Formel 1 - China GP: Team für Team

Mercedes überrollt das Feld

Das Rennen in China ist vorbei. Wer waren Gewinner und Verlierer? Wer hatte Probleme und bei wem lief es rund? Motorsport-Magazin.com liefert den Überblick.
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Motorsport-Magazin.com - Der China Grand Prix endete wenig überraschend mit einem Doppelsieg der beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Nico Rosberg. Dahinter kam es nicht nur zum Duell Ferrari gegen Red Bull, sondern auch zum teaminternen Zwist zwischen den beiden Red Bulls. Für ein besonders kurioses Rennende sorgte der Flaggen-Verantwortliche. Er winkte Hamilton eine Runde zu früh ab, weshalb nachträglich das Rennen verkürzt und das Ergebnis überarbeitet wurde. Welche Teams betroffen waren, wer sonst Probleme hatte und wer einfach nur strahlte: Motorsport-Magazin.com liefert den Überblick.

Mercedes

Lewis Hamilton dominierte in China - Foto: Sutton

Sonntag: Lewis Hamilton wurde allen Erwartungen gerecht und führte den China Grand Prix von der ersten bis zur letzten Runde an. Am Ende lag der Brite 18.062 Sekunden vor Teamkollege Nico Rosberg. Damit feierte Mercedes den dritten Doppelsieg in Folge. "Ich bin heute wirklich überglücklich", strahlte der nun 25-fache GP-Sieger. Für Rosberg dahinter glich das Rennen eher einem Kampf. Seine Telemetrie streikte, wodurch schon am Start seine Kupplung falsch eingestellt war und er weit zurückgereicht wurde. Hinzu kam eine Berührung mit Valtteri Bottas, die aber keine Auswirkungen hatte. Rosberg hakte das Rennen als Schadensbegrenzung ab und reist immer noch als WM-Führender zum Europa-Auftakt.

Samstag: Lewis Hamilton wurde seiner Favoritenrolle perfekt gerecht und holte mit einer Zeit von 1:53.860 Minuten überlegen die Pole Position. Der Brite war in allen Sessions mindestens eine halbe Sekunde schneller als Teamkollege Nico Rosberg, in Q2 und Q3 brummte er dem Deutschen sogar je 1,2 Sekunden auf. Schuld waren bei Rosberg verschiedenste Probleme. Die Bremsen bereiteten Schwierigkeiten, weshalb er auf seinem vorletzten Run von der Strecke abkam. Noch viel schlimmer aber der finale Run: Rosbergs Display zeigte zwei Zehntel Rückstand, obwohl er eigentlich vorne war. "Also ging ich ein großes Risiko ein und drehte mich - denn ich dachte fälschlicherweise, dass ich ohnehin nichts mehr zu verlieren hätte", ärgerte sich Rosberg über Rang vier.
Qualifying-Duell: Hamilton vs. Rosberg 3:1

Freitag: Ist da ein kleiner Riss im Lack? Zum ersten Mal seit dem Auftaktwochenende in Australien dominierte Mercedes nicht beide Freie Trainings. Am Vormittag reichte es sogar nur zu den Rängen zwei für Nico Rosberg und acht für Lewis Hamilton. Der Brite kämpfte mit mechanischen Problemen und kam nur auf acht Runden. Am Nachmittag rückte das Team die Reihenfolge aber wieder zurecht: Hamilton holte mit 1:38.315 Minuten die klare Bestzeit, Rosberg musste sich mit vier Zehnteln Rückstand mit Rang drei begnügen. "Wir sind mit der Fahrzeugbalance im Moment noch nicht ganz zufrieden - daran werden wir noch arbeiten", konstatierte Hamilton trotz Bestzeit. Für Rosberg standen vor allem die Reifen im Vordergrund, die ihm noch einige Probleme bereiteten: "Normalerweise kämpfen wir mit dem Abbau der Hinterreifen, aber hier scheine ich Schwierigkeiten mit den Vorderreifen zu haben."

Ferrari

Fernando Alonso holte für Ferrari das erste Podest der Saison - Foto: Sutton

Sonntag: Bei Ferrari wird gefeiert, denn durch Fernando Alonsos dritten Platz ist das erste Podest 2014 eingefahren. Der Spanier machte am Start die entscheidenden Plätze gut. Dabei hatte er viel Glück, dass bei einem Zusammenstoß mit Felipe Massa sein Ferrari nicht beschädigt wurde. Im weiteren Verlauf des Rennens profitierte der Spanier von teaminternen Duell der Red Bulls, das ihm den herannahenden Daniel Ricciardo vom Leibe hielt. "Wir haben definitiv einen Schritt nach vorne gemacht, denn wir haben im Vergleich zu zwei Wochen zuvor die Lücke zu den Führenden etwas geschlossen", freute sich Alonso. Von einer geschlossenen Lücke träumte Kimi Räikkönen nach Platz acht nur. Der Finne hatte weder Pace noch Grip an der Vorder- oder Hinterachse. "Ich denke, dass sich meine Probleme hier von einer Kombination aus verschiedenen Faktoren ableiten lassen: Mein Fahrstil kombiniert mit den niedrigen Temperaturen und der Charakteristik des Kurses", erklärte Räikkönen nach dem Rennen.

Samstag: Das Qualifying bildete beinahe das Abbild des Freitags. Bei Fernando Alonso lief alles reibungslos und er qualifizierte sich auf dem fünften Rang. In den Trainings seien die Zeiten zwar noch konkurrenzfähiger gewesen, den Performance-Verlust lastete Alonso aber den nassen Bedingungen an. Daher wertete er Startplatz fünf als gute Ausgangslage für ein wahrscheinlich trockenes Rennen. Deutlich weniger optimistisch blickte Räikkönen auf den Sonntag. Auf seinem finalen Run in Q2 scheiterte er im letzten Sektor und verpasste so das letzte Qualifying-Segment. "Das Handling des Autos war nicht konstant, da es in einigen Bereichen des Kurses stabiler als in anderen war", ärgerte sich der Elftplatzierte des Qualifyings.
Qualifying-Duell: Alonso vs. Räikkönen 3:1

Freitag: Freud und Leid in einem Lager: Fernando Alonso freute sich über die Bestzeit im ersten und den zweiten Rang im zweiten Freien Training. "Ungeachtet der Performance der anderen, bin ich heute mit der erledigten Arbeit zufrieden", schilderte Alonso, der sich am Vormittag auf aerodynamische Tests und einige Checks der Power Unit konzentrierte. Währenddessen stand Räikkönen nur an der Box. Nach einer Installationsrunde erkannte Ferrari ein mechanisches Problem, womit die ersten 90 Minuten kein Fahren mehr möglich war. "Mir fehlt definitiv ein bisschen nach der verlorenen Fahrzeit", resümierte Räikkönen nach nur 25 Runden am Nachmittag.

Red Bull

Bei Red Bull gab es wieder Teamorder - Foto: Sutton

Sonntag: Red Bull wusste bereits im Vorfeld, dass ein trockenes Rennen deutlich schwieriger als das Qualifying ausfallen würde. Am Ende lagen Daniel Ricciardo und Sebastian Vettel auf den Rängen vier und fünf - wieder mit Teamorder. Ab Runde 24 holte Ricciardo - nach einem schwierigen Start - auf Vettel auf und das Team griff ein. Vettel seinerseits hatte wenig Verständnis für die neuerliche Teamorder, doch in Runde 26 kassierte Ricciardo den Deutschen. "Als mir das Team sagte, dass wir auf unterschiedlichen Strategien sind, fuhr ich zur Seite. Als das Rennen fortschritt erkannte ich mehr und mehr, dass ich nicht die Pace hatte", erklärte ein frustrierter vierfacher Weltmeister. Der erste Stint sei für ihn noch in Ordnung gewesen, doch danach war der Leistungsverlust für ihn unerklärlich. Klar ist hingegen das Problem des Red Bulls. "Unsere Schwäche sind nicht die Kurven, sondern die Geraden", bezog sich Vettel auf die immer noch fehlenden Top-Speed.

Samstag: Red Bull im Aufwind - zumindest im Nassen. Daniel Ricciardo startet zum zweiten Mal in seiner Karriere aus der ersten Startreihe, Sebastian Vettel nur eine Position weiter hinten. "Ich hätte auf meiner letzten Runde nicht mehr aus dem Auto herausholen können, ich habe alles genutzt, was drin war", strahlte Ricciardo, der im finalen Training bereits die Bestzeit markierte. Vettel haderte etwas mit Startplatz drei, sah aber klare Verbesserungen an seinem Boliden. Laut Team-Berater Dr. Helmut Marko sei der Zeitunterschied zwischen den beiden Piloten in einem etwas unterschiedlichen Motor-Mapping zu begründen, das bei Vettel noch verbessert werden müsste. Besonders im letzten Sektor büßte Red Bull viel Zeit auf Mercedes ein, was der langen Geraden und dem immer noch fehlendem Top-Speed geschuldet war. Dennoch hofft die Mannschaft, Mercedes auch in einem wahrscheinlich trockenen Rennen zumindest etwas ärgern zu können.
Qualifying-Duell: Vettel vs. Ricciardo 1:3

Freitag: Der Tag lief für Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo ohne größere Zwischenfälle, aber mit einer kleinen Überraschung ab. In beiden Trainings behielt der Australier die Oberhand und lag am Nachmittag sogar nur eine knappe halbe Sekunde hinter Mercedes. Obwohl Ricciardo den längsten Longrun aller Teams auf weichen Reifen fuhr und die Vorzeichen für das Rennen positiv bewertete, warnten beiden Piloten davor, die geringen Abstände zu überschätzen. "Ich war hinter einem Mercedes auf dem Longrun und es sieht aus, als könnten sie tun, was immer sie wollen", erklärte Vettel. Mit seiner Zeit von 1:39.015 Minuten landete er mit mehr als zwei Zehntel hinter Ricciardo auf Rang fünf. Insgesamt spulten die beiden Red-Bull-Piloten am Freitag 103 Runden ab.

Force India

Nico Hülkenberg hatte Valtteri Bottas im Nacken - Foto: Sutton

Sonntag: Bei Nico Hülkenberg drehte sich im China Grand Prix alles um Williams. Zu Beginn hing der Deutsche lange hinter Felipe Massa fest, bis dessen verpatzter Boxenstopp das Problem löste. Danach fuhr Hülkenberg ein ruhiges Rennen, bis der zweite Williams es wieder spannend machte. "Es wurde nochmal knifflig, als Bottas näher kam", erinnerte sich der Force-India-Pilot, der letztlich 1,4 Sekunden vor Bottas auf Rang sechs im Ziel war. Sergio Perez betrieb nach Rang 16 im Qualifying Schadensbegrenzung und sprach bei Rang neun vom Maximum des Möglichen. Sowohl das Überholen als auch die Reifen bereiteten dem Mexikaner Probleme und nach dem Podest in Bahrain hatte er sich deutlich mehr ausgerechnet.

Samstag: Sowohl Nico Hülkenberg als auch Sergio Perez hatten im Qualifying Probleme mit der Balance des Autos. Das äußerte sich vor allem während des Bremsens, wodurch keiner der beiden einen wirklich guten Fahrrhythmus fand. Hülkenberg löste die Situation mit Startplatz acht noch deutlich besser als Teamkollege Perez, der nur von Rang 16 ins Rennen geht. Der Mexikaner kämpfte das gesamte Wochenende mit der Balance, was sich im Nassen noch potenzierte. "Es war schwierig, Temperatur in die Reifen zu bekommen, daher rutschte ich in jeder Kurve und speziell beim Bremsen", erklärte der enttäuschte Perez.
Qualifying-Duell: Hülkenberg vs. Perez 3:1

Freitag: Für Nico Hülkenberg endete ein "recht runder Tag" mit 46 Runden und dem elften Gesamtrang. Der Deutsche war mit seinem Boliden zufrieden, lediglich in Sachen Setup und einigen kleinen Dingen wären noch Verbesserungen nötig. Deutlich mehr Potenzial für Steigerungen erkannte Sergio Perez. Der Mexikaner war mit der Performance des Force India noch nicht zufrieden. Zudem kam er im ersten Training durch ein Problem am DRS nur auf 13 Runden und beendete den Tag als Gesamt-Fünfzehnter. Das Team arbeitete sich durch einige aerodynamische Entwicklungen, die nach dem Bahrain-Test nun genauer evaluiert werden sollen.

Williams

Felipe Massa landete nach seinem guten Start auf Platz 15 - Foto: Sutton

Sonntag: Was traumhaft begann, nahm nur Sekunden später schon fast ein jähes Ende. Felipe Massa zeigte einen perfekten Start, kam aber ins Sandwich zwischen Nico Rosberg und Fernando Alonso. Es kam zur Berührung und Massa fiel - ohne Schaden am Williams - wieder etwas zurück. Valtteri Bottas erwischte es ebenfalls schon in der ersten Kurve. Sein Gegner hieß Rosberg - ebenfalls ohne Schäden an beiden Boliden. Damit der Rückschläge aber nicht genug. Während Bottas ohne Telemetrie-Daten das Rennen immerhin noch auf Rang sieben beendete, war für Massa nach seinem ersten Stopp der China Grand Prix gelaufen. Die Williams-Crew hatte die Hinterreifen verwechselt und das Tauschen und spätere Montieren kostete so viel Zeit, dass der Brasilianer mit mehr als eineinhalb Minuten Rückstand und damit als Letzter wieder auf die Strecke kam. Massa beendete das Rennen vollkommen frustriert auf dem 15. Rang.

Samstag: Valtteri Bottas und Felipe Massa hatten vor nichts mehr Angst als einem nassen Qualifying. Am Ende stellte sich diese aber als völlig unbegründet heraus, denn die beiden Williams-Piloten landeten auf den Rängen sechs und sieben. "Es war ein schwieriger Tag, aber wir haben das Beste herausgeholt und gezeigt, dass wir uns im Regen verbessert haben", freute sich Massa. Teamkollege Bottas setzte in Q3 im Gegensatz zum Rest des Fahrerfeldes auf Regenreifen, landete nach dem Wechsel auf Intermediates aber nur etwas mehr als ein Zehntel hinter Massa. Nun betet Williams für ein trockenes Rennen, wo die Mannschaft noch mehr Potenzial im FW36 vermutet.
Qualifying-Duell: Bottas vs. Massa 1:3

Freitag: Nach langem Warten standen für Felipe Massa und Valtteri Bottas in China nun endlich auch viele neue Teile bereit. Und sie arbeiteten, wie Massa mit Rang sechs im zweiten Freien Training zeigte. "Alle Upgrades, die wir hierher gebracht haben, haben wirklich die Performance verbessert - das ist wirklich positiv", strahlte Massa. Die meisten aerodynamischen Tests und neue Komponenten hätten gut gearbeitet und der Brasilianer erkannte Verbesserungen der Balance und des Gefühls im Auto. Teamkollege Bottas musste am Vormittag für Testfahrer Felipe Nasr Platz machen und kam so nicht über 25 Runden und den 14. Platz hinaus. Besonders zu Beginn kämpfte der Finne mit dem richtigen Rhythmus für die Strecke, erkannte aber bald die deutlichen Verbesserungen im Vergleich zu Bahrain. Wie alle Teams haderte Williams mit den kühlen Temperaturen, die die Strecke rutschig machten und die Reifen zum körnen brachten.

Toro Rosso

Daniil Kvyat hat mittlerweile vier Punkte auf seinem Konto - Foto: Sutton

Sonntag: Verkehrte Welt bei Daniil Kvyat und Jean-Eric Vergne. Am Samstag noch enttäuscht von Startplatz 13, holte Rookie Kvyat mit Rang zehn den nächsten Punkt. Gleich in der ersten Runde machte der Russe einige Plätze gut und sprach von einer sehr starken Pace über das Rennen. Ganz anders Vergne. Er verlor bereits in der Startphase und der ersten Runde zahlreiche Positionen und kam nie richtig in Fahrt. Im Anschluss steckte er im Verkehr fest und konnte nicht das Maximum aus seinen weichen Reifen herausholen, was am Ende zu Rang 12 führte.

Samstag: Bei Toro Rosso war die Gemütslage unterschiedlich. Jean-Eric Vergne strahlte über Platz neun und seine Runde, die ohne einen einzigen Fehler gelang. Diese Runde sei einfach perfekt gewesen, was in den kniffligen Bedingungen enorm wichtig gewesen sei. Anders schaute hingegen Rookie Daniil Kvyat nach Startplatz 13 drein. Der Russe hatte zwar das Gefühl einer guten Runde, die Zeit sprach aber eine ganz andere Sprache. Während sein Toro Rosso im finalen Training noch viel Grip bot, war dieser im Qualifying plötzlich weg.
Qualifying-Duell: Vergne vs. Kvyat: 3:1

Freitag: Jean-Eric Vergne und Daniil Kvyat fanden sich im Mittelfeld wieder. Insgesamt spulten die beiden Piloten 103 Runden in den beiden Freien Trainings ab und sprachen von einem problemfreien Freitag. Lediglich ein kleines Wasserleck unterbrach kurz das Trainingsprogramm, konnte aber schnell aussortiert werden. Während Kvyat sich erst auf die Strecke einschießen musste, kämpfte Vergne noch mit der Balance seines Boliden. In Sachen Energie-Management hat die Mannschaft in China einen großen Schritt nach vorne gemacht und sieht sich mit beiden Autos nun deutlich näher am Limit.

McLaren

Jenson Button bekam seine Reifen nicht ans Arbeiten - Foto: Sutton

Sonntag: McLaren muss China als ein Wochenende zum Vergessen abhaken. Nicht nur, dass weder Jenson Button noch Kevin Magnussen einen einzigen Punkt holten, sie wurden auch noch beide überrundet. Schuld waren die Reifen, die am MP4-29 nicht arbeiten wollten. Button, der letztlich auf Rang elf landete, kam als erster Pilot zum Stopp, da das Graining zu stark wurde. Auch Magnussen auf P13 beklagte fehlenden Grip und keine Möglichkeit, etwas daran zu ändern. Dieser mangelnde Grip ist in Shanghai vor allem an der Vorderachse ein Problem - genau die Schwachstelle von McLaren. Immer noch fehlte es an Abtrieb, was nun bis zum kommenden Rennen in Barcelona deutlich verbessert werden soll.

Samstag: Großer Frust bei McLaren. Jenson Button und Kevin Magnussen starten den Großen Preis von China nur von den Rängen 12 und 15. Während der MP4-29 auf den Regenreifen noch halbwegs gute Zeiten zuließ, ging auf den Intermediates in Q2 nichts mehr zusammen. "Es war schwierig, Temperatur in die Reifen zu bekommen, besonders, da die Außentemperaturen auch so niedrig waren", erklärte Button. Auch Magnussen klagte über fehlenden Grip, fand aber keine wirkliche Erklärung für seine schlechte Startposition. Insgesamt musste McLaren in China erkennen, dass zwar die fehlende Performance ein Problem ist, der nicht vorhandene Abtrieb aber noch immer die Achillesferse.
Qualifying-Duell: Magnussen vs. Button 2:2

Freitag: Bei Jenson Button und Kevin Magnussen kamen in China aerodynamische Upgrades und Verbesserungen für die Fahrbarkeit zum Einsatz. Für Button mit den Rängen vier und acht ein klarer Schritt nach vorne, wenngleich noch einige Maßnahmen gegen Graining und für bessere Balance notwendig sind. Deutlich mehr zu kämpfen hatte Magnussen. "Ich hatte noch niemals so viel Graining an den Vorderreifen und es ist wirklich schwierig, damit umzugehen", gab der Rookie zu. Einige Setupänderungen sowie eine Anpassung seines Fahrstils sollen bis zum Rennen aber Abhilfe schaffen. Zudem zeigte sich der Däne nach den Rängen sechs und zwölf überrascht von der fehlenden Performance des MP4-29 im Vergleich zu den letzten Rennen.

Lotus

Romain Grosjean musste seinen Lotus mit Getriebeproblemen abstellen - Foto: Sutton

Sonntag: Strahlende Gesichter am Samstag, gedrückte Stimmung am Sonntag. Nach Romain Grosjeans starkem Qualifying-Ergebnis hatte Lotus große Hoffnungen, stattdessen kam nichts als der 14. Rang für Pastor Maldonado heraus. Der Venezolaner freute sich zwar über acht gewonnene Plätze, beklagte aber erneut die fehlende Pace. Im Gegensatz dazu beklagte Grosjean den fehlenden vierten Gang. Der Franzose klagte nach 28 Runden über ein Problem mit dem Getriebe und kam sogar kurzzeitig von der Strecke ab. Nach dem Erreichen der Box war das Rennen für Grosjean dann endgültig beendet.

Samstag: Großes Aufatmen bei Romain Grosjean: Der erste Sprung in Q3 ist 2014 geglückt. Nach Platz drei im Freien Training hatte sich der Lotus-Pilot aber sogar noch mehr ausgerechnet. Den plötzlichen Performance-Verlust und schließlich nur P10 führte er teilweise auf die wechselnden Bedingungen und kleinere Probleme mit den Reifen zurück. Deutlich schwieriger lief der Tag für Teamkollege Pastor Maldonado. Am Auto des Venezolaners war im finalen Training ein Ölleck aufgetreten und der Wechsel des Motors machte eine Teilnahme am Qualifying unmöglich.
Qualifying-Duell: Grosjean vs. Maldonado 4:0

Freitag: Bei Lotus geht es stetig bergauf. Mit lediglich 1.222 Sekunden Rückstand auf Mercedes landete Romain Grosjean im zweiten Freien Training auf dem neunten Rang. Noch beeindruckender: Die Drama-Queen E22 des Franzosen spulte 60 Runden ab - die größte Anzahl eines Fahrers an diesem Tag. Allerdings kam dieser Erfolg kaum zur Geltung, weil vor allem Teamkollege Pastor Maldonado im Fokus stand - unrühmlich. Der Venezolaner kam mehrfach von der Strecke ab und landete schließlich am Eingang der Boxenmauer in der Wand. "Ich war etwas optimistisch bei der Boxeneinfahrt und die Auslaufzone ist recht kurz", erklärte der Venezolaner. Dennoch sprach das Team vom erfolgreichsten Tag der Saison, denn viele Teile am Auto und der Power Unit wurden ausgewertet.

Sauber

Adrian Sutil kam nicht über sechs Runden hinaus - Foto: Sutton

Sonntag: Bei Adrian Sutil und Esteban Gutierrez lief in China wenig zusammen. Schon in der Einführungsrunde bemerkte Sutil ein Problem am Auto. Schon zu diesem Zeitpunkt arbeitete sein Motor nicht mehr richtig und am Start war beinahe die komplette Leistung weg. Dementsprechend verlor Sutil zahlreiche Plätze und fand sich irgendwann am Ende des Feldes wieder. Nach sechs Runden fuhr der Deutsche an die Box, da aber keine Lösung für das Problem zu finden war, war das Rennen zu Ende. Wenig besser lief es für Gutierrez. Da er die Medium-Reifen nicht ans Arbeiten bekam, wechselte das Team auf eine Dreistopp-Strategie - mit wenig Erfolg. Letztlich landete der Mexikaner auf Platz 16, mit dem derzeitigen Speed des Autos sei laut Gutierrez aber auch nicht mehr zu erwarten gewesen.

Samstag: Adrian Sutil zeigte sich am Ende des Qualifying schon mit Platz 15 zufrieden - eine Steigerung zu den letzten Qualifyings. Allerdings setzte Sauber bei beiden Autos auf eine Abstimmung in Richtung Regen. Für das Qualifying zwar optimal, doch für das Rennen gilt nur eine 40-prozentige Regenwahrscheinlichkeit, weshalb sich Sutil Sorgen macht. "Falls es morgen trocken sein sollte, wird es schwierig." Bei Teamkollege Esteban Gutierrez war bereits das Qualifying schwierig, da sein Brake-by-Wire-System in den Sicherheitsmodus geschalten hatte. Damit veränderte sich sowohl das Gefühl beim Bremsen als auch die Bremsbalance und ein besseres Ergebnis als Rang 17 war nicht möglich.
Qualifying-Duell: Sutil vs. Gutierrez 2:2

Freitag: Für Adrian Sutil hieß es am Vormittag zusehen, denn Ersatzpilot Giedo van der Garde nahm im Sauber Platz. Am Nachmittag spulte der Deutsche noch 30 Runden ab, kam aber nicht über den 17. Rang hinaus. Weiterhin war das Auto schwierig zu fahren und Sutil hatte große Probleme, die Reifen überhaupt ans Arbeiten zu bringen. Dennoch sah er Fortschritte. "Im Vergleich zu Bahrain denke ich, dass wir hier mehr Höchstgeschwindigkeit auf der Geraden hatten und daher näher an die vorderen Teams herangekommen sind", so Sutil. Trotz beider Freier Trainings kam Teamkollege Esteban Gutierrez ebenfalls nur auf 49 Runden. Der Mexikaner wurden zunächst von einem Getriebeproblem und schließlich von ERS-Problemen ausgebremst.

Marussia

Max Chilton beendete sein 23. Rennen in Folge - Foto: Sutton

Sonntag: Jules Bianchis Rennen in China war bestimmt vom Duell mit Kamui Kobayashi. Am Start vorbei, gleich wieder kassiert und so ging es schier das gesamte Rennen weiter. Schließlich lag Bianchi vorne, aber Kobayashi holte mit frischen, weichen Reifen auf. In der vorletzten Kurve schließlich das entscheidende Manöver, bei dem der Japaner vorbeizog. Aufgrund des Durcheinanders mit der Zielflagge und der Annullierung der letzten beiden Rennrunden zählte dieses Manöver nicht und Bianchi blieb vorne. Auch für Max Chilton gab es etwas zu feiern. Der Brite beendete sein 23. Rennen in Folge und setzte gleichzeitig die schnellste Runde im Caterham-Marussia-Duell. Dennoch kam er nicht über Rang 19 hinaus.

Samstag: Das Pech sprang am Samstag zwischen den Jules Bianchi und Max Chilton hin und her. Am Vormittag kämpfte Bianchi mit den Bremsen, doch nach einigen Veränderungen für das Qualifying war der Franzose mit seinem Marussia überaus zufrieden. Im direkten Duell gegen Kamui Kobayashi zog er aber schließlich den Kürzeren, weil er auf seinem schnellsten Run einen Fehler in der letzten Kurve hatte und somit die Zeit wieder verlor. Chilton hingegen war nach dem letzten Training überglücklich, doch kaum startete das Qualifying, war die Balance seines Boliden dahin. Der Brite bekam keine einzige saubere Runde zustande und landete am Ende des Feldes.
Qualifying-Duell: Bianchi vs. Chilton 3:1

Freitag: Jules Bianchi und Max Chilton beendeten beide Trainings auf den Rängen 19 und 20 - nicht ohne Probleme. An beiden Autos gab es Schwierigkeiten mit dem DRS und eine Reparatur während der Session stellte sich als knifflig heraus. Bei Bianchi kamen am Vormittag zusätzliche Probleme mit dem Benzin-System hinzu. Die Reparatur ließ nicht mehr als sieben Runden zu, dennoch war der Franzose wie sein Teamkollege zufrieden mit der Balance des Marussia.

Caterham

Kamui Kobayashi war kurzzeitig schneller als Red Bull - Foto: Sutton

Sonntag: Nur Platz 18, ein durch den Flaggen-Wirrwarr nicht gewertetes Überholmanöver gegen Jules Bianchi, und trotzdem wird Kamui Kobayashi den China Grand Prix nicht so schnell vergessen. Er schaffte das Unglaubliche und überholte den vierfachen Weltmeister Sebastian Vettel mit seinem Caterham. "Mit wurde gesagt, dass ich überholen kann, da er Benzin sparte und auf alten Reifen unterwegs war, während ich auf neuen, weichen Reifen fuhr", erinnerte sich der Japaner. "Ich habe gehört, dass er davon nicht so begeistert war, aber im Vergleich zu ihm hatte ich die Pace, um sofort wegzuziehen." Für Rookie Marcus Ericsson endete ein Rennen, das von Untersteuern bestimmt war, auf dem frustrierenden letzten Platz.

Samstag: Kamui Kobayashi und Marcus Ericsson versuchten im verregneten Shanghai eine andere Strategie. Da die Bedingungen im ersten Qualifying-Segment genau an der Grenze waren, gingen die beiden Caterham-Piloten das Wagnis der Intermediates ein. Im ersten Run noch abgeschlagen, verbesserten sich die Bedingungen stetig. Am Ende allerdings nicht genug, um den anvisierten Sauber von Esteban Gutierrez noch abzufangen, aber Kobayashi konnte zumindest beide Marussia hinter sich lassen und startet von P18. Nur zwei Plätze dahinter geht Rookie Ericsson ins Rennen. Im Freien Training kämpfte er mit Problemen an der Power Unit und den Bremsen, daher kam er nur auf fünf Runden im Nassen. Umso herausfordernder wurde das Qualifying und die Freude größer, zumindest Max Chilton hinter sich gelassen zu haben.
Qualifying-Duell: Kobayashi vs. Ericsson 4:0

Freitag: Für Kamui Kobayashi und Marcus Ericsson endete der erste Tag in China am Ende des Feldes. Im ersten Training gelang dem Japaner zwar der Sprung auf Platz 17, ein Reifenplatten, der vorne links bis auf die Karkasse ging, beendete aber sein Training vorzeitig. Die Mannschaft entschied sich aus Sicherheitsgründen nach Rücksprache mit Pirelli das Training vorzeitig zu beenden. Beide Boliden kämpften über den Tag mit Übersteuern, fanden aber deutliche Verbesserungen.


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