Die Formel E biegt in die heiße Saisonphase ein: Am heutigen Sonntag findet in Berlin das drittletzte Rennen der Saison 2025 statt. Aktuell haben dabei noch vier Piloten rechnerische Chancen auf den Gewinn des WM-Titels. Neben dem WM-Führenden Nissan-Piloten Oliver Rowland sind dies auch der amtierende Weltmeister Pascal Wehrlein, sein Porsche-Teamkollege Antonio Felix da Costa und Youngster Taylor Barnard vom Nissan-Kundenteam McLaren.

Um noch theoretische Chancen auf den Titel beim finalen Rennwochenende in London (2 Rennen) zu haben, dürfte ein Pilot nicht mehr als 58 Punkte Rückstand haben. Das ergibt sich aus dem Wertungsschlüssel der Formel E. Demnach erhält der Sieger eines Rennens zwar nur 25 Punkte, zusätzlich werden aber auch noch drei Zähler für die Pole Position und einer für die schnellste Rennrunde der Fahrer in den Top-10 eines Rennens vergeben.

Formel E 2025: Die WM-Anwärter im Statistik-Check

FahrerPunkteSiegePodestplätzeTop-10-Ergebnissebisherige Titel
Oliver Rowland17247100
Pascal Wehrlein1251581
Taylor Barnard1040580
Antonio Felix da Costa990491

Dementsprechend ergeben sich zwar rein rechnerisch 58 Punkte, die ein Fahrer noch holen könnte. Bei Punktgleichheit würde Rowland jedoch in jedem Fall Weltmeister werden. Dann entscheidet nämlich die Anzahl der Siege, von denen Rowland in dieser Saison ganze vier einfahren konnte. Wehrlein konnte nur ein Rennen gewann, Barnard und Felix da Costa keines. Somit würde bei Punktgleichheit in jedem Fall Rowland Weltmeister werden, sollte einer dieser Piloten mit genau 58 Punkten Rückstand in die letzten beiden Rennen gehen.

Aktuell befindet sich Wehrlein in der besten Position, den Triumphzug Rowlands noch aufzuhalten. Mit 125 Punkten hat der Deutsche 47 Zähler Rückstand auf den Briten. Er ist somit der einzige Fahrer, der heute auch weniger Punkte als Rowland sammeln könnte, um trotzdem noch Titelchancen in London zu haben. Barnard an dritter Stelle fehlen bereits 68 Zähler, Felix da Costa 73.

Damit Wehrlein seine WM-Chancen wahren könnte, dürfte er also nicht mehr als zehn Zähler auf Rowland einbüßen. Heißt: Wird Wehrlein Zweiter, bleibt er auf jeden Fall im WM-Rennen. Selbiges ist der Fall, wenn er Dritter wird und zusätzlich den Punkt für die schnellste Rennrunde holt. Alle Szenarien seht Ihr hier:

Pascal Wehrlein bleibt heute auf jeden Fall im WM-Kampf, wenn…

  • er den Berlin ePrix vor Rowland beendet
  • er Zweiter wird
  • er Dritter wird und die schnellste Rennrunde holt

Oliver Rowland wird heute in jedem Fall Weltmeister, wenn…

  • er den Berlin ePrix gewinnt und Wehrlein nicht über P4 hinauskommt
  • er den Berlin ePrix gewinnt, die schnellste Rennrunde holt und Wehrlein nicht über P3 hinauskommt
  • er Zweiter wird und Wehrlein nicht über P7 hinauskommt
  • er Dritter wird und Wehrlein nicht über P8 hinauskommt, ohne die schnellste Rennrunde zu holen
  • er Vierter wird und Wehrlein nicht über P10 hinauskommt, ohne die schnellste Rennrunde zu holen
  • er mindestens Fünfter wird, die schnellste Rennrunde holt und Wehrlein nicht in die Punkte kommt

Klar ist: Trotz des bislang in Berlin klar verkürzten Vorsprungs in der Fahrer-WM gibt Porsche sich keinen Titelfantasien hin und fokussiert sich stattdessen auf den Team- und Hersteller-Titel, wobei die Zuffenhausener in beiden Wertungen vorne liegen. „Bei drei Rennen noch 50 Punkte (47 nach Wehrleins Pole am Sonntag; d. Red.), da brauchen wir ein kleines Wunder und es ist unrealistisch, wir denken nicht daran“, so Porsche-Teamchef Florian Modlinger nach dem Samstagslauf zu Motorsport-Magazin.com. „Wenn noch drei Regenrennen kommen, kann viel passieren, aber wir denken jetzt nicht über die Fahrerweltmeisterschaft nach.“