Comeback in der Formel E: Mitch Evans hat das erste von zwei Rennen der Formel E in Berlin an diesem Wochenende für sich entschieden. Für den Neuseeländer, der von der Pole ins Rennen gegangen war, ist es der 14. Sieg in der Elektroweltmeisterschaft und der zweite in der Saison 2025. Mit Sieg Nummer 14 ist Evans nun gemeinsam mit Sebastien Buemi wieder Formel-E-Rekordsieger.

Für Evans geht damit eine kuriose Saison weiter. Nach seinem Sieg beim Saisonauftakt in Sao Paulo, startete für den amtierenden Vizeweltmeister eine absolute Horrorserie. Bis zum Berlin-Wochenende blieb Evans vollkommen ohne Punkte und rutschte auf Rang 18 in der WM ab – seit 2018 hatte Evans jede einzelne Saison mindestens in den Top-7 beendet.

Pascal Wehrlein bei Heimrennen auf dem Podium, Teamkollege crasht Doppelpodium

In einem packenden Schlussspurt setzte sich Evans knapp gegen Lokalmatador Pascal Wehrlein durch. Der Porsche-Werksfahrer musste sich mit 0,469 Sekunden letztendlich knapp geschlagen geben. Wehrlein musste zwischendurch noch eine Untersuchung der Stewards überstehen, weil er im Verdacht stand, entgegen der Vorgaben des Rennleiters in der Boxengasse einen sogenannten Burnout durchgeführt zu haben. Die Untersuchung blieb jedoch ohne Folgen.

Rang drei hätte eigentlich sein Teamkollege Antonio Felix da Costa Der Portugiese wurde jedoch durch eine 5-Sekunden-Strafe auf den zehnten Rang zurückgeworfen. In Kurve 3 war der Formel-E-Champion von 2020 in die Seite von Jake Hughes im zweiten Maserati-DS gerauscht.

Wehrlein verkürzt Rückstand in WM, Oliver Rowland fällt aus

Mit P2 und dem Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde verkürzt Wehrlein den Rückstand in der Fahrer-WM auf den Führenden Oliver Rowland auf 50 Punkte bei noch drei verbleibenden Rennen. Rowland konnte derweil seine erste Chance auf den WM-Titel nicht nutzen. Stattdessen musste der Brite seinen Boliden nach einem Kontakt mit Stoffel Vandoorne (Maserati-DS) vorzeitig abstellen. Rowland versuchte in Kurve 6 mit einem späten Bremsmanöver vorbeizukommen, schlitterte dabei aber in die Seite von Vandoorne. Die Rennleitung sprach Rowland nach Rennende eine 10-Sekunden-Strafe aus, die in eine Gridstrafe um fünf Plätze für das morgige Rennen umgewandelt wurde.

Felix da Costas Podiumsplatz erbte Mahindra-Werksfahrer Edoardo Mortara, für den es der zweite Podestplatz der laufenden Saison ist. Ein Kontakt zwischen Mortara und Rowland wurde zwischendurch zwar untersucht, nachdem Mortara mit einem späten Bremsmanöver den Nissan des WM-Führenden berührt hatte. Die Stewards sprachen jedoch keine Strafe aus.

Maximilian Günther in den Punkten, Abt doppelt überrundet

Taylor Barnard (McLaren-Nissan) und Evans-Teamkollege Nick Cassidy schlossen die Top-5 ab. Mit Maximilian Günther auf P6 konnte sich ein weiterer deutscher Starter Punkte sichern. Sebastien Buemi (Envision-Jaguar), Nico Müller im Kundenporsche von Andretti, Dan Ticktum (Cupra-Kiro) und Felix da Costa komplettierten die Top-10.

Maximilian Günther bei der Formel E in Berlin
Maximilian Günther sammelt bei seinem Heimrennen Punkte, Foto: IMAGO / PsnewZ

Lola Yamaha Abt rund um das deutsche Team Abt Sportsline blieb bei ihrem Heimrennen hingegen punktlos. Zane Maloney und Lucas Di Grassi wurden auf den Positionen 16 und 18 hingegen sogar beide überrundet. Ganz bitter wurde der Nachmittag in Berlin auch für Günther-Teamkollege Jean-Eric Vergne. Mit einem augenscheinlich technischen Problem fiel der zweimalige Formel-E-Champion auf Platz drei liegend plötzlich zurück und musste das Rennen vorzeitig beenden.

David Beckmann von Ersatzfahrer aus dem Rennen genommen

Für Jake Dennis ging das Rennen zunächst überhaupt gar nicht los. Beim Start blieb der Weltmeister von 2023 schlichtweg stehen. Schon bevor die Ampeln ausgingen, stellte der Brite scheinbar ein Problem fest und winkte aus seinem Cockpit heraus, um Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Doch für einen Startabbruch war es zu spät, die dahinter startenden Piloten konnten seinen Boliden aber gerade so noch vermeiden. Dennis gelang es in der Folge zwar, seinen Andretti doch noch zum Laufen zu bringen, stellte ihn aber bei erster Gelegenheit dann endgültig ab.

In der 29. Runde löste David Beckmann (Cupra-Kiro) eine weitere Safety-Car-Phase aus, nachdem er im Zweikampf mit dem Nissan von Sergio Sette Camara kollidierte, den Beckmann vor der Saison bei Kiro ersetzt hatte. Beckmann berührte die Mauer und musste im Anschluss seinen Boliden abstellen. Die Rennleitung untersuchte den Vorfall und sprach eine 10-Sekunden-Strafe gegen Sette Camara aus.

Für Beckmann kommt der Zwischenfall zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Nicht nur ist der Berlin ePrix für den Deutschen ein Heimrennen, hinter seiner Zukunft in der Formel E steht auch ein Fragezeichen. Alle Hintergründe erfahrt Ihr hier:

Sette Camara ist einer von zwei Ersatzpiloten, die an diesem Wochenende in der Formel E zum Einsatz kommen, da bei Nissan Norman Nato und bei Mahindra Nyck de Vries bei der WEC in Sao Paulo starten. Letzterer wird von Felipe Drugovich vertreten, der sein Formel-E-Debüt gab. Sette Camara beendete den 13. Saisonlauf letztlich auf dem 15. Platz, Drugovich belegte P17 und erhielt eine 5-Sekunden-Zeitstrafe, da er in der Boxengasse zu schnell unterwegs gewesen war.

Formel E 2025: So geht es weiter:

Wie ununterbrochen seit 2021 ist das Formel-E-Rennwochenende in Berlin auch in diesem Jahr ein sogenannter Double Header, bei dem sowohl am Samstag als auch am Sonntag je ein Rennen ausgetragen wird. Dementsprechend folgt am morgigen Sonntag noch einmal planmäßig das gleiche Programm wie am Vortag. Nach einem Freien Training um 09:00 Uhr, steht um 11:20 Uhr das Qualifying an. Anschließend folgt um 16:04 Uhr das Rennen. Im Free-TV läuft der Berlin ePrix auf dem Privatsender DF1, in Österreich auf ServusTV.

Formel E 2025: WM-Stand nach 13/16 Rennen

Pos.FahrerTeam
1Oliver Rowland172
2Pascal Wehrlein122
3Taylor Barnard104
4Antonio Felix da Costa99
5Dan Ticktum82