Formel 1 - McLaren zum ersten Mal nicht in Q3

Keine Temperatur in den Reifen

So schlecht wie in China schnitt McLaren im Qualifying in dieser Saison noch nie ab. Jenson Button und Kevin Magnussen hatten mit den Reifen ihre liebe Not.
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Motorsport-Magazin.com - In der McLaren-Box gab es nach dem Qualifying zum China GP viele lange Gesichter. Zum ersten Mal in dieser Saison verpassten sowohl Jenson Button als auch Kevin Magnussen den Sprung in Q3. Der Brite wird das Rennen auf dem Shanghai International Circuit von der zwölften Startposition in Angriff nehmen, während der Däne nicht über Rang 15 hinauskam.

Button hofft auf trockenes Rennen

"Es ist ein eigenartiges Jahr, was das Auto im Nassen betrifft. Normalerweise sind wir gut, aber wir kämpfen um den Grip", war Button nach dem verregneten Zeittraining ratlos. Der routinierte Brite brachte die Vorderreifen seines MP4-29 in den langsamen Kurven einfach nicht zum arbeiten, weshalb es ihm nicht gelang, eine ansprechende Rundenzeit zu fahren. "Wir haben keine Temperatur hineinbekommen", schilderte er. "Der Reifen hat dann keinen Grip und springt über die Strecke."

Es ist ein eigenartiges Jahr, was das Auto im Nassen betrifft
Jenson Button

Button sah in China bis dato stets die Zielflagge und war lediglich einmal schlechter als auf Platz acht klassiert. Ob ihm die Fortsetzung seiner starken Serie gelingt, scheint angesichts der gezeigten Performance jedoch zumindest fraglich. "Wir werden sehen, was wir tun können, aber es wird ein hartes Rennen, weil die Strecke grün ist", spielte er auf den vom Regen weggewaschenen Gummi an. "Es wird daher bei allen Graining geben. Hoffentlich bleibt es trocken."

Keine feste Rangordnung

Trotz der schwachen Vorstellung sieht Button McLaren allerdings nicht auf dem absteigenden Ast, sondern glaubt vielmehr, dass sich das Kräfteverhältnis in diesem Jahr laufend ändern wird. "Hier scheint Ferrari sehr konkurrenzfähig - mehr als wir es sind. Red Bull ist auch konkurrenzfähiger und es sieht so aus, als hätten die beiden einen Schritt nach vorne gemacht, aber ist das wirklich so?", fragte er. "Haben sie wirklich so viel am Auto verbessert oder liegt es eher am Layout der Strecke, den Streckentemperaturen und den Bedingungen?"

Button vertritt die Ansicht, dass es hinter den Silberpfeilen, die er kürzlich als außer Reichweite bezeichnete, keine feste Rangordnung gibt. "Im letzten Rennen war Force India zu Beginn der Stints gut, aber nicht an ihrem Ende. Williams war schnell, musste aber drei Stopps machen, weil sie die Reifen zerstörten, und wir waren am Ende der Stints langsam", richtete er den Blick auf die Gegnerschaft.

Magnussen enttäuscht

Teamkollege Magnussen war nach dem vierten Qualifying seiner Formel-1-Karriere alles andere als zum Lachen zumute. "Ich bin sehr enttäuscht, mich nur auf dem 15. Platz qualifiziert zu haben - das ist nicht toll", meinte der Rookie. "Ich weiß nicht genau was los war, wir hatten insgesamt viele Probleme mit dem Grip. Ich bin mir nicht sicher, ob es an den Reifen lag, die nicht auf der richtigen Arbeitstemperatur waren."

Boullier war not amused - Foto: Sutton

Er sei besser, als das Ergebnis widerspiegle, war Magnussen fest überzeugt, weshalb es nun gelte, die Schwierigkeiten zu eruieren und so rasch wie möglich in den Griff zu bekommen. "Das Team macht einen gut Job, um die Dinge zu verbessern, aber es braucht Zeit", erklärte er. "Diese Dinge lassen sich nicht über Nacht lösen, aber ich habe Glauben in das Team. Wir schaffen das."

Unmögliche Aufgabe

Angesichts des äußerst mäßigen Abschneidens war auch Renndirektor Eric Boullier nicht in Feierlaune. "Um es mit einfachen Worten zu sagen, wir waren heute im Qualifying schwach", konstatierte der Franzose. "Wir wissen, dass es unserem Auto insgesamt an Performance fehlt, aber am meisten mangelt es an Downforce."

Dieser Umstand sei unter allen Bedingungen ein Problem, doch er komme besonders schwer zu tragen, wenn das Wetter nass und kalt ist. "Dann kommt man in eine Abwärtsspirale, weil man nicht genug Hitze in die Reifen kriegt - das ist, was wir heute gesehen haben", erläuterte Boullier. "Unsere Fahrer haben ihr Bestes gegeben, aber in Wahrheit haben sie sich einer unmöglichen Aufgabe gegenüber gesehen."


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