Die MotoGP-Saison 2026 steht in den Startlöchern. An diesem Wochenende in Thailand werden endlich wieder Rennen gefahren. Vor dem Auftakt in Buriram sprach Motorsport-Magazin.com mit unserem hauseigenen Experten Tom Lüthi ausführlich über die neue Saison und seine Erwartungen an das MotoGP-Jahr 2026.

MotoGP 2026: Ducati gegen Aprilia, mit KTM-Beteiligung

In den Testfahrten, vor allem an den finalen beiden Tagen in Buriram - präsentierte sich Aprilia bärenstark. Besonders Marco Bezzecchi, aber auch Trackhouse-Pilot Ai Ogura glänzten über eine schnelle Runde ebenso wie im Longrun. Für Tom Lüthi aber ist klar: Der Weg zur MotoGP-Krone führt einmal mehr über die Titelverteidiger aus Borgo Panigale: "Ducati ist weiterhin der dominante Hersteller, aber Aprilia hat auf jeden Fall einen Schritt gemacht. Wenn es dann an einzelne Strecken geht, auf denen Aprilia schon in der Vergangenheit stark war, dann könnten sie Ducati vielleicht sogar überholen. Ich sehe also einen Kampf Ducati gegen Aprilia, in den hin und wieder auch eine KTM eingreifen könnte." Die gesamte 1. Folge unseres Interwetten MotoGP-Magazins mit Tom Lüthi kannst du hier ansehen:

Alphatier Marc Marquez - Tom Lüthi: Bagnaia musste weg! (28:42 Min.)

Während sich Ducati, Aprilia oder auch KTM also Hoffnungen auf eine erfolgreiche MotoGP-Saison 2026 machen dürfen, hinkt Yamaha mit dem neuen V4-Motor gnadenlos hinterher. Tom Lüthi sieht wenig Licht am Ende des Tunnels: "Yamaha hat definitiv Probleme. Die Testfahrten haben in Sepang und Buriram stattgefunden - zwei völlig verschiedene Strecken. Und Yamaha war auf beiden wirklich abgeschlagen. Für sie wird das eine sehr lange Saison werden."

Tom Lüthi: Vertrauen zwischen Yamaha und Fabio Quartararo verloren

Dass die Nerven bereits jetzt blank liegen, zeigte sich zuletzt bei den Testfahrten in Buriram. Völlig frustriert zeigte Starpilot Fabio Quartararo seinem Motorrad den ausgestreckten Mittelfinger. "Fabio hat mit Yamaha riesige Erfolge gefeiert und ist Weltmeister geworden. Dadurch entsteht ein riesiges Vertrauen. Dieses Vertrauen gegenüber dem Werk bröckelt jetzt aber oder ist vielleicht sogar schon völlig zerfallen", analysiert Lüthi. "Er kann jetzt eigentlich nur noch auf Wunder hoffen und muss währenddessen hart weiterarbeiten. Das gilt für die Techniker und Ingenieure gleichermaßen. Mental ist es aber sehr schwierig, nicht den Glauben an die eigenen Fähigkeiten zu verlieren. Ich hoffe für ihn, dass er vielleicht - wie im Vorjahr - hin und wieder über eine einzelne Runde schnell sein und sich so wieder ein bisschen Vertrauen erarbeiten und Schwung mitnehmen kann. Wenn aber gar keine Erfolge kommen, könnte seine Motivation völlig verlorengehen und dann wird er auch nicht mehr das Maximum aus dem Paket herausholen können."

Yamaha-Stimmung am Tiefpunkt! Stinkefinger für MotoGP-Bike (08:42 Min.)

Dafür bekannt, dass er immer das volle Potenzial seines Motorrads abruft, ist Marc Marquez. Der Titelverteidiger ist für Tom Lüthi deshalb auch 2026 der große Favorit auf den MotoGP-Weltmeistertitel: "Marc Marquez ist fahrerisch immer noch der Beste auf der Strecke und steht vor allem auch mental über allen anderen. Ich gehe davon aus, dass Marc den Titel erneut vorzeitig fixieren wird, weil es in 22 Sprints und 22 Grands Prix einfach so viele Punkte zu holen gibt."

Marc Marquez spielt in Tests mit Limit

Dass der Ducati-Star zuletzt bei den Testfahrten in Buriram an zwei Tagen gleich drei Mal zu Sturz kam, sieht Lüthi nicht als besorgniserregend an: "Das ist für Marc 'Business as usual'. Er geht bei den Testfahrten bewusst mehr Risiko, um das Limit auszuloten. Wenn ihm dann das Vorderrad einklappt, kann er sich das für das Rennwochenende abspeichern. Dann nimmt er gerade so viel Speed raus, dass er dennoch schnell ist. Die Stürze sind für mich kein Grund zur Sorge."

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