Nico Hülkenberg erlebte ein durchwachsenes Formel 1-Wochenende. Von Platz 19 startend, war klar, dass Hülkenberg auf dem überholfeindlichen Hungaroring eine andere Strategie als der Rest des Feldes wählen musste – und das tat er. Der Sauber-Pilot startete auf Soft und bog früh an die Box ab, um den Medium-Reifen aufzuziehen. "Wir haben auf eine aggressive Zwei-Stopp-Strategie gesetzt, aber von so weit hinten startend, war es extrem schwierig Positionen gutzumachen", erklärte Nico Hülkenberg.

Im Nachhinein hätte sich auch die Ein-Stopp-Strategie als die bessere Wahl herausgestellt, wie Ungarn-Sieger Lando Norris eindrucksvoll unter Beweis stellte. "Ein Stopp war am Ende wahrscheinlich die effizientere und effektivere Strategie, aber vor dem Rennen wusste das niemand mit Sicherheit", so der Sauber-Pilot. Mit der gewählten Zwei-Stopp-Strategie steckte er die meiste Zeit des Rennens im Verkehr und damit in der Dirty Air fest.

Hülkenberg: Quali-Aus killt alle Punktechancen

"Wenn ich frei fahren konnte, fühlte sich die Pace gut an. Aber sobald man hier hinter einem Auto feststeckt – oder in einigen Fällen sogar hinter zwei, drei Autos – ist es, als würde jemand den Stecker ziehen", spielte Hülkenberg auf die Schwierigkeit an, mit den aktuellen Ground-Effect-Autos einem anderen Auto zu folgen. "Mit diesen Autos ist es eine ziemliche Qual. Vor allem bei niedrigen Geschwindigkeiten ist es viel schwieriger als bei hohen", betonte der Deutsche. Entsprechend war das Kind bereits nach dem schlechten Qualifying in den Brunnen gefallen.

Direkt nach seinem Q1-Aus grübelte er noch über die Gründe und auch 24 Stunden später war er nicht viel schlauer. "Wir haben ein paar Ideen und Vermutungen. Ich denke, wir liegen bei ein paar Details einfach ein bisschen daneben. In Kurve 9 hatte ich auch etwas Verkehr, was immer ärgerlich ist", so Hülkenberg. All diese Kleinigkeiten hätten am Ende dazu geführt, dass es nicht für den Einzug ins Q2 gereicht hat.

"Wenn wir es geschafft hätten, hätten wir sicher ein paar Dinge gelernt und einige Einstellungen korrigiert, um das Problem zu beheben. Aber leider war es so, wie es war." Dass er in Ungarn wegen eines Frühstarts eine 5-Sekunden-Strafe aufgebrummt bekam, spielte für ihn keine große Rolle mehr. "Es hat an meinem Rennen nichts geändert, aber es passt zu diesem Wochenende", bilanzierte Hülkenberg. Für ihn selbst kamen die Untersuchung und die darauffolgende Strafe völlig überraschend, denn er hatte keinen Frühstart seinerseits wahrgenommen.

Hülkenberg kann sich Fehlstart nicht wirklich erklären

"Ich war heute ein bisschen spät mit dem ersten Gang einlegen. Wenn man den ersten Gang einlegt, macht das Auto einen kleinen Sprung. Vielleicht stand ich schon recht weit vorne und das hat dann den Alarm ausgelöst. Das ist das Einzige, was ich mir vorstellen kann“, meinte Hülkenberg. Nach dem Ungarn GP geht es für die Formel 1 jetzt in eine dreiwöchige Sommerpause. Während gewisse Fahrer, hinter denen eine schwierige Zeit liegt, die Pause nicht erwarten können, würde Hülkenberg lieber direkt weitermachen. "Vor allem nach so einem Wochenende ist es nicht schlecht, wenn man direkt wieder ins Auto kann. Aber es ist wie es ist", sagte Hülkenberg.

Zumindest kann er positiv auf die zweite Saisonhälfte blicken, denn nach einem schwierigen Saisonstart befindet sich Sauber mittlerweile auf der Erfolgsspur. Seit dem Spanien GP fuhr das Team sechs Mal in die Punkte, holte insgesamt 45 WM-Zähler. Hülkenberg selbst stand erstmals auf dem Podium. "Wir haben sechsmal auf sechs sehr unterschiedlichen Strecken gepunktet. Das ist meiner Meinung nach ein Beweis für die guten Updates und die Arbeit, die das Team geleistet hat, und das ist sehr ermutigend. Jetzt tanken wir neue Energie und hoffen, dass wir so weitermachen können. Das ist zumindest unser Ziel", so Hülkenberg.

Rätsel um Ferrari-Defekt! Russell: Angst vor Disqualifikation? (09:52 Min.)