Marc Marquez sorgt als herausragender MotoGP-Pilot für Furore auf der Strecke. Doch könnte seine Rolle in Zukunft auch über das reine Fahren hinausgehen? Mit diesem Gedanken wurde der Weltmeister nun konfrontiert. Er wäre bei Weitem nicht der erste Rennfahrer, der einen eigenen Rennstall gründet. Doch dafür muss zuerst ein bedeutender Schritt erfolgen.

Eigenes MotoGP-Team: Valentino Rossi hat bereits eines

Rennfahrer als Teamgründer sind in der Motorradwelt nichts Ungewöhnliches. Mit Lucio Cecchinello und Valentino Rossi haben derzeit zwei Teambesitzer in der Königsklasse eine Vergangenheit als Pilot. Auch Gresini wurde vom 2021 leider verstorbenen Ex-Rennfahrer Fausto Gresini gegründet. In den Nachwuchsklassen finden sich weitere Beispiele wie Aspar von Jorge Martinez oder MLav von Michael Laverty.

Valentino Rossi hat sein eigenes Team, Foto: MotoGP Twitter
Valentino Rossi hat sein eigenes Team, Foto: MotoGP Twitter

Dazu kommt neuerdings ein großes Interesse durch den Einstieg Liberty Medias in den Sport. Ein Investment in ein Team wird bald vielleicht nicht mehr nur aus persönlicher Leidenschaft geschehen, sondern könnte auch finanziell lukrativ sein. Ex-F1-Teamchef Günther Steiner ist nun als Kopf eines Konsortiums der neue Boss bei Tech3 und sogar Lewis Hamilton wurde bereits mit einem MotoGP-Engagement in Verbindung gebracht. Liebäugelt damit auch Marc Marquez?

Marc Marquez stellt klar: Eigenes MotoGP-Team erst nach Karriereende möglich

"Im Moment, nein", stellte der Ducati-Pilot zunächst einmal klar, nachdem er zur Möglichkeit eines eigenen Teams gefragt wurde. Das hat jedoch nichts mit generellem Desinteresse zu tun, sondern mit Professionalität in seinem Beruf als Rennfahrer. "Nein, weil ich bin einfach voll auf das Fahren konzentriert. Solange du ein Fahrer bist, dreht sich dein ganzes Leben darum, das Motorrad zu fahren. Das ist meine Philosophie", erklärte die Nummer 93. In der Zeit als aktiver Sportler werden wir also kein Rennteam von Marc Marquez sehen.

Marc Marquez will sich auf seine aktive Karriere konzentrieren, Foto: Ducati Media
Marc Marquez will sich auf seine aktive Karriere konzentrieren, Foto: Ducati Media

Doch da sich der Superstar mit seinen 33 Jahren und einem von schweren Verletzungen gezeichneten Körper bereits in der Spätphase seiner Karriere befindet, könnte ein solches Engagement in gar nicht allzu weiter Ferne liegen. Das deutet er bereits an: "Aber in Zukunft? Wer weiß? In ein paar Jahren werde ich früher oder später meine Karriere beendet haben. Dann werde ich entscheiden, ob ich das tue."

Die Tür bleibt damit für die Zeit nach dem Karriereende eindeutig geöffnet und der siebenfache MotoGP-Weltmeister betonte dann auch noch einmal explizit, dem Sport langfristig treu bleiben zu wollen: "Ich weiß, dass die MotoGP und das Motorradfahren Teil meines Lebens sind und auch [nach dem Karriereende, Anm. d. Red.] weiter sein werden."

Rennstall als nächster Schritt? Marc Marquez bereits als Nachwuchs-Förderer aktiv

Die Führung eines ganzen Teams ist sicherlich noch einmal eine andere Nummer, aber Marc Marquez hat bereits bewiesen, dass er auch über den Tellerrand seiner eigenen Karriere hinausblickt. Er und Bruder Alex Marquez sind mittlerweile stark in der Nachwuchsförderung engagiert. Moto3-Supertalent Maximo Quiles wird als erster Pilot sogar von ihrer Agentur 'Vertical' gemanagt. Der Youngster ist regelmäßig mit den Brüdern beim Training. Mehr zu Meister und Schüler lest ihr hier:

Moto2-Pilot David Alonso hat der Superstar ebenfalls bereits unter seine Fittiche genommen und auch MotoGP-Rookie Diogo Moreira erhält seine Unterstützung, obwohl dieser bekanntermaßen im Lager der Konkurrenz von Honda fährt. Für das Debüt-Wochenende in Thailand lieh er dem Brasilianer sogar ein Paar seiner Handschuhe, als diese erstmal nicht richtig passten.

Es wäre nur logisch, dass ein eigenes Team des Spaniers vor allem der Nachwuchsförderung dienen würde. Erzrivale Rossi gründete seine VR46-Academy und die daraus resultierenden Teams - von denen heutzutage jedoch nurmehr die MotoGP-Abteilung übrig ist - genau aus diesem Grund. Ob Marc Marquez ebenso verfahren wird oder doch einem anderen Weg sucht, bleibt offen. Das Anliegen der Unterstützung der künftigen Generationen im Motorradsport ist hingegen längst verbrieft.

Was meint ihr? Wird Marc Marquez einmal einen eigenen Rennstall gründen? Sagt es uns in den Kommentaren.