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Formel 1

Formel 1, Alonso und der FIA-Streit: Ich will bloß faire Rennen

Fernando Alonso und die Formel-1-Rennleitung brauchen eine Aussprache. Austin-Zwischenfall für Alonso nicht diskutabel. Weiter Klagen wegen Runde 1.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Der Krieg der Worte zwischen Fernando Alonso und der Rennleitung der Formel 1 schwelt auch in Mexiko noch. Nachdem sich der Alpine-Pilot seit dem Österreich-GP lautstark über die großzügige Nutzung der Auslaufzonen in der ersten Runde beschwert, kam in den USA zuletzt auch noch hinzu, dass er abseits der Strecke von Kimi Räikkönen überholt wurde. Eine Aktion, welche FIA-Rennleiter Michael Masi zumindest im Fahrermeeting jetzt diskutieren möchte.

Das Räikkönen-Manöver ist für Alonso, der am Donnerstag in der Pressekonferenz lieber über andere Regel-Probleme sprechen will, aber noch immer eine klare Sache. "Wenn du außen überholst, gibst du normalerweise die Position zurück", mault er gegenüber Motorsport-Magazin.com. Das Zurückgeben geschah in Austin mehrmals, nur beim Räikkönen-Manöver eben nicht.

Alonso bleibt bei Handspiel-Vergleich: Debatte sinnlos

Für Alonso ist die angedachte Diskussion daher sinnlos: "Wenn wir das Thema im Fahrermeeting einbringen, werden wir die gleiche Antwort haben. Also bringen wir es nicht." Erneut packt er die Fußball-Analogie aus: "Jedes Mal, wenn du den Ball mit der Hand berührst, ist es eine Strafe." Das wünscht er sich auch, wenn es um Manöver abseits der Strecke geht.

"Ich werde mir anhören, was auch immer sie sagen wollen", bemüht sich Alonso um Offenheit, aber dann wird die Stimmung in der Pressekonferenz gleich wieder frostig. "Aber genau [diese Debatten] will ich vermeiden. Ich glaube, es gibt viele andere Dinge, die wir morgen diskutieren sollten. Wie die erste Runde - sie geben die Schwellen ausgangs Kurve 1 weg, und dann fahren drei, vier Autos raus."

Alonso erneuert Klagen um Start-Abkürzungen

In Austin hatte es ursprünglich am Ausgang der ersten Kurve hohe Wurst-Kerbs gegeben. Die wurden auf Forderung der Fahrer entfernt, nachdem es im Rahmenprogramm durch abhebende Autos zu gefährlichen Unfällen gekommen war. W-Series-Pilotin Abbie Eaton zog sich dabei eine Kompressionsfraktur der Wirbelsäule zu. Aber ohne die Kerbs konnten Fahrer in der ersten Runden ungestraft raus in die Auslaufzone fahren, um das Startgetümmel zu vermeiden.

Start in Austin: Mehrere Autos verlassen links die Strecke - Foto: LAT Images

"Ich würde liebend gerne über diese Autos sprechen, so wie nach Sotschi", verweist Alonso auf die Konsequenzen seines absichtlichen Trips durch den Notausgang beim Start des Russland-GPs, der am nächsten Rennwochenende ein heißes Thema gewesen war. Und in Mexiko zeichnen sich wieder Probleme in der ersten Kurve ab. Nicht nur, weil die erste Schikane trotz Gras zum Abkürzen verleitet. Auch, weil schon am Donnerstag die am Ausgang der ersten Kurve platzierten Wurst-Kerbs sofort wieder entfernt wurden.

Alonso will nicht frustriert sein: Fordere nur Fairness

Bis auf Diskussionen kam bei den Runde-eins-Debatten bislang jedoch nichts zustande. Niemand wurde bisweilen für das Verlassen der Strecke bestraft, auch Alonso nicht. Der nichts davon wissen will, dass er von der Regel-Auslegung frustriert sei: "Ich will bloß fair Rennen fahren, eine gute Show für die Leute auf den Tribünen und vor dem Fernseher abliefern."

Das Vertrauen in eine erfolgreiche Zusammenarbeit auf der Suche nach Antworten für das Problem hat er noch nicht verloren: "Die Antworten sind immer sehr konstruktiv, sehr positiv, wir wollen alle so fair wie möglich fahren." Nur manchmal liegt es nicht an den Fahrern, sondern an der Strecke. "Wir versuchen, zusammen eine bessere Lösung zu erarbeiten. Mal schauen."


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