Im Rennen waren die Silberpfeile wenig überraschend auch in Brasilien eine Klasse für sich. Bis auf Ferrari wurden alle Konkurrenten überrundet und auch der Sicherheits-Boxenstopp änderte nichts am Doppelsieg von Nico Rosberg und Lewis Hamilton.

Mercedes

Mercedes zog der Konkurrenz unaufhaltsam davon -, Foto: Sutton
Mercedes zog der Konkurrenz unaufhaltsam davon -, Foto: Sutton

Sonntag: Nach der Qualifikation war zu erwarten, dass Mercedes erneut einen Teaminternen Zweikampf um den Sieg führen wird. Wie deutlich es war zeigte jedoch die Tatsache, dass Mercedes einen zusätzlichen Stopp machen konnte, einfach nur, um auf Nummer sicher zu gehen. Trotzdem wurde bis auf die beiden Ferrari-Piloten das gesamte Feld von den Silberpfeilen überrundet.

Samstag: Lewis Hamilton und Nico Rosberg wechselten sich mit den Bestzeiten in Brasilien bislang weiter ab. Nachdem im ersten Training der Weltmeister vorn lag und im zweiten der Deutsche, fuhr im dritten wieder der Brite die schnellste Zeit. Im Qualifying siegte dann erneut Rosberg - mit 78 Tausendsteln Vorsprung. Zum fünften Mal in Folge startet er von der Pole. Die Abstände nach hinten waren relativ deutlich. Einzig Sebastian Vettel konnte in eine mehr als sieben Zehntel große Lücke springen, die sich zwischen Platz zwei und vier auftat.
Qualifying-Duell - Hamilton vs. Rosberg: 12:6

Freitag: Die Positionen der Silberpfeile waren am Freitag sehr klar. Schon auf den Medium-Pneus waren Lewis Hamilton und Nico Rosberg ihrer Konkurrenz deutlich überlegen. Der Zeitvorteil war so groß, dass selbst mit den weichen Reifen die Mercedes-Zeiten kaum unterboten werden konnten. Doch dann kamen die Mercedes mit dem schnelleren Gummi und verbesserten ihre Zeiten noch einmal deutlich. Während die Konkurrenz die 1:13er Marke nicht unterbieten konnte, lag Rosberg bei 1:12:385 Minuten.

Ferrari

Vettel konnte sich über einen weiteren Podestplatz freuen -, Foto: Sutton
Vettel konnte sich über einen weiteren Podestplatz freuen -, Foto: Sutton

Sonntag: Ferrari entschied sich zweigleisig zu fahren und wählte zwei unterschiedliche Strategien. Das brachte Kimi Räikkönen zwar zeitweise vor Lewis Hamilton, doch der Mercedes-Pilot war nach einer Runde hinter dem Finnen auch schon wieder vorbei. Mehr als zweite Kraft war in Brasilien für die Scuderia nicht drin. Sebastian Vettel freute sich dennoch über einen weiteren Podestplatz. Kimi Räikkönen komplettierte mit dem vierten Platz das bestmögliche Ergebnis für Ferrari.

Samstag: Einmal mehr ist Sebastian Vettel der Einzige im Starterfeld, der Mercedes zumindest einigermaßen Konkurrenz machen kann. Der Deutsche landete auf Rang drei und ließ Kimi Räikkönen, der Fünfter wurde, um fast dreieinhalb Zehntel hinter sich. Der Finne verdarb sich mit einer Drifteinlage ein besseres Ergebnis, steht aber im Rennen wegen einer Strafversetzung des eigentlich vor ihm liegenden Valtteri Bottas doch auf Platz vier.
Qualifying-Duell - Vettel vs. Räikkönen: 15:3

Freitag: Wenig überraschend platzierten sich die beiden Ferrari-Piloten hinter den beiden Mercedes-Fahrern, doch der Abstand vom schnelleren Sebastian Vettel war mit knapp einer Sekunde schon eklatant. Eine Hoffnung bleibt der Scuderia jedoch, denn am Freitag hatten der Heppenheimer und sein finnischer Teamkollege noch Probleme, den richtigen Grip zu finden.

Williams

Bottas konnte seinen Teamkollegen deutlich hinter sich lassen -, Foto: Sutton
Bottas konnte seinen Teamkollegen deutlich hinter sich lassen -, Foto: Sutton

Sonntag: Bei Williams verlief das Rennen relativ unterschiedlich. Während Valtteri Bottas mit einem starken Start gleich zwei Plätze gewann, konnte sich sein Teamkollege nicht wirklich verbessern. Trotz des Mercedes-Motors im Heck kam Felipe Massa nicht nach vorne und wurde nach dem Rennen sogar wegen einem zu hohen Reifendruck hinten rechts disqualifiziert. Ein harter Rückschlag für den Brasilianer beim Heimrennen.

Samstag: Felipe Massa hatte beim Heim GP sogar Probleme, Q3 zu erreichen. Nach einer unangenehmen Begegnung mit Landsmann und Namensvetter Nasr wurde er letztlich Achter. Valtteri Bottas beendete das Qualifying auf Rang vier, startet aber am Sonntag als Siebter. Im zweiten Freien Training hatte er trotz roter Flaggen überholt und wird dafür um drei Positionen nach hinten versetzt.
Qualifying-Duell - Massa vs. Bottas: 8:10

Freitag: Williams ist trotz der geringen Abstände nicht wirklich zufrieden, denn beide Piloten empfanden den Kurs in Interlagos als deutlich rutschiger als im vergangenen Jahr. Sollte es trocken bleiben, wird sich die Strecke jedoch deutlich verbessern. So ist die Hoffnung von Seiten des Teams, denn Regen käme Valtteri Bottas und Felipe Massa alles andere als gelegen, da ihr Auto zu wenig Abtrieb hat.

Force India

Hülkenberg hatte erneut ein starkes Rennen -, Foto: Sutton
Hülkenberg hatte erneut ein starkes Rennen -, Foto: Sutton

Sonntag: Auch bei Force India betrachtet man das Rennen in Brasilien mit gemischten Gefühlen. Einerseits fuhr Nico Hülkenberg erneut ein starkes Rennen und brachte vom fünften Startplatz Position sechs ins Ziel. Auf der anderen Seite begann Sergio Perez das Rennen von Platz elf, doch eine Verbesserung war für den Mexikaner nicht möglich. Am Ende stand nur Rang 13 zu Buche.

Samstag: Für Nico Hülkenberg lief es besser als für Sergio Perez. Der deutsche lag nach beiden Sessions des Tages auf dem sechsten Platz, sein Teamkollege, zunächst noch achter, hatte im Qualifying Probleme und kam nur auf Position 13. Dank Strafversetzungen der Konkurrenz gehen beide allerdings von den Rängen fünf und elf ins Rennen.
Qualifying-Duell - Hülkenberg vs. Perez: 11:7

Freitag: Auch Nico Hülkenberg und Sergio Perez waren im Training wieder am Kampf um die Top-Ten beteiligt, der in Brasilien ungewöhnlich eng zuging. Zwischen Platz 3 und 15 betrug der Unterschied nur eine Sekunde. Für Force India wird eine gute Qualifikationsleistung entscheidend sein, um dann von den üblicherweise guten Strategien des Teams profitieren zu können.

Red Bull

Bei Ricciardo lief es im Rennen nicht wirklich gut -, Foto: Sutton
Bei Ricciardo lief es im Rennen nicht wirklich gut -, Foto: Sutton

Sonntag: Die aggressive Strategie von Daniel Ricciardo ging nicht auf. Der Australier wählte vom vorletzten Startplatz einen frühen ersten Boxenstopp, doch die härtere Reifenmischung hielt nicht so lang wie erhofft, sodass der Red-Bull-Pilot trotzdem einen dritten Stopp einlegen musste. Deshalb reichte es am Ende nur zu Platz zwölf. Daniil Kvyat konnte seine sechste Startposition besser umsetzen und büßte nur einen Platz gegen Nico Hülkenberg ein, sodass am Ende Platz sieben zu Buche stand.

Samstag: Daniel Ricciardo fuhr mit upgedatetem Motor kein gutes Ergebnis ein. Er wurde mit über einer Sekunde Rückstand Neunter. Hinzu kommt eine Strafversetzung um zehn Plätze für den Einsatz des neuen Aggregats. Doppelt ärgerlich: Für Daniil Kvyat lief es mit dem alten Motor auf Platz sieben sogar etwas besser.
Qualifying-Duell - Ricciardo vs. Kvyat: 11:7

Freitag: Red Bull knüpfte am Freitag an die Leistung bei den vergangenen Rennwochenenden an und kämpfte mit Ferrari und Williams um die Positionen. Ob das Kräfteverhältnis so bleibt, ist fraglich. Dazu kommt die Ungewissheit, ob Red Bull die Positionen auch im Rennen verteidigen kann, denn auf der langen Geraden sollten Ferrari, Williams, Lotus und Force India im Vorteil sein. Zum Vorteil könnte jedoch werden, dass die Reifen bei Daniel Ricciardo und Daniil Kvyat in der Regel länger halten.

Lotus

Maldonado geriet mit Ericsson aneinander -, Foto: Sutton
Maldonado geriet mit Ericsson aneinander -, Foto: Sutton

Sonntag: Nach der Disqualifikation von Felipe Massa darf sich Lotus über beide Autos in den Punkten freuen. Romain Grosjean kämpfte sich von Startplatz 14 bis auf den neunten Platz vor und wird abschließen auf dem achten Platz gewertet. Pastor Maldonado verlor durch eine Fünf-Sekunden-Strafe nach einer Kollision mit Marcus Ericsson kurz vor Schluss den zehnten Platz an Max Verstappen, bekam ihn am grünen Tisch jedoch wieder zugesprochen.

Samstag: Es war ein schwacher Tag für den Rennstall: Romain Grosjean war kurz vor dem Ende von Q2 auf dem Weg zu einer sehr schnellen Runde, als er sich von der Strecke drehte. Er konnte zwar weiterfahren, doch der Einzug in die dritte Phase gelang dem Franzosen nicht mehr. Die Sorgen hätte Pastor Maldonado gern gehabt, denn der Venezolaner erreichte Q2 überhaupt gar nicht erst. So starten die beiden Lotus am Sonntag von den Plätzen 14 und 15.
Qualifying-Duell - Grosjean vs. Maldonado: 16:2

Freitag: Nach einem glücklichen Punkt in Mexiko scheint Lotus zumindest am Freitag in Brasilien wieder deutlich stärker zu sein. Das kann nur damit zusammenhängen, dass auf der Strecke viel beschleunigt werden muss und der letzte Sektor im Grunde aus einer unglaublich langen Geraden besteht. Jedoch war Lotus auch an den letzten Freitagen schon stärker als am restlichen Wochenende, sodass sich der Wert des siebten Platzes von Romain Grosjean noch herausstellen muss.

Toro Rosso

Verstappen erkämpfte sich den letzten Punkt in Brasilien -, Foto: Sutton
Verstappen erkämpfte sich den letzten Punkt in Brasilien -, Foto: Sutton

Sonntag: Für Toro Rosso kam der erste Rückschlag bereits auf dem Weg in die Startaufstellung, denn der Bolide von Carlos Sainz Jr. ging plötzlich aus. Zwar konnte er abgeschleppt werden und nachstarten, doch nach Kurve fünf war das Rennen vorbei. Dafür lieferte Max Verstappen umso mehr Action. Mit vielen Überholmanövern zeigte er auch im Trockenen, wie viel Leistung im Toro Rosso steckt.

Samstag: Es schien zunächst wieder kein guter Tag für das Team zu werden. Beide Fahrer taten sich schwer. Doch letztlich kamen ordentliche Ergebnisse heraus: Max Verstappen wurde in beiden Sessions Zehnter und startet von Rang neun, Carlos Sainz arbeitete sich von 15 (3. Training) über 12 (Qualifying) bis auf Startplatz 10 vor.
Qualifying-Duell - Sainz vs. Verstappen: 8:10

Freitag: Für Toro Rosso war der Freitag in Interlagos eine einzige Enttäuschung. Die Positionen 14 und 15 sind keinesfalls das Maximum dessen, was die beiden Rookies erreichen können. Doch im Training ging es glücklicherweise noch um nichts. Das Red-Bull-Schwesterteam hat mit seinen Fahrern Max Verstappen und Carlos Sainz Jr. heute noch viel zu tun, damit es morgen besser aussehen wird.

Sauber

Sauber muss Brasilien ohne Punkte verlassen -, Foto: Sutton
Sauber muss Brasilien ohne Punkte verlassen -, Foto: Sutton

Sonntag: Große Erwartungen hatte Felipe Nasr vor dem Heimrennen, doch schnell musste der Brasilianer feststellen, dass der Sauber die Erwartungen nicht erfüllen kann. Sauber fuhr im Rennen beinahe Hoffnungslos hinterher. Nasr musste sich am Ende sogar gegen Jenson Button verteidigen, der das Rennen gerade einmal eine halbe Sekunde hinter ihm beendete. Marcus Ericsson traf es härter. Der Schwede fiel nach einer Kollision mit Pastor Maldonado zurück und kam hinter den McLaren ins Ziel.

Samstag: Im dritten Training lagen Marcus Ericsson und Felipe Nasr auf den Plätzen 16 und 17. Im Qualifying waren es dann die Ränge elf (Nasr) und 14. Doch der Brasilianer hatte Felipe Massa bedrängt und wurde dafür bestraft. Letztendlich startet er als 13., sein Teamkollege steht einen Rang besser.
Qualifying-Duell - Nasr vs. Ericsson 10:8

Freitag: Sauber war nicht zufrieden, konnte jedoch am Freitag mit Manor, McLaren und Toro Rosso ausnahmsweise mal drei Teams hinter sich lassen. Besonders Felipe Nasr hofft jedoch, seinen Heimfans mehr als einen 13. Platz bieten zu können. Dabei könnte dem Brasilianer der für Sonntag angekündigte Regen helfen.

McLaren

Trotz einer alternativen Strategie reichte es für McLaren nicht zu Punkten -, Foto: Sutton
Trotz einer alternativen Strategie reichte es für McLaren nicht zu Punkten -, Foto: Sutton

Sonntag: Gestern standen Fernando Alonso und Jenson Button noch auf dem Podium, gut nicht offiziell, doch heute mussten sie sich der harten Wahrheit erneut stellen. Alonso bekam einen neuen Motor und musste von hinten starten. Immerhin hielt das Antriebsaggregat bei beiden Piloten, doch die Positionen 15 und 16 waren alles andere als zufriedenstellend. Mehr als ein versuchter Kampf mit Sauber um die goldene Ananas war nicht drin.

Samstag: Auch der Samstag lief nicht besser für Fernando Alonso und Jenson Button. Der Spanier war noch 14. im dritten Training geworden, brachte im Qualifying dann aber überhaupt keine Rundenzeit zustande, weil er seinen Boliden wie schon gestern mitten auf der Strecke abstellen musste. Sein Teamkollege kam auf die Plätze 18 sowie 17, startet von Position 16 und machte Experimente mit dem Vorderflügel für das schlechte Ergebnis verantwortlich. Beide Piloten flüchteten sich in Galgenhumor und ließen sich, noch während andere Fahrer unterwegs waren, auf dem Siegespodest fotografieren.
Qualifying-Duell - Button vs. Alonso 7:10

Freitag: Bei McLaren reißt die Pechsträhne einfach nicht ab. Bei Fernando Alonso verabschiedete sich im zweiten Training der nächste Motor. Glücklicherweise funktioniert der Einsatzmotor aus Mexiko noch. Die Wahrscheinlichkeit, dass zumindest bei einem Piloten der zwölfte Motor noch eingebaut werden muss, ist jedoch relativ hoch und auch Punkte sind nur mit Hilfe eines sehr chaotischen Rennens möglich.

Manor

Stevens war im Rennen der schnellere Manor-Pilot -, Foto: Sutton
Stevens war im Rennen der schnellere Manor-Pilot -, Foto: Sutton

Sonntag: Die positive Nachricht ist, dass erneut beide Manor-Piloten das Ziel gesehen haben. Ansonsten war es für die beiden Piloten ein einsames Rennen. Abwechslung verschaffte Daniel Ricciardo, der nach einem sehr frühen Boxenstopp hinter Will Stevens und Alexander Rossi zurückfiel. Mehr als eine Runde Gegenwehr war jedoch nicht drin. Dafür ist die Kombination aus altem Ferrari-Motor und altem Chassis zu schlecht.

Samstag: Die gute Nachricht für Manor: Kein Fahrer des Rennstalls startet vom letzten Platz aus. Fernando Alonso brachte im Qualifying gar keine Zeit zustande, Daniel Ricciardo geht wegen seines neuen Motors als Vorletzter ins Rennen. Im 3. Training war Stevens schneller als sein Teamkollege gewesen, nachmittags war es dann Rossi.
Qualifying-Duell - Stevens vs. Rossi: 1:3

Freitag: Manor erlebte einen sehr soliden Trainingsfreitag, an dem Alexander Rossi und Will Stevens gemeinsam 115 Umläufe absolvieren und viele Daten sammeln konnten. Dabei blieben sie problemfrei. Sorgen bereiten ihnen jedoch die Hinterreifen, die mit der aktuellen Abstimmung noch sehr schnell abbauen.