Es ist ruhig geworden auf dem MotoGP-Fahrermarkt. Nachdem die ersten Transferbomben bereits Ende Januar geplatzt sind, warten wir noch immer auf die öffentlichen Verkündungen der Wechsel von Pedro Acosta (Ducati), Francesco Bagnaia (Aprilia), Alex Marquez (KTM), Fabio Quartararo (Honda) und Jorge Martin (Yamaha). Grund dafür ist ein politischer Machtkampf, der im Hintergrund tobt. Wann er zu Ende gehen wird, ist aktuell noch nicht absehbar. Zumindest der Fahrermarkt scheint aber auch so wieder an Fahrt aufzunehmen.
Laut neusten Paddock-Gerüchten soll der zweite Yamaha-Werksfahrer, der 2027 dann Teamkollege von Martin werden würde, inzwischen nämlich gefunden sein. Wie Mela Chercoles von der spanischen Tageszeitung 'AS' schon rund um das Thailand-Wochenende erfahren haben will, sollen sich die Japaner auf Luca Marini festgelegt haben und diesem "ein großartiges Angebot" unterbreitet haben. Der 28-Jährige aus Urbino wollte das in Buriram natürlich nicht bestätigen, aber es gibt durchaus gute Gründe, warum ein Wechsel zu Yamaha Sinn ergeben würde.
Luca Marini will verlängern, doch Honda-Aus steht bevor
Einerseits ist da die verzwickte Lage bei Marinis aktuellem Arbeitgeber Honda. Dort wird es auch 2027 vier Motorräder zu besetzen geben - zwei im Werksteam und zwei bei Kundenteam LCR Honda. Bereits seit letztem Jahr bekannt ist, dass Johann Zarco (Vertrag bis 2027, Anm.) und Diogo Moreira (Vertrag bis 2028, Anm.) auch in der nächsten Saison noch für HRC fahren werden. Des Weiteren kommt Quartararo neu hinzu - und das lässt dann nur noch einen freien Platz übrig.
"Ein Honda-Werksfahrer zu sein, macht mich stolz. Ich hoffe, dass ich mit ihnen gewinnen kann. Ich will bleiben und wir sprechen bereits mit ihnen, um zu verlängern. Ich glaube an dieses Projekt", zeigt sich Marini im Interview mit 'GPOne.com' zwar kämpferisch, aber auch er scheint zu ahnen, dass seine Zeit in Asaka mit Jahresende 2026 gezählt sein könnte: "Die Wahrheit ist, dass in diesem Paddock natürlich jeder mit jedem spricht. Du kannst nur auf die Strecke gehen und jedes Mal versuchen, dein Bestes zu geben." Im Thailand-GP kam Marini zwar als bester Honda-Pilot ins Ziel, aber nur, weil Joan Mir von einem Reifenschaden gestoppt wurde. Tatsächlich war Marini dem Spanier deutlich unterlegen, weshalb Mir aktuell die besseren Karten für einen Verbleib bei HRC zugeschrieben werden. Laut 'AS' seien Moto2-Pilot David Alonso und LCR-Rookie Moreira die einzigen ernstzunehmenden Rivalen des MotoGP-Champions von 2020 im Rennen um den zweiten Honda-Werksplatz.

Luca Marini will MotoGP-Werksfahrer bleiben - Yamaha passt perfekt!
Marini wird also eine Alternative zu Honda benötigen. Hier dachten im MotoGP-Paddock zunächst eigentlich alle, dass VR46 diese bieten würde. Selbst Marc Marquez tippte die Nummer 10 zurück zu VR46. Doch eine Rückkehr zum Ducati-Kundenteam scheint für Marini selbst nicht die bevorzugte Option. "Teil eines Werksteams zu sein, gibt dir eine zusätzliche Motivation. Ich glaube, dass jeder Fahrer den Traum hat, einen Hersteller repräsentieren zu dürfen", stellt er klar - und damit kommt dann Yamaha ins Spiel.
In Iwata will man sich nach dem Verlust von Quartararo nämlich allem Anschein nach zur Saison 2027 komplett neu aufstellen. So wurde nach der voraussichtlichen Verpflichtung von Martin auch intensiv um Bagnaia geworben. Der zweimalige MotoGP-Weltmeister entschied sich letztlich aber für Aprilia - zum Vorteil Marinis. Denn die größten Namen sind damit alle vom Markt, weshalb es bei Yamaha nun zum Umdenken gekommen sein könnte: Wenn schon kein Starfahrer, dann zumindest ein guter Entwicklungsfahrer! Das ist schließlich, was die Japaner in ihrer aktuellen Krise sehr gut gebrauchen könnten und genau das ist Marini erwiesenermaßen.
Bereits bei VR46-Ducati machte sich der heute 28-jährige einen Namen in diesem Segment und wurde im Spätherbst 2023 deshalb auch von Honda als Nachfolger von Marc Marquez auserwählt. Wo die einstigen MotoGP-Dominatoren aus Asaka zu Beginn von Marinis HRC-Karriere standen, ist bestens bekannt: Am Abgrund. 2024 wurde zur schwächsten Saison überhaupt in der eigenen WM-Geschichte. Zwei Jahre später ist die Trendwende aber geschafft, es wird sogar wieder von Rennsiegen gesprochen - auch dank der hervorragenden Testarbeit von Marini. "Wenn es darum geht, ein Motorrad zu entwickeln, bin ich der Beste", unterstreicht er auch selbst. Yamaha könnte er nun zu einem ähnlichen Aufschwung verhelfen. Der Wechsel innerhalb Japans? Er wäre also für beide Seiten mehr als sinnvoll.
Wollte der Wechsel zu Yamaha nicht klappen, dürfte VR46 nochmal ins Blickfeld rücken - also das Team von Valentino Rossi, das seit 2022 in der Königsklasse antritt. Kommt da bald auch eines von Erznemesis Marc Marquez hinzu? Der MotoGP-Superstar hat eine klare Bedingung:



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