Marc Marquez sorgte am Rennsonntag in Austin gleich doppelt für Aufsehen. Während sein mit Absicht herbeigeführter Start-Abbruch für manche noch als Coup eines Regelfuchses gelten kann, so ist die Bewertung des Rennens eindeutig. Der Ducati-Star stürzte klar in Führung liegend und warf so den erarbeiteten WM-Vorteil aus dem dominanten Saisonstart komplett weg.
Mein Fehler! Marc Marquez sucht keine Ausreden für Austin-Desaster
Eigentlich lief alles wie erwartet. Marc Marquez fuhr auf seiner Paradestrecke allen davon. Danach schaltete er auf den Verwaltungsmodus um. Der fatale Moment kam daher für alle überraschend, auch für ihn selbst. "Wir hatten das schwierigste hinter uns. Im leichtesten Moment des Rennens, als ich den Abstand kontrollieren wollte, habe ich den Kerb in Kurve 5 etwas zu sehr geschnitten und dabei die Front verloren. Das war komplett mein Fehler. Ich kann mich nur beim Team entschuldigen", gab die Nummer 93 an. Auf den Kerbs war die Strecke nach vorherigem Regen wohl noch etwas rutschiger als sonst.
Wurde Marquez angesichts seiner Überlegenheit da ein bisschen übermütig? Er widerspricht dieser These: "Nein, den Kerb habe ich schon in einigen Runden zuvor geschnitten. Diesmal war es einfach zu viel, da war ich zu optimistisch. Ich war voll konzentriert, nicht mit zu viel Selbstvertrauen. Ich fuhr einfach und achtete auf die harten Bremspunkte wie Kurve 11 und Kurve 12. In der restlichen Runde fühlte ich mich sehr sicher."
Fußraste weg: Chancenloser Marc Marquez gibt auf
Ein trügerisches Gefühl. "Ich habe den Kerb zu sehr geschnitten. Das war der Fehler und ich habe 25 Punkte verloren", lautet die einfache Rechnung. Im Endeffekt muss der sechsfache MotoGP-Champion hart mit sich ins Gericht gehen: "Wir haben unseren Vorteil in einem leichten Rennen auf schlimmste Art genutzt." Nach dem Sturz wollte er dennoch ein paar Punkte einsammeln und fuhr weiter. Allerdings war auch dieses Unternehmen nicht von Erfolg gekrönt.
"Das Problem war die Fußraste. Als ich den Kerb in Kurve 5 traf, brach sie ab und dann war es schwierig, weiterzumachen. Ich fuhr noch drei Runden weiter, aber erkannte, dass ich 19ter war. Ich dachte mir, dass nicht mehr vier oder fünf Fahrer stürzen würden. Wenn du 15ter oder 16ter bist, dann bleibst du draußen", erklärte Marquez seine Aufgabe mit einer waidwunden Ducati. Letztlich war seine Einschätzung trotz weiterer Ausfälle richtig. Den letzten Punkt sicherte sich Lorenzo Savadori, der Marquez in diesen drei Runden überholt hatte und ihm daraufhin davonfuhr.
Austin als Warnschuss: MotoGP-Titel kein Selbstläufer für Marc Marquez
Es war das punktelose Ende eines Rennes, welches aufzeigte, wie Schmal der Grat der vermeintlichen Dominanz ist. Einerseits demonstrierte Marquez genau die überlegene Pace, die die Konkurrenz vom Austin-Spezialisten befürchtet hatte. Andererseits deuteten ein Sturz im Training und ein Schreckmoment im Sprint bereits an, auf welch wackligem Fundament der 'Spaziergang' stand. Am Sonntag gab es dann keine Rettungstat mehr.
Für alle, die glaubten, dass Marc Marquez für den WM-Titel noch nicht einmal ans Limit gehen muss, war Austin eine Lehre. Die Serie von fünf Siegen in Folge (drei Sprints und zwei Grand Prix) ist durch einen einzigen Fehler bereits negiert. Bruder Alex Marquez hat die WM-Führung übernommen und sein wiedererstarkter Teamkollege Francesco Bagnaia ist wieder in Reichweite. Mit dem Rennen in Katar kommt nun auch noch eine Strecke, die ihm im Gegensatz zu Thailand, Argentinien und Austin nicht liegt. Dort hat er bisher nur in seinem Überjahr 2014 gewinnen können.
Wie Marquez vor dem Start die Rennleitung komplett überrumpelte, das hat Markus in seiner Analyse für euch aufgearbeitet:



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