Zweiter MotoGP-Testtag in Sepang, zweiter Schock für Yamaha! Nachdem Starfahrer Fabio Quartararo am Dienstag heftig gestürzt war und sich daraufhin nach nur 24 gedrehten Runden vom restlichen Sepang-Test zurückziehen musste, droht dieses Schicksal nun auch der kompletten Yamaha-Truppe. In Folge eines technischen Problems am neuen V4-Motor, welches am Dienstagabend entdeckt wurde, blieben am Mittwoch alle M1-Piloten als Vorsichtsmaßnahme in der Garage. Ob sie am Donnerstag nochmal ins Geschehen eingreifen können, ist aktuell noch ungewiss. Zumindest die Absicht besteht aber.

Das Ergebnis: Im Angesicht des Yamaha-Dramas sicherte sich ausgerechnet Joan Mir vom japanischen Erzrivalen Honda am Mittwoch die Tagesbestzeit. Dem Spanier gelang in 1:56.874 Minuten eine starke Rundenzeit. Nicht nur, weil er damit anderthalb Zehntel schneller war als Marc Marquez am Vortag, sondern auch fünfeinhalb Zehntel schneller als er selbst im letztjährigen Qualifying zum Malaysia-Grand-Prix. Die neue Honda RC213V scheint also definitiv gut zu funktionieren. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Mir seine Rundenzeit bereits in den Morgenstunden bei idealen Bedingungen fuhr und gegen Abend keine Verbesserungen mehr möglich waren, nachdem es zwei Stunden vor Testende zu regnen begonnen hatte. Noch ist die Honda-Bestzeit also mit Vorsicht zu genießen.

Auf Platz zwei landete am Mittwoch Franco Morbidelli. Ihm fehlten 0,109 Sekunden auf die Bestmarke von Mir. VR46-Teamkollege Fabio Di Giannantonio wurde Dritter, dicht gefolgt von Pedro Acosta, Maverick Vinales und Marco Bezzecchi. Die Top-Sechs trennte lediglich zweieinhalb Zehntel, vier der fünf MotoGP-Hersteller präsentierten sich also in guter Form. Francesco Bagnaia wurde Achter, Alex Marquez Zwölfter und Marc Marquez ließ es nach Bestzeit am Vortrag ruhig angehen. Mit 1,512 Sekunden Rückstand klassifizierte er sich nur auf Platz 15.

Alex Marquez fliegt ab, Regen in Abendstunden

Stürze, Defekte & Zwischenfälle: Nach zahlreichen Abflügen und technischen Gebrechen am Vortag gelang den MotoGP-Teams und -Piloten am Mittwoch ein sehr sauberer Testtag. Abgesehen vom Yamaha-Desaster natürlich, sorgte einzig Alex Marquez für negative Schlagzeilen. Der Vizeweltmeister des Vorjahres stürzte nach knapp zwei Stunden in Kurve fünf - also jener Stelle, an der sich am Dienstag Quartararo verletzte. Anders als 'El Diablo' blieb Alex Marquez glücklicherweise aber unverletzt und konnte wenig später schon wieder ausrücken. Einzig sein Motorrad wurde beim Abflug ins Kiesbett ordentlich ramponiert, speziell an der Front.

Sturz von Alex Marquez beim MotoGP-Test in Sepang
Alex Marquez und seine kaputte Gresini-Ducati im Kiesbett von Kurve fünf, Foto: gp-photo.de/Ronny Lekl

Weitere Stürze oder Technikgebrechen blieben am Mittwoch aus. Primär auch deshalb, weil in den heißen Mittagsstunden kaum gefahren wurde. Die MotoGP-Stars hatten wohl damit kalkuliert, gegen Abend in kühleren Bedingungen nochmal ausgiebig testen zu können. Da machte ihnen aber der Regen einen Strich durch die Rechnung, denn in den letzten zwei Stunden des Testtages rückten dann nur noch Morbidelli, Vinales und Diogo Moreira für kurze Runs aus.

Die Technik: Neue Teile gab es am Mittwoch kaum zu sehen, stattdessen experimentierten die MotoGP-Teams primär mit jenen Neuerungen, die schon am Dienstag erstmals an die Motorräder geschraubt wurden. Marc Marquez hatte beispielsweise erstmals die neue Front- und Seitenverkleidung Ducatis im Einsatz. Zumindest eine Neuerung gab es aber auch am Mittwoch zu sehen. Aprilia testete eine neue Heckflügel-Variante, die aus gleich sechs Elementen bestand und an Bargeboards aus der Formel 1 erinnerte. Bereits die dritte Heckflügel-Variante, die der Hersteller aus Noale in Sepang im Einsatz hatte.

Ihr habt verpasst, was an Testtag eins in Sepang so alles passiert ist? Keine Sorge, Markus bringt euch in unserem aktuellen Video auf den neusten Stand:

MotoGP-Schock für Fabio Quartararo in Sepang: Sturz, Verletzung (08:57 Min.)