Regen-Chaos in Deutschlands Hauptstadt: Mitch Evans hat sich zum ersten von zwei Rennen der Formel E in Berlin die Pole gesichert. Für den Neuseeländer ist es die zehnte Pole in der Elektroweltmeisterschaft und die erste seit dem Saisonfinale 2024 in London. Nach Jahren des Titelkampfes konnte Evans 2025 daran nicht anknüpfen und blieb seit seinem Sieg beim Saisonauftakt in Sao Paulo sogar vollkommen punktlos.
Der Jaguar-Werksfahrer konnte sich als Schnellster seiner Qualifying-Gruppe mit einer Zeit von 1:11.021 Minuten gegen den Schnellsten der anderen Qualifying-Gruppe, Robin Frijns (Envision-Jaguar), um 0,088 Sekunden durchsetzen. Evans zeigte sich besonders in seiner Qualifying-Gruppe beeindruckend gut aufgelegt und nahm seiner Konkurrenz fast eine Sekunde ab.
Starker Regen wirbelt Qualifying durcheinander
Die typische Duell-Phase im Formel-E-Qualifying zwischen den Top-8 fand aus Zeitgründen nicht statt. Schon den gesamten Morgen lang hatte es in Berlin heftig geregnet. Das 2. Freie Training musste abgesagt werden. Und auch der Start in die Zeitenjagd verzögerte sich deutlich schlussendlich um 40 Minuten, weshalb die Duelle abgesagt wurden. Auch für den Rennstart um 16:04 Uhr hat sich Regen angekündigt.
Erschwert werden regnerische Bedingungen in diesem Jahr durch den neuen Allwetterreifen von Hersteller Hankook, der zwar mehr Grip hat, dadurch aber auch weniger effektiv im Regen ist. „Unser aktueller Reifen ist auf Trockenhaftung ausgelegt und kann daher naturgemäß nicht so viel Wasser verdrängen wie ein spezieller Regenreifen“, erklärt Hankook-Motorsportdirektor Manfred Sandbichler im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com.
Pascal Wehrlein in Startaufstellung strafversetzt
Hinter Evans und Frijns folgte der WM-Führende Oliver Rowland auf der dritten Position. Der Brite ist mit 69 Punkten Vorsprung auf dem WM-Zweiten Pascal Wehrlein haushoher Favorit auf den Titel und könnte diesen bereits heute gewinnen. Dahinter schlossen Jake Hughes (Maserati-DS) und Lokalmatador Maximilian Günther im DS Penske die Top-5 ab.
Anschließend wäre eigentlich Porsche-Werksfahrer Pascal Wehrlein von der sechsten Position gestartet. Der amtierende Weltmeister wurde von den Sportkommissaren allerdings für das Rennen um drei Positionen in der Startaufstellung nach hinten versetzt. Grund ist kurioserweise ein Unfall im 1. Freien Training am gestrigen Nachmittag, bei dem Wehrlein ausgerechnet mit Teamkollege Antonio Felix da Costa kollidiert war. Die Details lest Ihr hier:
Maximilian Günther in den Top-10
Profiteur ist ausgerechnet Felix da Costa, der auf P6 aufrückt. Es folgen Günther-Teamkollege Jean-Eric Vergne, Dan Ticktum im Kiro-Porsche und Wehrlein. McLaren-Nissan-Pilot Taylor Barnard komplettiert die Top-10. Für sein Team sind es ungemütliche Wochen, nachdem in Folge des McLaren-Ausstiegs in nur sehr kurzer Zeit kein Käufer gefunden werden konnte. Der Mannschaft aus dem britischen Bicester droht das Aus, die genauen Schicksale der einzelnen Mitarbeiter sind noch ungeklärt, wie Teamchef Ian James gegenüber Motorsport-Magazin.com in Berlin verriet.

Neben Wehrlein werden auch weitere Piloten strafversetzt. Auch Jaguar-Werksfahrer und Evans-Teamkollege Nick Cassidy sowie Felipe Drugovich, der an diesem Wochenende Nyck de Vries bei Mahindra ersetzt, werden um je sogar 20 Positionen nach hinten versetzt. Hier ist dafür ausschlaggebend, dass das Getriebe (Drugovich), beziehungsweise die Motorkontrolleinheit (Cassidy) gewechselt wurde und dabei die maximal über die Saison erlaubte Anzahl derselbigen überschritten wurde. Bei Sebastien Buemi ist Selbiges bei Motorkontrolleinheit und MGU der Fall, womit er sogar 40 Positionen nach hinten versetzt wird.
Abt und Beckmann abgeschlagen
Drugovich und Cassidy hatten jedoch ohnehin nur die Positionen 14 und 18 erreicht und werden somit von ganz hinten starten. Drugovich ist nicht der einzige Ersatzfahrer an diesem Wochenende. Auch Nissan-Werksfahrer Norman Nato ist in Berlin nicht im Einsatz. Was hinter dem Wechsel steckt, erfahrt Ihr in diesem Artikel:
Der zweite Ersatzfahrer ist Sergio Sette Camara beim Nissan-Werksteam. Der Brasilianer erreichte aber nur Rang 20 und rückt durch die Drugovich-Strafe auf P19 auf. Auch die beiden Piloten von Lola Yamaha Abt rund um das deutsche Team Abt Sportsline verpassten die Top-10. Lucas Di Grassi erreichte Rang 16 (P15 im Grid), Zane Maloney den 19. Platz (P17). Auch der dritte deutsche Pilot im Feld, David Beckmann, musste sich auf Platz 19 deutlich von Top-10-Ambitionen verabschieden.
Die Startaufstellung für den Berlin ePrix I 2025
| Pos. | Fahrer | Team |
|---|---|---|
| 1 | Mitch Evans | Jaguar |
| 2 | Robin Frijns | Envision-Jaguar |
| 3 | Oliver Rowland | Nissan |
| 4 | Jake Hughes | Maserati-DS |
| 5 | Maximilian Günther | DS Penske |
| 6 | Antonio Felix da Costa | Porsche |
| 7 | Jean-Eric Vergne | DS Penske |
| 8 | Dan Ticktum | Kiro-Porsche |
| 9 | Pascal Wehrlein | Porsche |
| 10 | Taylor Barnard | McLaren-Nissan |
| 11 | Edoardo Mortara | Mahindra |
| 12 | Stoffel Vandoorne | Maserati-DS |
| 13 | Nico Müller | Andretti-Porsche |
| 14 | Sam Bird | McLaren-Nissan |
| 15 | Lucas Di Grassi | Lola Yamaha Abt |
| 16 | Jake Dennis | Andretti-Porsche |
| 17 | Zane Maloney | Lola Yamaha Abt |
| 18 | David Beckmann | Kiro-Porsche |
| 19 | Felipe Drugovich | Mahindra |
| 20 | Nick Cassidy | Jaguar |
| 21 | Sergio Sette Camara | Nissan |
| 22 | Sebastien Buemi | Envision-Jaguar |


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