Auf einem turbulenten MotoGP-Fahrermarkt für die Saison 2027 schien eine Vertragsverlängerung als absolut logisch: Jene von Marc Marquez bei Ducati. Im ersten gemeinsamen Jahr 2025 hatten der Spanier und die italienische Edelmarke die Königsklasse nach Belieben dominiert. Eine neue Vereinbarung für 2027 und 2028 galt da nur als Formsache. Eine öffentliche Bestätigung wurde bereits in der Winterpause erwartet. Doch bislang ist davon nichts zu sehen.

Gerüchteküche brodelt: Marc Marquez nur bis 2027 bei Ducati?

In den vergangenen Wochen machten Gerüchte die Runde, dass der Grund für die Verzögerung unterschiedliche Vorstellungen bezüglich der Vertragslaufzeit seien. Zweijahresverträge sind in der modernen MotoGP ja der Standard, Marquez würde sich aber eine Verlängerung für nur eine Saison wünschen.

Beide Seiten dementierten diesbezügliche Gerüchte lange. "Das wäre für das Team und den Hersteller nicht sinnvoll. Wenn wir gemeinsam weitermachen, dann für zwei Jahre", erklärte Marquez im Rahmen der Teampräsentation Mitte Januar. Auch Team-Manager Davide Tardozzi wollte bei den Testfahrten in Sepang nichts von derartigen Verhandlungen wissen: "Das ist nicht das Thema unserer Diskussionen."

Marc Marquez gesteht: Einjahresvertrag eine Option

Beim finalen Wintertest in Buriram gestand Marquez nun aber, dass doch sein Liebäugeln mit einem Einjahresvertrag der Grund für die Verzögerungen ist. "Für Ducati ist die ideale Vertragsdauer natürlich zwei Jahre, denn sonst stehst du irgendwo im nirgendwo", erklärte er erneut, fügte dann aber seine eigene Perspektive hinzu, die von der schweren Schulterverletzung im Herbst und den folgenden Monaten der Rehabilitation geprägt ist. "Das Wichtigste für mich war, mich in den Wintertests immer besser zu fühlen. Und tatsächlich habe ich zwischen Sepang und hier auch einen kleinen Unterscheid gespürt. Jetzt müssen wir sehen, wie es mit meinem körperlichen Zustand weitergeht. Wenn ich weitere Schritte mit meiner Schulter mache, dann ist ein Zweijahresvertrag für mich kein Problem."

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Marc Marquez scheint also ernsthafte Zweifel an seiner körperlichen Leistungsfähigkeit zu hegen - oder diese zumindest gehegt zu haben. "Das war meine größte Einschränkung", bestätigt er. "Ich sage es immer wieder: Wenn du verletzt bist, darfst du keine Entscheidungen treffen oder Verträge unterschreiben. Für mich wird die MotoGP nicht schwieriger durch mein höheres Alter, sondern durch meine Verletzungen. Mental fühle ich mich immer noch ziemlich jung. Aber die Verletzungen, eine nach der anderen, ermüden den Körper. Du brauchst mehr Zeit, um wieder zu heilen. Aus diesem Grund war es ein wirklich langer Winter."

Marc Marquez im Aufwind: Neuer Ducati-Deal bald offiziell?

Die für ihn positiv verlaufenen Wintertests in Sepang und nun in Buriram sollen Marquez aber das Vertrauen in seinen Körper zurückgegeben haben. Eine Unterschrift auf dem neuen Zweijahresvertrag mit Ducati soll unmittelbar bevorstehen und könnte bereits in den kommenden Tagen bevorstehen. Anfang der kommenden Woche soll es in Thailand zu einem Treffen zwischen Vertretern aller Teams kommen, in dem man sich bezüglich der anstehenden Fahrerbekanntgaben absprechen will. Auch die kolportierten Wechsel von Pedro Acosta zu Ducati, Francesco Bagnaia zu Aprilia, Fabio Quartararo zu Honda, Jorge Martin zu Yamaha oder Alex Marquez zu KTM sollen demnach noch vor dem ersten Saisonrennen bekanntgegeben werden. Und den Auftakt zu dieser Flut an Bekanntgaben soll dem amtierenden Weltmeister Marc Marquez und Ducati zustehen.

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