Diese MotoGP-News kommt ähnlich überraschend wie die Verkündung der künftigen Zusammenarbeit von F1-Ikone Ross Brawn und dem Pramac-Team vom Dienstag! Wie LCR Honda am Donnerstagmorgen bekanntgab, wurde der Ersatzmann für den verletzten Johann Zarco jetzt gefunden - es ist Cal Crutchlow!

"Ich habe großartige Erinnerungen an LCR. Die Jahre, die wir gemeinsam verbracht haben, waren unglaublich", sagt Crutchlow. "Als ich den Anruf bekommen habe, um Zarco zu ersetzen, habe ich mich deshalb geehrt gefühlt und musste es einfach versuchen. Es wird ein intensives Wochenende, aber ich werde mein Bestes geben. Mal sehen, wie es läuft."

Cal Crutchlow: MotoGP-Comeback nach langer Abstinenz

Crutchlow war zuletzt im Herbst 2023 beim Japan-Grand-Prix als Wildcard-Pilot Yamahas in der MotoGP am Start gewesen. In diesem vorzeitig abgebrochenen Regenrennen fuhr er als 13. auch letztmals in die Punkteränge. 2024 wären weitere Auftritte mit der M1 geplant gewesen, eine komplizierte Handverletzung machte ihm jedoch einen Strich durch die Rechnung. Remy Gardner musste ersatzweise einspringen und weil auch nach Monaten der Reha keine Besserung in Sicht war, schien Crutchlows Zeit in der MotoGP vorbei. Yamaha verpflichtete in Augusto Fernandez und Andrea Dovizioso neue Testfahrer, zu Beginn der laufenden Saison wurde der Brite offiziell verabschiedet.

Umso überraschender kommt, dass Crutchlow im Alter von 40 Jahren nun doch nochmal in der Königsklasse an den Start gehen wird. Geschuldet ist das allerdings primär einem Personalengpass bei Honda. Aleix Espargaro, der anderenfalls wohl die erste Wahl für den Zarco-Ersatz gewesen wäre, fällt infolge eines heftigen Testunfalls vor einigen Wochen noch länger aus. Takaaki Nakagami soll sich ausschließlich auf die Entwicklung des neuen 850er-Motorrads für 2027 fokussieren und Stefan Bradl will keine Renneinsätze mehr bestreiten. Da die Superbike-WM an diesem Wochenende in Aragon fährt, waren auch die dortigen HRC-Stammfahrer Jake Dixon und Somkiat Chantra keine Option. Deshalb mussten Honda und das LCR-Team kreativ werden.

Dass die Wahl nun auf Crutchlow fiel, macht aber durchaus Sinn. Der Mann aus Coventry kennt das Team bestens, fuhr zwischen 2015 und 2020 sechs Jahre lang für LCR. Dabei gelangen ihm drei Grand-Prix-Siege, zwölf Podestplatzierungen und zwei Pole Positions. Damit ist Crutchlow bis heute der erfolgreichste Fahrer der Team-Geschichte.

Cal Crutchlow feierte mit LCR seine größten Erfolge, Foto: LCR
Cal Crutchlow feierte mit LCR seine größten Erfolge, Foto: LCR

Cal Crutchlow: Schwieriges MotoGP-Wochenende in Mugelo vor der Brust

Am Wochenende in Mugello dürften vom 40-jährigen Routinier aber keine Wunderdinge zu erwarten sein. Am Mittwoch nahm er nach Informationen von 'https://es.motorsport.com/motogp/news/crutchlow-prueba-misano-posible-remplazo-zarco-mugello/10824390/' im Rahmen eines Privattests in Misano erstmals seit über zwei Jahren wieder auf einem MotoGP-Bike Platz und zum ersten Mal seit Ende 2020 wieder auf einer Honda RC213V. Es dürfte also bestenfalls um ein Privatduell mit Gresinis Alex-Marquez-Ersatz Michele Pirro um den vorletzten Platz hinauslaufen. Dass Crutchlow das Fahren nicht vollständig verlernt hat, ist aber auch klar. Anderenfalls dürfte sich LCR infolge des Privattests - der dazu gedacht war, die Leistungsfähigkeit des Briten nach der komplizierten Handverletzung zu evaluieren - nicht für einen Einsatz in Mugello entschieden haben.

Wie schwer das MotoGP-Comeback nach so langer Abstinenz sein kann, erfuhr kürzlich auch Jonas Folger am eigenen Leib. Wir haben den Deutschen am Red Bull Ring zum Exklusiv-Interview getroffen. Seht hier selbst:

Wie brutal ist ein MotoGP-Bike? Jonas Folger: Ultra anstrengend (13:41 Min.)