Es ist nicht der Start in die zweite Formel-1-Saisonhälfte, den sich Lewis Hamilton erhofft hat. Im ersten Freien Training auf dem Circuit Zandvoort reichte seine Zeit nur für den 15. Platz. Mehr als eineinhalb Sekunden fehlten ihm auf die Bestzeit von Lando Norris. Im zweiten Freien Training konnte er den Abstand auf 0,848 Sekunden verkleinern, für Furore sorgte sein sechster Platz aber nicht.
"Es war nicht der schlechteste Tag", gab sich Hamilton pragmatisch nach der Trainingseinheit am Nachmittag. "In FP1 waren wir sehr weit weg [von McLaren], viel weiter als normal. Aber wir haben zwischen FP1 und FP2 Fortschritte gemacht." Trotzdem braucht es noch viel Arbeit, um den Abstand zur Spitze zu schließen. Das Spektakulärste an Hamiltons Trainingsfreitag waren seine zwei 360-Grad-Dreher.
Hamilton dreht sich: "Zu viel gepusht"
Das erste Mal drehte sich der Ferrari-Pilot kurz nach dem Start von FP1. Im Ausgang der Gerlachbocht nahm Hamilton auf einer schnellen Runde zu viel vom Kerb mit. Sein Heck brach aus und er rutschte bis in die dritte Kurve. Dass ein Unfall in der überhöhten Hugenholtzbocht dramatisch enden kann, zeigte Lance Stroll im FP2. Während der Aston-Martin-Pilot unverletzt blieb, brach sich Daniel Ricciardo 2023 seine Hand.
Hamilton legte hingegen einen eleganten Spin hin und konnte weiterfahren. Nur seine Medium-Reifen waren danach hinüber, wie er funkte: "Ich habe einen Plattfuß." Warum ihm der Fahrfehler passierte, weiß Hamilton genau: "Ich habe zu viel gepusht. Unsere Fahrqualität ist nicht dort, wo wir sie haben wollen. Das Auto ist sehr unberechenbar."
Die zweite Pirouette folgte im zweiten Freien Training. Nachdem Isack Hadjars Racing Bull von der Strecke geschoben wurde, startete das Feld mit den Qualifying-Simulationen. Hamiltons Runde fing gut an, sein erster Sektor war der allerschnellste der Session. Er war eine halbe Sekunde schneller als Nico Hülkenberg, der das Klassement zu dieser Zeit anführte.
Am Ausgang von Kurve 9 untersteuerte Hamiltons SF-25 etwas. Im Glauben, das Auto unter Kontrolle zu haben, gab er Gas, doch sein rechter Hinterreifen kam aufs Gras. Hamilton verlor das Heck und drehte sich erneut über die Strecke. Beschädigt wurde sein Ferrari dabei nicht.
Hamilton lächelt trotz Fahrfehler
Trotz zwei Drehern zeigte sich Hamilton optimistisch. "Ich habe gepusht, was gut ist. Hoffentlich passiert das nicht mehr", sagte er mit einem Lächeln. Der Rekordweltmeister ging mit einem mentalen Tief in die Sommerpause. Am Donnerstag sagte er noch, dass er entschlossen und motiviert für die letzten 10 Grand-Prix-Wochenenden wäre. Zwei große Dreher am Freitag sind da nicht das beste Omen.
Aber Hamilton weiß jetzt schon, wo er im dritten Freien Training ansetzen muss: "Vor meinem Dreher [in FP2] war ich [im ersten Sektor] eine Zehntelsekunde schneller und in der letzten Kurve dann eineinhalb Zehntel. Da kann ich mich also noch verbessern." Auch das Set-Up biete noch Raum für Verbesserungen. Doch dass Ferrari damit in Reichweite der McLarens kommt, glaubt Hamilton nicht: "Ich weiß nicht, wo wir acht Zehntel finden können. Aber wir werden es versuchen."
Im Video fasst Christian das Wichtigste des Formel-1-Freitags in Zandvoort zusammen. Einfach hineinschauen!



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