Wie denken die größten MotoGP-Fahrer der Vergangenheit über das aktuelle Geschehen? Die Königklasse hat dazu nun ein Video veröffentlicht. Im Rahmen der Gründung der neuen 'Hall of Fame' im September 2025 in Misano trafen sich die Legenden des Sports zum Gespräch beim gemeinsamen Abendessen. Die Aussagen sind also bereits einige Monate alt und dennoch lieferte vor allem Valentino Rossi interessante Einblicke zu zweien seiner Schützlinge aus der VR46-Academy, die auch 2026 noch brandaktuell sind.
Valentino Rossi über Training auf der Ranch: Marco Bezzecchi am stärksten
Im Verlauf des Gesprächs wurde Rossis berühmte Ranch in Tavullia zum Thema. Auf dem dortigen Flat-Track-Kurs tummeln sich die italienischen Stars regelmäßig. "Ich trainiere mit den Jungs. Mit Pecco [Bagnaia], meinem Bruder [Luca Marini], mit [Marco] Bezzecchi und mit Franco [Morbidelli]", berichtete der 'Doctor'. Die Mentorenrolle umfasst viele Bereiche: "Ich sehe mir an, was sie auf der Strecke machen. Was sie besser oder schlechter als die anderen machen. Außerdem gebe ich Rat, wie sie sich das Wochenende einteilen und im Zweikampf verhalten sollten."
Da hakte Jorge Lorenzo gleich ein. "Wer ist denn derzeit der Stärkste?", wollte der Spanier wissen. "Im Moment ist Bezzecchi am besten in Form", ließ Rossi wissen. Eine Feststellung, die auch noch im März 2026 gilt. Mittlerweile hat Marco Bezzecchi sogar drei Rennen in Serie gewonnen.
Marco Bezzecchi fordert Ducati heraus, aber: "Marc Marquez nicht mit schlechterem Bike zu schlagen"
"Er hat mich auf der Aprilia überrascht. Ich dachte nicht, dass er damit die Ducatis jagen könnte", äußerte sich schon damals Dani Pedrosa zum Italiener. Rossi hingegen schien dies nicht zu überraschen. Er sang ein Loblied auf 'Bezz': "Er ist derjenige, der am härtesten trainiert. Auf der Ranch ist er sehr schnell und konzentriert. Er will gewinnen."

Auch auf technischer Seite hätte die Nummer 72 große Qualitäten: "Er hat ein großartiges Gefühl und gibt sehr präzise Rückmeldung an die Ingenieure. Sein Fahrstil ist sehr aggressiv, aber er versteht, was das Motorrad macht. Das war bei Aprilia sehr wichtig." Und dann gab es überraschenderweise sogar etwas verstecktes Lob für Erzfeind Marc Marquez: "Die Aprilia ist ein bisschen schlechter als die Ducati. Marquez mit einem schlechteren Bike zu schlagen? Das ist unmöglich." Ob diese Einschätzung allerdings 2026 immer noch gilt, darf hinterfragt werden. Aprilia scheint auf dem Vormarsch, mehr dazu hier:
"Er wurde demoralisiert" - Agostini sieht Francesco Bagnaias Problem im Kopf
Auf der anderen Seite des Spektrums von Rossis Schützlingen steht Francesco Bagnaia. Der zweifache MotoGP-Weltmeister erlebte ein miserables Ende seiner Saison 2025 und konnte auch zum Auftakt 2026 nicht zu alter Stärke zurückfinden. "Pecco ist leider etwas verloren momentan", seufzte Rossi. "Beim Bremsen und am Kurveneingang, wo er so stark war, hat er nun Probleme", gab 'Vale' an. Jorge Lorenzo konnte sich selbst im kriselnden Ducati-Star wiedererkennen: "Er ist so ein wenig wie ich damals. Er braucht alles am richtigen Platz. Wenn da etwas ist, das ihm nicht passt, dann leidet er sehr darunter." Rossi stimmte zu: "Ja, er ist ein sehr präziser Fahrer. Er hat einen sehr sauberen Fahrstil."

Letztlich kam die Nummer 46 nicht darum, zuzugeben, dass auch hier sein Erzrivale eine große Rolle spielt: "Wenn Marquez in deine Box kommt und so schnell ist, dann ist das psychisch nicht einfach." Da konnte Rekordweltmeister Giacomo Agostini seinem Nachfolger nur recht geben: "Ich glaube, es ist bei Pecco ein mentales Problem. Er wurde ein wenig demoralisiert. Der Kopf ist alles." Vielleicht bekommt Bagnaia diesen ja 2027 an der Seite seines Freundes Bezzecchi frei. Der Wechsel zu Aprilia scheint beschlossene Sache. Auch unser Experte Tom Lüthi hatte im Interwetten MotoGP-Magazin eine klare Meinung dazu. Hier könnt ihr euch die Episode noch einmal ansehen:



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