Es ist kaum zu glauben: Bereits zum dritten Mal in Folge beginnt der MotoGP-Wintertest in Sepang mit einem verletzten Fahrer! Hatten sich 2024 und 2025 Jorge Martin, Fabio Di Giannantonio und Raul Fernandez (Letzterer gleich zweimal, Anm.) mit heftigen Abflügen selbst aus dem Verkehr gezogen, bleibt die MotoGP auch 2026 nicht von einer solchen Hiobsbotschaft verschont. Fabio Quartararo muss nach Tag eins vom restlichen Sepang-Test zurückziehen!

Heftiger Abflug in Kurve fünf: Fabio Quartararo crasht in Sepang folgenschwer

Der Franzose verlor bereits gegen 11:50 Uhr lokaler Zeit, also nur 50 Minuten nach Beginn des Testtages, in Kurve fünf die Front seiner V4-Yamaha und donnerte mit hoher Geschwindigkeit ins Kiesbett. Zur Einordnung: Mit rund 200 km/h fahren die MotoGP-Stars diesen schnellen Linksknick an, selbst am langsamsten Punkt der Kurve haben sie noch knapp 150 km/h drauf. Zweifelsfrei eine Highspeed-Kurve also, weshalb Stürze an dieser Stelle auch nur selten komplett folgenlos enden.

Bereits im Kiesbett sichtlich durchgerüttelt, ging es für Quartararo nach dem Abflug unmittelbar ins Medical Center an der Strecke. Dort wurden umfangreiche Checks durchgeführt, ehe eine vorsichtige Entwarnung folgte. "Das war ein schneller Crash. Es ist aber nichts gebrochen, er ist nur etwas steif", ließ sich Yamaha-Teammanager Massimo Meregalli im MotoGP-Format 'Midday Live' von Boxengassenreporter Jack Appleyard zitieren. Quartararo selbst war dort wenig später auch noch zu sehen. Mit bandagiertem linkem Arm durchs Bild laufend verriet er, am Nachmittag nochmal auf die Strecke gehen zu wollen.

Genau das tat 'El Diablo' auch, aber erst anderthalb Stunden vor Testende. Der erste Run über fünf Runden verlief dabei noch recht vielversprechend, fuhr Quartararo in diesem doch seine schnellste Zeit des Tages. Anschließend verließ ihn das Glück aber schnell wieder. Das zweite Outing musste er nach sieben Umläufen mit einem Defekt an seiner V4-Yamaha im ersten Sektor beenden, sodass es im dritten und letzten Run dann nur noch zu vier weiteren Runden reichte. Tag eins zum Sepang-Test beendete Quartararo damit lediglich mit 24 absolvierten Umläufen, die mit großem Abstand wenigsten aller Stammfahrer.

Fabio Quartararo beendet Sepang-Test: "Macht so keinen Sinn!"

Und das Schlimme: Es werden an Mittwoch und Donnerstag auch keine weiteren Runden mehr hinzukommen! Denn wie Quartararo beim MotoGP-Format 'After the Flag' selbst verkündete, ist der Sepang-Test für ihn bereits gelaufen. "Mein Arm ist etwas steif, außerdem habe ich mir einen Finger gebrochen", berichtete er. "Deshalb haben wir uns dazu entschieden, die nächsten zwei Tage nicht mehr zu fahren. Wir denken, dass das die beste Entscheidung ist. Wenn es ein Rennwochenende wäre, könnte ich schon weitermachen, aber so macht es keinen Sinn, noch zwei Tage zu fahren. Ich bin etwas traurig, denn ich will eigentlich weitermachen. Der Arm ist okay, aber für meinen Finger ist das mit Blick auf das erste Rennen besser so."

Glück im Unglück: Aufgrund von Yamahas Position in Concession-Rang D konnte Quartararo immerhin schon vergangene Woche beim Shakedown etliche Runden an Bord des neuen V4-Motorrads drehen. Ihn trifft das Aus im Sepang-Test also bei Weitem nicht so hart wie Martin, Di Giannantonio oder Fernandez im Vorjahr, zumal einer Rückkehr beim abschließenden Buriram-Test in zweieinhalb Wochen (21. und 22. Februar) nichts im Weg stehen sollte. "Natürlich hätten wir noch viel vor der Brust gehabt, aber wir haben auch schon viel testen können", erkannte auch Quartararo selbst, der nun die Arbeit seiner Teamkollegen vom Streckenrand aus verfolgen wird: "Wir brauchen noch mehr Topspeed und besseres Turning. Da haben wir noch viel Luft nach oben. Hoffen wir, dass wir bis Thailand etwas finden."

Zum Sturz selbst hatte der Franzose übrigens nicht viel zu sagen. "Ich habe die Front ziemlich schnell verloren. Ich weiß nicht wirklich, was passiert ist", rätselte er. "Das war ein schneller Abflug, ich bin tief ins Kiesbett gerutscht. Wir hatten heute kein Glück, aber das hätte auch noch deutlich schlimmer enden können."

Gut für Fabio Quartararo: Seine persönliche Zukunft scheint er ohnehin schon fixiert zu haben, es braucht im Sepang-Test also keine Eigenwerbung. Markus bringt euch in unserem aktuellen Video auf den neusten Stand:

Quartararo und Martin sorgen für MotoGP-Transferwahnsinn (07:35 Min.)