Wer dachte, dass der MotoGP-Test von Sepang für Yamaha nach der Verletzung von Fabio Quartararo am Dienstag nicht mehr schlimmer werden könnte, der irrte gewaltig. Am Mittwochmorgen machte sich im Paddock Verwunderung breit, als keiner der nach Quartararos Ausfall noch fünf verbliebenen Yamaha-Fahrer - die Stammfahrer Alex Rins, Jack Miller und Toprak Razgatlioglu sowie die Testpiloten Augusto Fernandez und Andrea Dovizioso - auf die Strecke ging. Rund anderthalb Stunden nach Testbeginn brachte Yamaha dann Licht ins Dunkel.
Yamaha erkennt Sicherheitsrisiko und stoppt MotoGP-Test
"Das Team untersucht immer noch ein technisches Problem, das gestern auftrat. Als Vorsichtsmaßnahme ist der Test angehalten, bis alle Checks abgeschlossen sind", gab der japanische Hersteller gegenüber 'Crash.net' bekannt. Dieses technische Problem an der Yamaha M1 trat am Dienstagnachmittag bei Fabio Quartararo auf, der nach seinem Sturz noch einmal für einige Runden auf die Strecke ging, schließlich aber mit einem Defekt ausrollte.
Wenig überraschend steckt der neue V4-Motor hinter den Problemen. Weißer Rauch strömte am Dienstagnachmittag aus Quartararos Maschine, die er am Streckenrand abgestellt hatte. Ähnliche Probleme soll es bereits beim größtenteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgehaltenen Shakedown vergangene Woche gegeben haben. Die Ingenieure identifizierten die Probleme am späteren Dienstagabend als Sicherheitsrisiko für die Fahrer. Ehe man nicht die genaue Ursache findet, wird keine der Yamaha-Maschinen in Sepang mehr auf die Strecke gehen.
Yamaha streicht Sepang-Mittwoch, Rückkehr am Donnerstag?
Drei Stunden vor Testende am Mittwoch gab die Teamführung bekannt, dass man Tag zwei bereits endgültig gestrichen habe. "Fabio ist gestern auf der Strecke stehengeblieben. Wir haben das Problem untersucht, aber keine klare Antwort gefunden", erklärte Technikdirektor Max Bartolini. "Wir wissen, was das Problem ist. Wir wissen aber nicht genau, wieso es dazu gekommen ist. Wir haben eine Vermutung, aber wir brauchen eine Bestätigung aus der Fabrik. Im Sinne der Sicherheit der Fahrer - sowohl unserer als auch der anderen Fahrer - haben wir uns entschlossen, das Problem erst richtig zu verstehen und dann wieder auf die Strecke zu gehen. Deshalb haben wir entscheiden, heute nicht zu fahren. Hoffentlich finden wir bis heute Abend eine Lösung, um dann am Donnerstag wieder fahren zu können." Ob es am Donnerstag, dem letzten von drei Testtagen in Sepang, noch einmal zu einem Einsatz von Yamaha kommen wird, ist bislang also offen. Team-Manager Massimo Meregalli versuchte gegenüber 'The Race' zu beruhigen. Man habe im Shakedown bereits 80 Prozent des geplanten Programms absolviert.

Ob sich diese Sichtweise mit jener seiner Fahrer deckt, ist allerdings fraglich. "Wir liegen noch weit zurück", hatte Fabio Quartararo am Dienstag analysiert. "Das größte Thema ist natürlich der Topspeed, aber auch das Turning. Aktuell will das Motorrad überhaupt nicht um die Kurven." Zustimmung gab es von Teamkollege Alex Rins: "Das Turning des neuen Motorrads ist schlechter als beim 2025er-Modell." Rins hatte auf zwei wertvolle Arbeitstage am Mittwoch und Donnerstag gehofft: "Wir haben bislang noch überhaupt nicht am Setup gefeilt, sondern lediglich Teile ausprobiert. Da liegt noch viel Arbeit vor uns." Diese Arbeit liegt nun erst einmal auf Eis.
Yamaha-Probleme trotz konservativer Motorenstrategie
Dass Yamaha schon in der aktuellen Motorenkonfiguration in derartige Schwierigkeiten geraten ist - die Rede ist von Überhitzungsproblemen - ist besorgniserregend. Denn der V4 wurde in Sepang bislang massiv gedrosselt eingesetzt. Im Schnitt fehlten Yamaha damit am Dienstag mehr als 10 km/h Höchstgeschwindigkeit auf die schnellsten MotoGP-Maschinen in Sepang. "Wir sind noch sehr konservativ unterwegs", hatte Technikdirektor Max Bartolini verraten.
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