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Formel 1, Alonso wittert Verschwörung: Strafe nach Nationalität

Fernando Alonso glaubt, dass in der Formel 1 nicht alle Fahrer nach den gleichen Regeln behandelt werden. Sein Beweis: Die Reaktionen auf Turn 2 in Sotschi.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Fernando Alonso sorgte beim Formel-1-Rennen in Sotschi für eine eigenwillige Herangehensweise beim Start. Anstatt überhaupt zu versuchen, die zweite Kurve zu erwischen, fuhr er in die Auslaufzone und kurvte sich zwischen den dafür vorgesehenen Schildern zurück auf die Strecke. Dabei gewann der Spanier allerdings mehrere Positionen. Der McLaren-Pilot sieht darin keinen unfair erarbeiteten Vorteil, denn: Andere haben es auch gemacht.

Dass vor dem Großen Preis der Türkei überhaupt Fragen zu dem Thema aufkommen, stößt Alonso sauer auf. "Es bestätigt, dass Dinge [je nach Fahrer] verschiedene Auswirkungen auf das nächste Event haben", behauptet Alonso. Als Beweis führt er die beiden Rennen auf dem Red Bull Ring in Spielberg an. Dort hätten zahlreiche Piloten die Streckenlimits auf der ersten Runde in Kurve 1 missachtet und Positionen gutgemacht, ohne dass es überhaupt zu Diskussionen führte.

Ich war oft der Idiot

"Ich war für die längste Weile der Meisterschaft der Idiot auf der Strecke. Ich erinnere mich, dass etwa in Österreich 1 und Österreich 2 viele Fahrer außerhalb der Strecke überholt haben und nichts ist passiert", beschwerte sich Alonso, "und jetzt nach Sotschi gibt es diese Diskussionen. Das bestätigt mir, dass ich besonders sorgfältig unter die Lupe genommen werde."

Doch das sei nicht nur bei ihm so. Alonso stellt die These in den Raum, dass die Staatsangehörigkeit eines Piloten bei der Bewertung von Situationen zu anderen Entscheidungen und Strafen führe und das nicht nur im Bezug auf die Streckenlimits beim Start eines Rennens.

Alonso kritisiert Norris-Verwarnung

Alonso deutete an, dass für Fahrer etwa aus Großbritannien die Regeln wesentlich weiter gedehnt würden. "Wir werden sehen, der nächste der die weiße Linie an der Boxeneinfahrt überquert, welche Nationalität er hat und welche Strafe er erhält", so Alonso. Eine klare Anspielung auf das Vergehen beim Russland-GP, als Lando Norris die weiße Linie überfuhr. Der McLaren-Pilot war kurz vor Schluss auf dem Weg an die Box bei starkem Regen weit über die weiße Linie geraten.

Dafür erhielt Norris nur eine Verwarnung. Die Rennkommissare argumentierten, dass das Überqueren der weißen Linie unter den witterungsbedingten Umständen weder absichtlich noch vorhersehbar war. Im Gegensatz dazu erhielt der japanische AlphaTauri-Pilot Yuki Tsunoda in Spielberg - bei trockenen Bedingungen - zweimal eine 5-Sekunden-Strafe, da er eingangs der Boxengasse die Linie knapp überschritten hatte.


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