Max Verstappens Aufholjagd von der Boxengasse aufs Podium in Brasilien war eine wahre Sensation. Zwar konnte er seine Chancen auf einen fünften WM-Titel damit wohl nicht retten, aber er trug sich mit einem kuriosen Rekord in die Geschichtsbücher der Formel 1 ein: Verstappen ist der Fahrer mit den meisten Podiumsplatzierungen von unterschiedlichen Startpositionen.
Er erzielte seine 124 Karriere-Podien von 17 verschiedenen Startpositionen aus. Ein Marsch durchs Feld wie in Interlagos ist jedoch selbst für den vierfachen Weltmeister eine Seltenheit. Wo machte er die meisten Plätze gut?
Max Verstappen: 124 Podien, davon 7 von außerhalb der Top-10
Die meisten seiner Podiumsplatzierungen holte Verstappen – klarerweise – von den ersten drei Startplätzen. In genau der Hälfte seiner 230 GP-Starts ging er als einer der ersten Drei ins Rennen, 91 davon beendete er auf dem Podest. Je weiter hinten im Feld er startete, desto seltener fuhr er unter die Top-3 – logisch. Von den Startplätzen vier bis zehn schaffte es Verstappen 26-mal zur Siegerehrung, davon gewann er neunmal.
Interessant wird es abseits der besten zehn Startplätze. Hier reißt eine kuriose Lücke auf: Von den Rängen elf bis dreizehn konnte Verstappen noch nie unter die Top-3 fahren. Ein zwölfter Startplatz fehlt auf seiner Bingo-Karte ohnehin komplett. Von sieben Starts auf den Plätzen elf und dreizehn fiel Verstappen dreimal aus dem Rennen, in Abu Dhabi 2015 rutschte er aufgrund einer 25-Sekunden-Strafe nach hinten. Ansonsten machte er zwar Plätze gut, aber nicht genügend fürs Podium.
Eine beeindruckende Aufholjagd legte Verstappen in Belgien 2022 hin, als er von außerhalb der Top-10 startete. Nach einer Motorenstrafe ging er nur von Platz 14 ins Rennen, in Runde 18 übernahm er die Führung. Er gewann mit 17,841 Sekunden Vorsprung und bezeichnete es das dominanteste Wochenende seiner Karriere. Ein Jahr später machte der Red-Bull-Pilot in Saudi-Arabien ebenfalls 13 Positionen gut. Nach einem technischen Defekt im Qualifying startete er nur von Platz 15. Zur Rennhälfte war er auf den zweiten Rang vorgekommen und machte Jagd auf den in Führung liegenden Sergio Perez. Er holte seinen Teamkollegen aber nicht ein.
Von Platz 20 zur Siegerehrung: Max Verstappens größte Aufholjagden
Beim Qualifying für den Großen Preis der USA 2018 ruinierte sich Verstappen auf einem Kerb die Hinterradaufhängung, Red Bull musste daraufhin das Getriebe an seinem RB14 tauschen. Startplatz 18 hielt Verstappen jedoch nicht auf. Nach der Startrunde war er bereits Neunter. Dank einer alternativen Strategie und einem langlebigen Supersoft-Reifen kämpfte er sogar um den Sieg, wurde am Ende aber "nur" Zweiter.

Die Mischung aus Verstappen, Brasilien und einem Start im hinteren Teil des Klassements ist perfekt für ausgezeichnetes Racing. Nachdem er 2016 durch einen strategischen Fehler im Rennen auf Rang 14 zurückgefallen war, kämpfte er sich in nur 16 Runden wieder auf Platz drei vor. Der Große Preis von São Paulo 2024 war eine Machtdemonstration – Verstappen stürmte im Regen von Platz 17 zum Sieg. Das Rennen 2025 vollendete seine brasilianische Aufhol-Trilogie.
In Interlagos machte Verstappen jeweils 16 Plätze gut, in Sotchi 2021 waren es 18. Strafbedingt ging der damalige WM-Herausforderer von Platz 20 ins Rennen. Schritt für Schritt arbeitete er sich durchs Feld und kam dem Podium immer näher. In den letzten fünf Runden setzte Regen ein und Red Bull holte Verstappen früh an die Box für Intermediate-Reifen. Das schnelle Agieren seines Teams brachte ihn auf Platz zwei.
| Startposition | davon aufs Podium | davon P1 | davon P2 | davon P3 |
|---|---|---|---|---|
| P1 | 41 | 36 | 5 | - |
| P2 | 28 | 15 | 11 | 2 |
| P3 | 22 | 6 | 11 | 5 |
| P4 | 13 | 4 | 3 | 6 |
| P5 | 3 | - | 1 | 2 |
| P6 | 3 | 2 | - | 1 |
| P7 | 4 | 1 | 2 | 1 |
| P8 | 1 | - | 1 | - |
| P9 | 1 | 1 | - | - |
| P10 | 1 | 1 | - | - |
| P14 | 1 | 1 | - | - |
| P15 | 1 | - | 1 | - |
| P16 | 1 | - | - | 1 |
| P17 | 1 | 1 | - | - |
| P18 | 1 | - | 1 | - |
| P20 | 1 | - | 1 | - |
| Boxengasse | 1 | - | - | 1 |
Die Top-5 Podiumsjäger von verschiedenen Startplätzen
Max Verstappen führt damit eine Statistik an, in der sich viele bekannte Namen der Formel-1-Geschichte wiederfinden. Er lässt Kimi Räikkönen hinter sich, der seine beeindruckendste Aufholjagd 2006 in Bahrain hinlegte. Von Platz 22 gestartet, fuhr er als Dritter über die Ziellinie. Lewis Hamilton schaffte es von 15 verschiedenen Startpositionen unter die Top-3, Fernando Alonso von 14.
Sebastian Vettel und Niki Lauda fuhren jeweils von 13 unterschiedlichen Plätzen aufs Podium. Lauda gelang beim Großen Preis der USA West 1983 eine Aufholjagd, mithilfe von 13 Ausfällen kam er von P22 auf P2. Die Leistung wurde im gleichen Rennen übertrumpft: Sein damaliger McLaren-Teamkollege John Watson fuhr von Platz 23 zum Sieg – bis heute ein ungebrochener Rekord.
| Fahrer | Podien von … verschiedenen Startpositionen |
|---|---|
| Max Verstappen | 17 |
| Kimi Räikkönen | 16 |
| Lewis Hamilton Rubens Barrichello Jacques Laffite | 15 |
| Fernando Alonso John Watson | 14 |
| Carlos Reutemann David Coulthard Niki Lauda Sebastian Vettel | 13 |



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