Der MotoGP-Titel? Der führt auch im Jahr 2026 nur über Marc Marquez! Wer ernsthaft an der Favoritenrolle des amtierenden Weltmeisters zweifelte, der wurde bereits am ersten Testtag in Sepang eines Besseren belehrt. Am Dienstag erstmals seit dem verhängnisvollen Rennsonntag am 5. Oktober 2025 in Mandalika wieder auf einem MotoGP-Bike sitzend, sendete Marquez zum Auftakt der MotoGP-Wintertests direkt ein deutliches Ausrufezeichen.

Marc Marquez gesteht: Von eigener Bestzeit in Sepang überrascht

Lange Zeit mit einer Art Respektabstand zur Spitze unterwegs, brannte der spanische Superstar knapp 20 Minuten vor Schluss nämlich die Bestzeit an Testtag eins in den Asphalt. In 1:57.018 Minuten umrundete er den Sepang International Circuit und war damit nur eine halbe Sekunde langsamer als Bruder Alex am letzten Testtag des Vorjahres. Fabio Di Giannantonio verlor als erster Verfolger der Nummer 93 bereits 0,256 Sekunden, Maverick Vinales lag als Dritter weitere 21 Tausendstelsekunden zurück.

"Das hat mich selbst überrascht", gestand Marquez wenige Zeit später in seiner Medienrunde. Auch er selbst hatte also nicht erwartet, nach seiner viermonatigen MotoGP-Zwangspause gleich wieder so schnell zurückzukommen. Im Qualifying zum Malaysia-GP 2025, welches er verletzt vom heimischen Sofa aus verfolgte, hätte ihm diese Rundenzeit übrigens Startplatz drei eingebracht - Polesitter Francesco Bagnaia war nur 0,017 Sekunden schneller. Ein weiterer Beleg dafür, wie gut sich Marquez am Dienstag aus der Winterpause zurückmeldete. Doch er selbst schenkte dem erstmal keinerlei Beachtung: "Das ist heute nicht das Wichtigste."

Vielmehr ging es Marquez natürlich um seinen körperlichen Zustand. Die harte Arbeit im Fitnessstudio scheint sich ausgezahlt zu haben. "Es sieht so aus, als wäre Marc schon wieder nahe an den 100 Prozent. Das wird bis zum ersten Rennen kein Problem mehr sein", zeigte sich bereits Ducati-Teammanager Davide Tardozzi bei 'After the Flag' optimistisch und auch Marquez selbst meinte dann in seiner Medienrunde: "Heute Morgen war ich noch sehr steif, aber Nachmittags habe ich mich dann schon recht wohl gefühlt. Für den ersten Tag war das okay."

Marc Marquez drehte seine ersten MotoGP-Runden seit Anfang Oktober 2025, Foto: IMAGO / PRESSE SPORTS
Marc Marquez drehte seine ersten MotoGP-Runden seit Anfang Oktober 2025, Foto: IMAGO / PRESSE SPORTS

Das erklärte Ziel ist es nun, bis zum Saisonstart in Thailand (27. Februar bis 1. März) vollständig fit zu werden. "Wir sind heute nur kurze Runs gefahren, immer nur zwei bis drei Runden", erinnerte Marquez, noch nicht vollkommen über den Berg zu sein und gab an: "Wenn ich heute zu viel Energie verbraten hätte, hätte ich Morgen und Übermorgen viel darunter gelitten. Ich hoffe jetzt, dass ich mich Morgen immer noch so wie heute fühlen werde. Wir haben noch drei Wochen [bis zum Buriram-Test, Anm.] und auf kurzen Outings fühle ich mich okay. Dieser Test ist also das beste Training für Buriram. Wir werden hiernach analysieren, wo ich noch Schwächen habe, um dann daran arbeiten zu können."

Quartararo und Martin sorgen für MotoGP-Transferwahnsinn (07:35 Min.)

Marc Marquez schon jetzt tonangebend: Was heißt das für die MotoGP?

Sollte die MotoGP-Konkurrenz also besorgt sein, dass selbst ein noch nicht 100 Prozent fitter Marc Marquez schon wieder zweieinhalb Zehntel enteilt ist? Ja und Nein. "Ich habe meine frischen Reifen erst am Ende aufgezogen", argumentierte der Spanier einerseits. Doch das gilt eben auch für Di Giannantonio und Vinales, die sich trotzdem ein gutes Stück geschlagen geben mussten. Der Speed auf eine Runde scheint also schon wieder zu passen. "Wenn ich mich gut fühle, bin ich schnell", gab dann auch Marquez selbst zu. Allerdings meinte er auch: "Alex [Marquez] ist seine beste Runde in den schlimmsten Bedingungen um 13 Uhr gefahren und auch Pecco [Bagnaia] ist sie in der Hitze gefahren."

0,469 respektive 0,702 Sekunden verlor das Duo mit ihren jeweiligen Bestzeiten aus der schwülwarmen Mittagszeit auf Marquez. Wo die beiden Piloten im Vergleich mit der Nummer 93 tatsächlich stehen, lässt sich jedoch schwer einschätzen, weil beide in den Abendstunden auf 'Timeattacks' verzichteten. Da Sepang aber stets zu den schlechteren Strecken von Marc Marquez und den besseren Strecken von Alex Marquez und Bagnaia zählte, ist ihr Rückstand schon etwas besorgniserregend. 2025 führte Marc Marquez beispielsweise keinen einzigen Testtag in Sepang an, lag am letzten Testtag sogar eine halbe Sekunde hinter Bruder Alex zurück. Und was im weiteren Saisonverlauf dann passierte, ist hinlänglich bekannt. "Für mich geht es hier in Sepang nur darum, in der Führungsgruppe dabei zu sein. Ich weiß, was ich brauche, um über die komplette Saison schnell zu sein", warnte auch der amtierende Weltmeister etwas unbeabsichtigt.

Denn in der Führungsgruppe war er am Dienstag zweifelsfrei dabei, führte sie sogar komfortabel an - und das ohne hundertprozentige Fitness. Mit Marc Marquez wird also auch 2026 wieder zu rechnen sein, zumal sein Gefühl für die neue Desmosedici GP26 nicht schlechter geworden zu sein scheint. "Ich habe Ducati gebeten, den heutigen Vormittag nur für mich zu bekommen, um wieder ein Gefühl für das Motorrad und meinen Körper zu entwickeln. Nachmittags haben wir dann angefangen, ein paar Dinge zu testen", berichtete Marquez und meinte: "Der Charakter des neuen Motorrads scheint sehr ähnlich zu sein wie letztes Jahr." Und welche Ergebnisse der 32-Jährige aus Cervera mit der GP25 so einfuhr, ist ebenfalls bekannt.

Was meint ihr: Droht der MotoGP 2026 sogar eine noch dominantere Saison von Marc Marquez als 2025? Sagt uns eure Meinung in den Kommentaren!

Fabio Quartararo erlebte derweil einen katastrophalen Start in den Sepang-Test. Er muss nach dem Dienstag schon wieder aufgeben, hat sich bei einem heftigen Abflug verletzt. Alle Infos dazu findet ihr hier: