Die ersten zwei Stunden haben das 6-Stunden-Rennen der WEC in Sao Paulo mächtig durcheinandergewirbelt! Strafen, Kollisionen, unterschiedliche Strategien an allen Ecken und Enden - und zwei Alpine in Führung. Nach 95 Runden führte Antonio Felix da Costa im #35 Alpine A424 vor seinem Teamkollegen Victor Martins.

Aber: Beide Alpine waren nach frühen ersten Boxenstopps 'Off-Sequence' unterwegs und hatten einige Schwierigkeiten in der Startphase. #35 Startfahrer Ferdinand Habsburg fiel vom fünften Platz weit zurück ins Mittelfeld und stoppte früh (Runde 27) als erster Fahrer. Im Schwesterauto bekam Fred Makowiecki nach einer Full-Course-Yellow-Phase (Dreher eines GT3-Autos) Schwierigkeiten mit seinen Reifen und entschied sich ebenfalls für einen frühen zweiten Boxenstopp. Teamkollege Martins kassierte später eine 5-Sekunden-Zeitstrafe.

Kevin Magnussen hofft auf ersten WEC-Sieg mit BMW

Die besten Aussichten auf den Sieg hatte deshalb Raffaele Marciello, der mit seinem #15 BMW an dritter Stelle lag. Startfahrer Kevin Magnussen hatte frühzeitig den zweiten Platz erobert und sich schadlos gehalten. "Wir wollen endlich den ersten Sieg", sagte der frühere Formel-1-Fahrer nach dem Fahrertausch. Marciello und Co. fahren derzeit in der normalen Boxenstopp-Sequenz.

Sheldon van der Linde belegte dahinter den vierten Platz, doch die von P16 gestartete #20 BMW-Crew setzte ebenfalls auf eine Alternativ-Strategie mit einem Short-Fuel-Stopp, der Startfahrer Rene Rast nach vorne spülte.

Der #15 BMW scheint das schnellere Auto des Münchner Autobauers zu sein, was sich auch in einem Platztausch zwischen Magnussen und Rene Rast in Runde 57 zeigte. Magnussen blies in der Folge zur Aufholjagd auf Pole-Setter Will Stevens im #12 Cadillac und erlebte aus Zuschauersicht mit, wie beide Jota-Cadillac bei ihren ersten Boxenstopps in arge Schwierigkeiten gerieten: Stevens verlor rund 20 Sekunden, weil ein Radschrauber klemmte. Teamkollege Earl Bamber in der #38 ließ einige Zeit liegen, weil er den Boxenplatz falsch angesteuert hatte.

Mehrere Kollisionen zwischen Cadillac und Ferrari

Nato arbeitete sich mit dem pfeilschnellen #12 Cadillac wieder auf den fünften Platz nach vorne, doch das verlief nicht ohne Zwischenfälle: Der Franzose wurde auf seiner Outlap von Phil Hansons #83 AF-Corse-Ferrari gedreht. Nato hatte Glück im Unglück und verlor beim 360-Grad-Dreher überraschend wenig Zeit. Zwischen den beiden Streithähnen kam es wenig später zu einer weiteren leichten Kollision, dennoch belegten sie die Positionen fünf und sechs.

Dahinter sorgten die beiden Werks-Ferrari ebenfalls für Aufsehen: Antonio Giovianzzi drehte in Runde 72 einen GT3-Mercedes, kam aber ohne Strafe davon. Nicht so Miguel Molina im #50 Ferrari, der wegen Speeding unter Full Course Yellow eine Durchfahrtstrafe antreten musste. Ihre Teamkollegen Alessandro Pier Guidi und Nicklas Nielsen lagen nach der zweiten Boxenstopp-Phase auf den Positionen sieben und zehn. Zwischen den beiden Werks-Ferrari fuhren Sebastien Bourdais im #38 Cadillac und Nick Cassidy im #93 Peugeot.

Ganz bitter lief es für die beiden Toyota, die ohnehin ein schwieriges Rennen erwartet hatten. Der #8 Toyota TR010 Hybrid verlor zwölf Runden in der Box wegen eines Wechsels der Aufhängung. Vorausgegangen war ein Kontakt zwischen Brendon Hartley und Andre Lotterers Genesis. Der Deutsche kassierte für die Kollision eine 10-Sekunden-Zeitstrafe. "War ein bisschen drüber", räumte Lotterer später ein. Der zweite Toyota mit der Startnummer #7, zuletzt siegreich bei den 24 Stunden von Le Mans, fuhr nur auf P14 nach einer Durchfahrtstrafe für Mike Conway (Speeding unter FCY).

Du willst alle Breaking News und Hintergrund-Infos zur DTM, WEC, IndyCar, den 24-Stunden-Rennen und Co. bekommen? Dann abonniere jetzt unseren neuen und kostenlosen WhatsApp-Channel! Brandaktuelle News aus der Motorsport-Welt direkt auf dein Handy: