nach dem Start zunächst von Bottas weg, der Vettel in Schach hielt. "Ich wusste dass ich einen Vorsprung herausfahren musste, solange die Ferraris noch hinter Valtteri waren", erklärt Hamilton, der erst in der 25. Runde vom Ultrasoft auf Soft wechselte. "Wir hatten nicht erwartet, dass ich den ersten Stint so würde ausdehnen können."

Den Grundstein für seinen Sieg legte er dementsprechend mit dem richtigen Reifenmanagement nach dem Start. "Ich ging es relativ locker an. Als Valtteri an die Box ging hatte Sebastian freie Fahrt und ich war in der Lage auf seine Zeiten zu reagieren. Wir fuhren für eine ganze Weile seine Zeiten, und das hat mein Rennen entschieden", sagt Hamilton, der nach dem Boxenstopp kurzzeitig hinter Vettel zurückfiel.

Mit den Rennen in Hockenheim und Budapest erreichte Hamilton etwas, das ihm vergangenes Jahr auf dem Weg zum WM-Titel nicht gelang. 2017 ging er nämlich nicht als WM-Leader in die Sommerpause. "Letztes Jahr haben wir uns zu diesem Zeitpunkt etwas stärker gefühlt", gibt Hamilton zu. Umso besser fühlt es sich für ihn an, diese Saison diesen Etappensieg zu feiern.

Hamilton: Mercedes hat bisher besseren Job als Ferrari gemacht

"Dieses Jahr wissen wir, dass Ferrari bei der Pace die Oberhand hat. Aber es geht um die Gesamtperformance. Insgesamt glaube ich, dass wir bis jetzt den besseren Job gemacht haben", so Hamilton weiter. "Ich bin wirklich froh so in die Pause zu gehen, mit zwei Siegen in Folge. Ich denke, dieser Boost wird eine lange Zeit anhalten, für das ganze Team. Das ist für jeden hier ermutigend."

Bei noch neun ausstehenden Rennen glaubt Hamilton trotz des komfortablen Vorsprungs aber noch nicht an eine Vorentscheidung in der WM. "Absolut nicht, dafür ist es viel zu früh", so der 33-Jährige. "Es ging das ganze Jahr über schon auf und ab, mal bist du ein paar Punkte vorne, dann ein paar Punkte hinten, dann wieder vorne. Ich glaube nicht, dass es jemals einen Moment gibt in dem du schon ein Hand am Titel hast."

Hamilton zuversichtlich: Mercedes in zweiter Saisonhälfte stärker

2017 entschied Mercedes die WM in der zweiten Saisonhalbzeit für sich, als Ferrari strauchelte. Hamilton hofft, auch dieses Jahr mit seinem Team den längeren Atem zu haben. "In der zweiten Hälfte sind wir normalerweise immer etwas stärker", sagt er. "Es kommt mit Singapur ein weiterer Kurs, auf dem wir nicht so stark sind."

"Aber wir müssen nicht wirklich viel ändern. Unsere Motivation und unser Teamgeist sind stärker als je zuvor. Wir müssen einfach weitermachen. Es wird gute und schlechte Strecken für uns geben, daher ist es wichtig auf den schwierigen Kursen wie hier erfolgreich zu sein. Das war bisher eine unserer Stärken dieses Jahr. Wir haben auf unseren schwachen Kursen gute Punkte geholt."


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