Eine Formel-E-Saison wäre nichts ohne ein Rennwochenende in Berlin: Als einziger Austragungsort war die deutsche Hauptstadt in jedem Jahr der Elektroweltmeisterschaft vertreten. Mit dem ersten Freien Training ist die Formel E nun auch offiziell in das vorletzte Rennwochenende dieser Saison auf dem Kurs am ehemaligen Flughafen Berlin-Tempelhof gestartet.

Die Bestzeit konnte sich schließlich Lokalmatador Pascal Wehrlein mit einer Zeit von 57,784 Sekunden sichern. Die Session musste jedoch rund zwei Minuten vor dem Trainingsende nach einem kuriosen teaminternen Crash der beiden Porsche-Werksfahrer, der etwa bei den Teamchefs von Mahindra und Nissan für Lacher sorgte, abgebrochen werden. Auf Start/Ziel fuhr Wehrlein ins Heck seines Teamkollege Antonio Felix da Costa, der in die Mauer abbog und seinen Boliden abstellen musste. Für Wehrlein hat der Vorfall folgen: Die Stewards sahen ihn als Hauptschuldigen an und versetzen den amtierenden Weltmeister in der Startaufstellung am Samstag um drei Plätze nach hinten.

„Das Schlimmste, was hätte passieren können, wäre gewesen, wenn wir keine Performance gehabt hätten. Wir haben die Performance. Das ist das Wichtigste“, versuchte Porsche-Teamchef Florian Modlinger in einer Medienrunde im Anschluss an das Training zu beschwichtigen, an der auch Motorsport-Magazin.com teilnahm. Zugleich stellte er klar: „Den Kontakt, den wir am Ende zwischen den beiden Autos gesehen haben, ist inakzeptabel.“ Beide Piloten seien über das Programm des Teamkollegen am Funk informiert worden, so Modlinger weiter, der eine teaminterne Untersuchung ankündigte.

“Ich wusste, dass er sich vorbereitet, aber er war schon vorne und hat in der letzten Kurve plötzlich gestoppt“, beschwerte sich Felix da Costa am Funk. Der Portugiese beendete die Session auf dem 18. Rang. Die Kollision kommt an einem volatilen Moment auf dem Fahrermarkt. Im Vorlauf des Wochenendes hatten Gerüchte die Runde gemacht, denen nach Porsche die Fühler nach Dan Ticktum ausgestreckt haben soll. Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com kommt ein Wechsel des Briten zu den Zuffenhausenern zumindest für 2026 aber wohl nicht in Frage. Alle Infos erfahrt Ihr hier:

Hinter Wehrlein beendete Mahindra-Werksfahrer Edoardo Mortara das Training mit 0,109 Sekunden Rückstand auf dem zweiten Platz vor Nick Cassidy (Jaguar). Die Top-5 wurden vom WM-Führenden Oliver Rowland im Nissan und Ticktum abgeschlossen. Auf Platz zehn gelang mit Zane Maloney auch einem der beiden Piloten von Lola Yamaha Abt rund um das deutsche Team Abt Sportsline der Einzug in die Top-10.

Maloney stand allerdings aufgrund eines Verstoßes in Zusammenhang mit dem Pit Boost im Fokus der Rennleitung. Die Stewards brummten Abt eine Geldstrafe in Höhe von 1.500 Euro auf, da beim Pit Boost die maximal erlaubte Batterieladung überschritten wurde. Die Nachlade-Technologie kommt auch an diesem Wochenende im Samstags-Rennen zum Einsatz. Sein Teamkollege Lucas Di Grassi beendete die Session schlussendlich auf dem 14. Platz. Abt ist an diesem Wochenende anlässlich des Kinostarts des neuen Superman-Films mit einer Speziallackierung unterwegs. Die Details, auch zu einem ungewöhnlichen PR-Stunt, lest Ihr hier:

In einem bis zur Porsche-Kollision größtenteils ereignislosen Training kam es ansonsten nur vereinzelt zu Zwischenfällen. Die Rennleitung untersuchte einen kritischen Moment zwischen Nico Müller und Stoffel Vandoorne und verwarnte Letzteren für gefährliches Zurückfahren auf die Strecke nach einem Ausritt in die Auslaufzone. Auch Jaguar wurde mit einer Geldstrafe in Höhe von sogar 2.500 Euro bestraft, da am Auto von Mitch Evans der minimal erlaubte Reifendruck nicht eingehalten wurde.

An diesem Wochenende finden sich auch zwei ungewohnte Gesichter im Formel-E-Cockpit wieder. Felipe Drugovich und Sergio Sette Camara ersetzen Nyck de Vries und Norman Nato in den Werksteams von Mahindra, beziehungsweise Nissan. Die beiden Piloten starten an diesem Wochenende hingegen beim WEC-Rennen in Sao Paulo. Im ersten Training wurde Sette Camara 15., Drugovich folgte direkt dahinter auf P16.

Formel E Berlin: Der weitere Zeitplan

Nach dem Training heute wird es bereits morgen ernst: Um 16:04 beginnt das erste von zwei Rennen an diesem Wochenende. Zuvor haben die 22 Fahrer jedoch im zweiten Freien Training um 09:00 Uhr die Chance, sich noch einmal ideal auf die kompetitiven Sessions vorzubereiten. Das Qualifying beginnt um 11:20 Uhr. Im TV wird der Berlin ePrix auf DF1 übertragen, in Österreich zeigt ServusTV das Rennen.

Formel E Berlin 2025: Ergebnis 1. Training

Pos.FahrerTeam
1Pascal WehrleinPorsche
2Edoardo MortaraMahindra
3Nick CassidyJaguar
4Oliver RowlandNissan
5Dan TicktumKiro-Porsche
6Jean-Eric VergneDS Penske
7Taylor BarnardMcLaren-Nissan
8Jake DennisAndretti-Porsche
9Maximilian GüntherDS Penske
10Zane MaloneyLola Yamaha Abt
11David BeckmannKiro-Porsche
12Sam BirdMcLaren-Nissan
13Nico MüllerAndretti-Porsche
14Lucas Di GrassiLola Yamaha Abt
15Sergio Sette CamaraNissan
16Felipe DrugovichMahindra
17Jake HughesMaserati-DS
18Antonio Felix da CostaPorsche
19Sebastien BuemiEnvision-Jaguar
20Mitch EvansJaguar
21Stoffel VandoorneMaserati-DS
22Robin FrijnsEnvision-Jaguar
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