Die Formel-1-Saison 2025 geht heute zu Ende. Beim Saisonfinale wird möglicherweise nicht nur ein neuer Weltmeister gekürt, die Fans müssen sich auch von einigen langjährigen Wegbegleitern verabschieden. Mit der Saison 2026 gibt es in der Königsklasse des Motorsports so viele Veränderungen wie schon lange nicht mehr. Motorsport-Magazin.com fasst zusammen, wer und was heute seinen vorerst letzten Auftritt in der Formel 1 hat.
Das technische Reglement: Eine umstrittene Ära geht zu Ende
Seit Jahresbeginn hängt das Ende des Reglementzyklus wie ein Damoklesschwert über der Formel 1. Neue Motoren, neue Reifen, neuer Treibstoff, neues Aerodynamik-Konzept. Damit geht die seit 2022 laufende Ära in Rente – und die Fahrer könnten nicht glücklicher sein. Die Ground-Effekt-Autos mussten viel Kritik einstecken: zu steif, zu schwer, zu hart. Aufgewirbelte Luft durch die komplexen Unterböden machte das Hinterherfahren zu einer Herausforderung, Überholen war oft unmöglich.
2026 werden die Autos kürzer, schmäler und leichter. Von der Grundbasis des Motors, dem 2014 eingeführten 1,6 Liter V6 Turbo-Antrieb, müssen sich die Fans nicht verabschieden, dafür aber von vielen anderen Motorbausteinen, darunter die MGU-H. Die Formel 1 setzt in Zukunft auf halb-elektrische Antriebe und aktive Aerodynamik. Der Ground-Effekt geht nicht in Vollpension, aber 30 Prozent weniger Abtrieb soll das Problem mit der Dirty Air eindämmen. Details zum neuen Aerodynamik-Konzept gibt es hier:
DRS: Überhol-Hilfe "MOM" ersetzt Flügelklappe
In der kommenden Saison ändert sich auch die Art des Überholens. Das "Drag Reduction System" (DRS) wird in Abu Dhabi zum letzten Mal eingesetzt. Seit 2011 können die Piloten mit einem Knopf eine Klappe am Heckflügel öffnen, um beim Überholen den Luftwiderstand zu verringern und mehr Geschwindigkeit zu generieren. Der alte Bekannte wird 2026 durch den "Manuel Override Mode", kurz MOM, ersetzt. Dabei darf ein Verfolger die Batterie seiner Power Unit über das eigentlich vorgegebene Limit leeren, um an seinem Vordermann vorbeizugehen. Mit welchen Vorgaben Fahrer den MOM verwenden dürfen, ist noch nicht klar.
Yuki Tsunoda: Am Red Bull gescheitert
Es hat sich bereits seit Längerem angekündigt. Yuki Tsunoda fährt heute sein vorerst finales Formel-1-Rennen. Er wird 2026 zum Reserve- und Testfahrer der Red-Bull-Familie degradiert. Tsunoda gab 2021 sein F1-Debüt bei den Racing Bulls (damals AlphaTauri). Beim berühmt-berüchtigten Saisonfinale fuhr er mit dem vierten Platz sein bis dato bestes Karriere-Ergebnis ein. 2025 wurde er als Ersatz für Liam Lawson zu Red Bull Racing befördert, seine Leistung war jedoch größernteils enttäuschend. Das Cockpit neben Max Verstappen übernimmt 2026 Isack Hadjar, bei den Racing Bulls rückt Arvid Lindblad nach.
Sauber: Abschied zum Neubeginn
Den Namen "Sauber" wird es ab 2026 in der Formel 1 nicht mehr geben. Der Schweizer Rennstall ist seit dem Einstieg 1993 unter dem Namen seines Gründers etabliert, nur zwischen 2019 und 2023 traten sie als Alfa Romeo an. Selbst in der Zeit als BMW-Werksteam hieß die Mannschaft von 2006 bis 2009 BMW Sauber F1 Team. Mit dem Übergang zum Audi-Werksteam verschwindet der Traditionsname. Damit endet auch die Zusammenarbeit mit dem langjährigen Motorenlieferanten Ferrari. Teamgründer Peter Sauber ist zum Abschied nach Abu Dhabi gereist und wird das letzte Rennen des Teams unter seinem Namen live mitverfolgen.
Renault, Ford und Honda: Neue Motorenpartnerschaften
Nicht nur Sauber wird 2026 auf einen neuen Motorenlieferanten setzen. Drei weitere Teams trennen sich von ihren Partnern und schlagen neue Wege ein. Der hochkarätigste Ausstieg ist Renault. Seit 1977 ist der französische Automobilhersteller in der Formel 1 vertreten, seit 2002 unter eigenem Namen. 2021 benannte sich das Team in Alpine um. Nach erfolglosen Jahren gehen Alpine und der Kult-Antriebslieferant nun getrennte Wege. Zukünftig wird das Team um Flavio Briatore Kunde von Mercedes.
Auch Red Bull und die Racing Bulls trennen sich von ihrem langjährigen Partner Honda und entwickeln ab 2026 zusammen mit Ford ihre eigenen Motoren. Honda verabschiedet sich aber nicht aus der Formel 1, sondern beliefert künftig Aston Martin.
Der C6-Reifen: Auf Wiedersehen zur weichsten Mischung
Im kommenden Jahr speckt Pirelli an mehreren Fronten ab. Die 18-Zoll-Felgen bleiben, aber um sich den kleineren Dimensionen des Autos anzupassen, raspelt der italienische Reifenhersteller 2,5 cm Breite an den Vorder- und 3 cm an den Hinterreifen ab. Dazu wird 2026 auf die weichste mögliche Mischung, den C6-Reifen, verzichtet. Der rote Pneu hatte eine kurze Lebensdauer. Er wurde erst 2025 ins Sortiment aufgenommen, um durch mehr Verschleiß spannendere Rennen auf Stadtkursen zu garantieren. Im nächsten Jahr geht die Formel 1 wieder mit fünf möglichen Reifenmischungen in die Saison.
Imola: Kein Großer Preis der Emilia Romagna 2026
Einen Formel-1-GP auszutragen, ist der Traum von vielen Orten. Aber mit nur 24 Slots im Kalender ist das Kontingent begrenzt. Deshalb müssen sich die Tifosi nach 32 F1-Rennen vom Autodromo Enzo e Dino Ferrari verabschieden. Es ist nicht das erste Mal, dass die Rennstrecke in Imola aus dem Kalender genommen wird. Nach dem Debütrennen 1980 gastierte die Formel 1 bis 2006 im Rahmen des San Marino GP in der Nähe von Bologna. 2020 kam das Autodromo als Großer Preis der Emilia Romagna wieder zurück. 2026 wird das zweite F1-Rennen in Italien durch ein Stadtrennen in Madrid ersetzt.



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