Marc Marquez und Ducati sind das Traumpaar der MotoGP. Das erste gemeinsame Jahr der spanisch-italienischen Allianz brachte eine der dominantesten Vorstellungen in der Geschichte der Königsklasse. Dementsprechend gehen Marquez und Ducati auch als große Favoriten in die Saison 2026 - trotz der Folgen der Schulterverletzung im Oktober. Beim Comeback am Dienstag im Sepang-Test erzielte Marquez passenderweise auch direkt die Tagesbestzeit.

MotoGP-Transfermarkt explodiert, Marc Marquez zögert

In Anbetracht derartiger Erfolge erscheint eine Verlängerung von Marquez' aktuell bis Ende 2026 geltenden Ducati-Vertrags die logische Folge. Am Transfermarkt geht bereits jetzt die Post ab, wie die Neuigkeiten der vergangenen Tage um Fabio Quartararo und Honda oder Jorge Martin und Yamaha zeigen. Mit Marco Bezzecchis Vertragsverlängerung bei Aprilia für 2027 und 2028 gab es am Montag auch bereits die erste offiziell bestätige Fahrermarktnachricht.

Quartararo und Martin sorgen für MotoGP-Transferwahnsinn (07:35 Min.)

Und doch lässt der neue Deal zwischen Marquez und Ducati, der gemeinhin als Initialzündung für das große Transferkarussell gesehen wurde, auf sich warten. Im Rahmen der Teampräsentation am 19. Januar erklärte die Ducati-Führungsebene geschlossen, man sei einem Verhandlungsabschluss bereits sehr nahe. Doch in den zwei Wochen seither herrschte Stille. Im Paddock machen nun Gerüchte die Runde, dass unterschiedliche Vorstellungen im Bezug auf die Vertragsdauer Ursache für das lange Warten sein könnten.

Einjahresvertrag für Marc Marquez: Was dafür spricht

Fahrerverträge werden in der modernen MotoGP fast immer für zwei Jahre abgeschlossen. Nur in ganz seltenen Fällen laufen die Vereinbarungen länger. Kürzere Laufzeiten gibt es eigentlich nur, wenn ein Team vom verpflichteten Fahrer nicht restlos überzeugt ist und sich für die weitere Zukunft alle Türen offenhalten will. Genau an einem solchen Einjahresvertrag soll Marquez nun aber interessiert sein, wenn man den Fahrerlagerspekulationen glauben möchte.

Es wäre ein ungewöhnlicher Schritt, der aber aus unterschiedlichsten Gründen für Marquez dennoch Sinn machen würde. Er wolle die beste Entscheidung für seine professionelle und private Zukunft treffen, erklärte der amtierende Weltmeister beim Team-Launch in Madonna di Campiglio. Das könnte auch ein Karriereende 2027 sein. Krönt sich Marquez in der bevorstehenden Saison und auch 2027 erneut zum Champion wären es Titel Nummer acht und neun in der Königsklasse - das ist bislang noch keinem Fahrer in der seit 1949 ausgetragenen Motorrad-WM gelungen. Gleichzeitig wäre Marquez dann auch MotoGP-Weltmeister mit zwei unterschiedlichen Motorformeln (1000 und 850ccm) sowie auf drei unterschiedlichen Reifenlieferanten (Bridgestone, Michelin und Pirelli). Eine Liste an Errungenschaften, mit welcher selbst der dann 34-jährige Vollblutrennfahrer wohl zufrieden den Ruhestand antreten könnte. Und sollte ihm die MotoGP auch dann noch Spaß machen, könnte Marquez einen potenziellen Einjahresvertrag sicherlich erneut verlängern.

Marc Marquez und Ducati dementieren Einjahresvertrag

Ob es tatsächlich Marquez' Absicht ist, sich nur bis Ende 2027 an Ducati zu binden, wissen aktuell wohl nur die beiden Verhandlungsparteien. Team-Manager Davide Tardozzi dementierte die Spekulationen am Dienstag am Rande der Testfahrten in Sepang: "Das ist nicht das Thema unserer Diskussionen. Es geht um kleine Details. Mit einem Champion wie Marc muss alles genau besprochen werden. Er will aber bei Ducati bleiben und wir wollen ihn halten. Ich bin zuversichtlich, dass wir zu einer Einigung kommen werden." Ähnliche Worte fand auch Marquez selbst: "Wir kommen Schritt für Schritt voran. Ich habe immer gesagt: Ich muss alle mögliche Dinge evaluieren. Mit Ducati kommen wir dem Ziel immer näher. Das freut mich." Diesmal also recht vage Aussagen also von Marc Marquez. Relativ klar war er noch geworden, als er bei der Teampräsentation auf einen möglichen Einjahresvertrag angesprochen wurde: "Das wäre für das Team und den Hersteller nicht sinnvoll. Wenn wir gemeinsam weitermachen, dann für zwei Jahre."

Auf vermeintliche klare Statements sollte man sich in der verrückten Welt des MotoGP-Transfermarkts allerdings nicht verlassen. Vor allem wenn sie Marc Marquez betreffen, der sich auch abseits der Strecke den Ruf eines strategischen Genies erarbeitet hat. Man erinnere sich nur an Ducatis Fahrersuche für 2025, in der Marquez lange erklärte, auch mit einem Kundenmotorrad zufrieden zu sein, nur um dann im letzten Moment doch auf Factory-Bike zu bestehen und den praktisch fixierten Deal mit Jorge Martin doch noch einmal zum Platzen zu bringen.

Die Lage im Vertragspoker zwischen Marquez und Ducati ist aktuell also undurchsichtig. Die kommenden Wochen werden wohl Klarheit bringen. Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden. Wenn ihr unseren WhatsApp-Kanal abonniert, verpasst ihr garantiert nichts mehr: