Formel 1 - Rosberg: Alles lief schief

Ohne Telemetrie zu Platz 2

Nico Rosbergs Rennen begann alles andere als perfekt. Trotz defekter Telemetrie behielt der Mercedes-Pilot einen kühlen Kopf.
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Motorsport-Magazin.com - Nico Rosberg wusste nach dem Großen Preis von China nicht so recht, wie er seinen zweiten Platz einordnen sollte. Nachdem das Qualifying mit Startplatz vier schon alles andere als perfekt gelaufen war, setzte sich Rosbergs Pannenserie schon vor der Einführungsrunde fort: Die Telemetrie am F1 W05 quittierte ihren Dienst.

Ich finde es toll, dass das Auto gehalten hat.
Nico Rosberg

Somit konnten die Ingenieure beim Start in die Einführungsrunde keine Daten sammeln, um den Schleifpunkt der Kupplung richtig einzustellen. Rosberg verlor am Start einige Plätze reihte sich nach der ersten Runde auf Rang sieben ein. "Die Kupplung war total falsch. Ich hatte sofort richtig durchdrehende Reifen." Dabei hatte der Deutsche noch Glück im Unglück.

Denn fast wäre sein Rennen schon in Kurve eins zu Ende gewesen. Eine Kollision mit Valtteri Bottas überstand der Frontflügel des Silberpfeils unbeschadet. Schuldzuweisungen gab es von Rosberg keine: "Es ist unglaublich eng am Start, es sind überall Autos", tat er die kleine Berührung als normalen Renn-Zwischenfall ab.

"Ich finde es toll, dass das Auto gehalten hat", freute sich Rosberg später. "Das war ein riesen Glück", pflichtete ihm Niki Lauda bei. Der Österreicher sieht die Schuldfrage eindeutig: "Das war Bottas' Fehler, ganz klar." Der Finne zog in der Schneckenkurve stark nach innen und berührte Rosberg am linken Vorderreifen.

Auto könnte Daten aufgezeichnet haben

Der WM-Führende ließ sich davon aber nicht beeindrucken und begann seine Aufholjagd. Erst ging es an Nico Hülkenberg vorbei, dann an Felipe Massa. Mit einem früheren Boxenstopp konnte er auch Daniel Ricciardo hinter sich lassen. In Runde 22 war dann auch Sebastian Vettel fällig. Mit Mercedes-Power tat sich Rosberg leicht, am amtierenden Weltmeister vorbeizugehen.

Bei Mercedes blieben die Bildschirme schwarz - Foto: Sutton

Weil die Telemetrie das gesamte Rennen über nicht funktionierte, war Rosberg 56 Runden lang auf sich alleine gestellt. Auch Informationen über den Benzinverbrauch musste Rosberg immer wieder von seinem Display ablesen und sogar an seinen Renningenieur weitergeben. "Das waren erschwerte Bedingungen", nimmt Lauda seinen Piloten in Schutz.

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Mercedes Formel 1 Teams hat noch eine andere Befürchtung: "Wir hoffen, dass das Auto die Daten aufgezeichnet und gespeichert hat. Dann kann man nachlesen, was das Auto gemacht hat. Wenn die Daten verloren gehen, wäre es schlecht."

Nach seinem zweiten Boxenstopp konnte Rosberg auch Fernando Alonso überholen. Die Mercedes-Doppelführung war somit perfekt. Lewis Hamilton war allerdings außer Reichweite, knapp 20 Sekunden betrug der Abstand am Ende des Rennens. "Das Ei, in diesem Fall das Osterei, hat er sich gestern im Qualifying gelegt", so Lauda.

Es muss wieder ein Sieg her

Am Ende konnte sich der 28-Jährige deutlich mehr über Rang zwei freuen als noch vor zwei Wochen in Bahrain. "Nachdem an diesem Wochenende so viel, von allen Seiten schief gegangen ist, ist Platz zwei echt noch okay. Das sind wichtige Punkte und es war Schadensbegrenzung."

Davon, dass er 'noch' die Weltmeisterschaft anführt, will Rosberg aber nichts wissen. "Das tröstet mich, aber 'noch' will ich nicht hören, weil ich will, dass das noch lange so bleibt", stellte er schnell klar und ließ keinen Zweifel daran, dass ihn die Serie der zweiten Plätze langsam zu nerven beginnt: "Es muss endlich wieder ein Sieg her."


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