Die vergangene Woche war eine der wildesten, die die MotoGP in ihrer langjährigen WM-Geschichte je erlebte. Fabio Quartararo zu Honda, Jorge Martin zu Yamaha. Am Fahrermarkt schlugen am Donnerstag innerhalb weniger Stunden zwei Bomben ein. Zudem folgten am Freitag erste Berichte, wonach Ducati mit Marc Marquez verlängert und sich zusätzlich die Dienste von Pedro Acosta gesichert hätte. Die logische Folge: Francesco Bagnaia wäre seinen Arbeitsplatz los. Paukenschlag um Paukenschlag also. Da konnte schnell mal übersehen werden, dass auch der amtierende Vizeweltmeister vor einem Herstellerwechsel stehen könnte.
KTM baggert: Alex Marquez vor MotoGP-Wechsel?
Gemeint ist damit natürlich Alex Marquez, der jüngere Bruder von Marc. Dessen Leistungen waren im Vorjahr bekanntlich explodiert: Drei Grand-Prix-Siege, drei Sprinterfolge, eine Pole Position und 467 Punkte standen letztlich zu Buche. Da konnte - abgesehen von Marc Marquez - kein anderer Ducati-Pilot mithalten. Der Lohn war die Beförderung auf eine aktuelle Werksmaschine zur Saison 2026, aber offenbar auch das Interesse anderer Werke. Oder besser gesagt: Vor allem das Interesse eines Werkes - KTM.
"Ich bin sehr glücklich bei Gresini", entgegnete Alex Marquez am Montag vor Beginn der Testfahrten in Sepang zwar der versammelten MotoGP-Presse, einen Transfer wollte er aber gewiss auch nicht ausschließen. Vielmehr goss der 29-Jährige aus Cervera sogar noch mehr Öl ins Feuer: "Jeder Fahrer hat das Ziel, in einem Werksteam zu fahren. Wir arbeiten daran, die bestmöglichen Optionen zu haben, wenn es Zeit ist, sich zu entscheiden. Gresini ist wahrscheinlich meine solideste Möglichkeit, aber vielleicht ist es auch an der Zeit, Risiko einzugehen. Es weiß ja niemand, wer mit dem neuen Reglement das beste Motorrad haben wird."
Vielleicht ja KTM? "Ich werde entscheiden, was das Beste für meine Zukunft ist, wenn der Zeitpunkt gekommen ist", beteuerte Marquez, sich noch auf keine Option festgelegt zu haben. Doch wie Oriol Puigdemont von 'Motorsport.com' am Montagnachmittag berichtet, soll sich der Gresini-Pilot bereits in den finalen Vertragsverhandlungen mit KTM befinden. Allzu lange könnte es also nicht mehr dauern, bis auch hier Klarheit geschaffen wird. "Mehr als 50 Prozent des Grids werden ihre Zukunft schon vor dem ersten Rennen fixiert haben", gestand Marquez auch selbst.
KTM kämpft um Pedro Acosta, doch ist dessen Abschied schon fix?
Doch könnte wirklich ein Wechsel zu KTM ins Haus stehen? Motorsportchef Pit Beirer zeigte sich jedenfalls nicht abgeneigt. "Als aktueller Vizeweltmeister hätte er sich [einen Platz in einem Werksteam, Anm.] sicher mehr als verdient. Ich wünsche ihm alles Gute für seine nächsten Schritte", erklärte er am Samstag im Exklusivinterview mit Motorsport-Magazin.com . Der Deutsche meinte zuvor allerdings auch: "Wir werden wie gesagt alles daran setzen, Pedro bei uns zu halten. Deshalb werden wir aktuell keine anderen großen Namen jagen. Wir haben eine ganz klare Vereinbarung, dass vor dem Sepang-Test nichts passiert. Momentan versuchen wir die vier Fahrer, die wir haben, an Bord zu halten. Damit wären wir sehr glücklich für die Zukunft."
Die Hoffnung auf einen Verbleib von Pedro Acosta lebt also noch, doch sie scheint mit jedem Tag kleiner zu werden. "Ich weiß nicht, wann meine Zukunft verkündet wird", antwortete der 'Hai von Mazarron' am Montag auf Fragen bezüglich seiner Wechselgerüchte und deutete damit an, dass die finale Entscheidung schon gefallen sein könnte. Es geht womöglich also wohl nur noch um das 'Wann' und nicht mehr um das 'Ob'.
Sollte Acosta tatsächlich wie zu erwarten zu Ducati wechseln, könnte KTM 2027 zum ersten Mal in der eigenen MotoGP-Geschichte beide Plätze im Werksteam neu besetzen. Denn die Beförderung von Maverick Vinales soll laut Mela Chercoles von der Tageszeitung 'AS' schon feststehen und Teammanager Aki Ajo bestätigte den 31-Jährigen unlängst auch als ernsthafte Option, selbst im Falle eines Acosta-Verbleibs. Durchaus möglich also, dass das KTM-Werksteam im kommenden Jahr mit der Fahrerpaarung Vinales / Alex Marquez an den Start gehen wird. Wie es in diesem Szenario mit Brad Binder weitergehen würde, ist aktuell noch völlig unklar.
Plätze sind im MotoGP-Feld für 2027 jedenfalls noch genug zu vergeben. Hier könnt ihr euch einen Überblick verschaffen:



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