Wie Lewis Hamilton sich nach dem Formel-1-Rennen auf dem Hungaroring fühlt, ist an seinem Funkspruch nach der Zieleinfahrt klar zu erkennen: "Dieses Wochenende tut mir leid. Leute, ich entschuldige mich, dass ich euch Punkte gekostet habe." Für den Ungarn-Spezialisten ging es allein auf seine Kappe, dass er das Rennen dort beendete, wo er gestartet war - auf Platz 12.
Nachdem Hamilton bereits nach dem Qualifying alarmierende Aussagen über sich und sein Können getroffen hatte, legte er nach dem Großen Preis von Ungarn noch einmal nach. Sein Urteil, er sei nutzlos, revidierte er nicht. "Es ist noch immer so. Wenn du das Gefühl hast, dann hast du das Gefühl", stellte Hamilton klar.
Er verlor am Start gleich zwei Plätze. Doch Hamilton fuhr eine alternative Strategie und hatte den harten Reifen aufgezogen. Nur er und Pierre Gasly setzten am Start auf den weißen Pirelli. Dass Hamilton Positionen verlieren würde, war vorherzusehen. Ganze 42 Runden überlebte sein C3. Als er in die Boxengasse kam, befand er sich auf Platz 7.
Er kam auf neuen Medium-Reifen auf Position 16 zurück auf die Strecke und konnte einige Plätze gutmachen, bis er auf Isack Hadjar auflief. Der Racing-Bulls-Pilot kämpfte mit Kimi Antonelli um Platz 10. Da er im DRS-Zug feststeckte, war Hamilton für die letzten 20 Runden lediglich Zuschauer beim Rookie-Duell um den letzten Punkterang.
Ein paar Mal konnte Hamilton das Heck des VCARB 02 von nahem betrachten, doch Hadjar wehrte jeden Angriff seines Idols ab. "Ich bin nicht vorangekommen. Ich bin dort festgesteckt, wo ich war. Es war ziemlich schlimm", lautete Hamiltons deprimierendes Resümee.
Lewis Hamilton liebt Racing noch
Dass Hamilton nach einem schlechten Resultat niedergeschlagen ist, ist keine Seltenheit. Würde sich ein siebenfacher Weltmeister mit einem zwölften Platz zufriedengeben, stände die ganze Formel-1-Welt auf dem Kopf. Doch Hamilton wirkte besonders schmallippig und niedergeschlagen, als er nach dem Rennen vor die Medien trat.
Daher kam die Frage auf, ob er die Liebe zum Rennfahren verloren hat. "Ja, ich liebe es noch immer", bestätigte Hamilton. Die Frage, ob er in Zandvoort im Cockpit des SF-25 sitzen werde, beantwortete er nicht so glasklar. "Hoffentlich werde ich wieder zurück sein", sagte er und fügte hinzu: "Im Hintergrund passiert viel, das nicht gut ist." Was er mit seiner kryptischen Aussage genau meinte, wollte er nicht erläutern.
Am Samstag hatte er noch angedeutet, dass Ferrari ihn ersetzen sollte, um bessere Resultate zu erzielen. Teamchef Fred Vasseur nahm seinen Fahrer bei Sky in Schutz: " Wenn man aus dem Auto springt, ist man frustriert und sagt Sachen. Nach einem schlechten Rennen oder einem schlechten Qualifying ist man sehr enttäuscht und die erste Reaktion ist nicht repräsentativ."
Für Hamilton gibt es nach dem Ungarn-Destaster nur zwei positive Dinge: Die neue Hinterachse, die bereits in Spa am SF-25 montiert wurde, scheint zu wirken. "Es ist eine Verbesserung, Charles [Leclerc] hatte zwei starke Rennen. Das Auto wird besser, wir müssen weiter alles herausholen, was möglich ist", so Hamilton. Das zweite: die dreiwöchige Sommerpause. Der Rekordweltmeister will diese Zeit nutzen, um sich mental wieder aufzubauen: "Ich bin froh, dass es [Ungarn Grand Prix] vorbei ist und freue mich, wegzukommen."



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