Porsche liefert weiter beim Heimauftritt: Nach dem Sieg von Nico Müller am Samstag, ergatterte sein Teamkollege Pascal Wehrlein den ersten Startplatz zum Sonntagsrennen der Formel E in Berlin (heute live ab 16 Uhr bei DF1). Damit sichert sich der Deutsche auch drei WM-Punkte für die Pole Position und verkürzt den Rückstand auf die WM-Spitze, die er gestern verloren hatte, auf nur einen Punkt. Für Wehrlein ist es die elfte Pole in der Elektroweltmeisterschaft und die zweite in Berlin.

Der Porsche-Werksfahrer konnte im Finale der Duell-Phase Taylor Barnard im DS Penske um haarscharfe 0,038 Sekunden hinter sich lassen. Dahinter werden Nick Cassidy (Citroen-DS), der im Samstagsrennen Zweiter geworden war, und Joel Eriksson im Envision-Jaguar die zweite Startreihe einnehmen. Für Eriksson ist es die beste Startplatzierung seiner Formel-E-Karriere.

Abt wieder stark, Pole-Setter vom Samstag nur Zehnter

Die Top-5 wurden von Cassidy-Teamkollege Jean-Eric Vergne abgeschlossen. Auf Rang sechs konnte Zane Maloney im Lola Yamaha Abt rund um das deutsche Team Abt Sportsline wie am Vortag überzeugen und das beste Qualifying-Ergebnis des Teams in dieser Saison holen. Sein Teamkollege Lucas Di Grassi, der in dieser Woche seinen Rücktritt zum Saisonende bekanntgegeben hatte und sich am Samstag zum ältesten Rennführenden der Formel-E-Geschichte krönte, erreichte derweil nur den 15. Platz.

Rang sieben ging an Rookie Felipe Drugovich im Kundenporsche von Andretti, der direkt vor Jaguar-Werksfahrer Antonio Felix da Costa starten wird. Die Top-10 wurden vom Mahindra-Duo aus Nyck de Vries und dem WM-Führenden Edoardo Mortara (Mahindra) abgeschlossen, der am Samstag noch die Pole geholt hatte.

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Porsche-Sieger Müller und Maximilian Günther verpassen Top-10

Maximilian Günther (DS Penske) als zweiter Deutscher im Feld verpasste hingegen die Top-10 und wurde Elfter. Selbiges galt für Vortagessieger Nico Müller, der Zwölfter wurde und am Funk über zu hohe Reifentemperaturen klagte. Der Porsche-Werksfahrer hatte am Samstag seinen ersten Sieg überhaupt in der Formel E gefeiert.

Ein weiteres schwieriges Qualifying in Berlin war es auch für den WM-Vierten Mitch Evans im Jaguar, der lediglich Startplatz 17 einnehmen wird. Damit startet der Neuseeländer, der in dieser Woche seinen Abschied von Jaguar nach zehn Jahren bekanntgegeben hatte, direkt vor dem amtierenden Formel-E-Weltmeister Oliver Rowland, der im vergangenen Jahr in Berlin seinen Titel perfekt gemacht hatte. Der Brite hatte am Vortag nach Startplatz drei das Rennen noch auf dem Podest beendet.

Grundsätzlich wird dem Qualifying in Berlin am heutigen Sonntag nur wenig Bedeutung zugemessen. Denn in diesem wird nicht wie gestern der Pit-Boost-Boxenstopp zum Einsatz kommen, bei dem die Fahrer bei 34 Sekunden Mindeststandzeit 3,85 Kilowattstunden zusätzliche Energie erhalten, was etwa zehn Prozent eines vollen Akkus entspricht. Zwar ist das Rennen dafür zwei Runden kürzer, dennoch wird heute noch einmal ein extremeres strategisches Energiesparen erwartet, wodurch die Startaufstellung im Rennen schnell durcheinandergewürfelt werden dürfte.

Formel E Berlin Sonntag: Ergebnisse