Für Aston Martin war der Doubleheader in Belgien und Ungarn eine sinnbildliche Achterbahn der Gefühle. Auf das Pleiten-Wochenende in Spa-Francorchamps folgte mit den Plätzen fünf und sieben für Fernando Alonso und Lance Stroll auf dem Hungaroring aus dem Nichts die Bestleistung der Formel-1-Saison 2025.
"Das beste Resultat des Jahres, das beste Teamergebnis - 16 Punkte vor der Sommerpause fühlen sich gut an", war Alonso sichtlich erleichtert. Mit dem fünften Platz brachte der Routinier nicht nur seinen Startplatz ins Ziel, sondern machte sich mit fünf Tagen Verspätung auch noch das perfekte Geschenk zum 44. Geburtstag. "Wir haben gestern im Qualifying und heute im Rennen alles aus dem Auto herausgeholt."
Mehr war für das Silverstone-Team beim 40. Ungarn-GP nicht drin. Im Ziel hatte Alonso 59 Sekunden Rückstand auf Überraschungssieger Lando Norris. Selbst auf Charles Leclerc, der als Vierter direkt vor ihm lag, betrug der Rückstand über 21 Sekunden.
Entsprechend konzentrierte sich der Asturier auf sein Rennen um Platz fünf und ließ etwa im ersten Stint den bereits gestoppten George Russell ungewohnt kampflos vorbei. "Vor meinem Boxenstopp wollte ich nicht viel Zeit verlieren. Ich wollte, dass er [Russell; d. Red.] mich auf der Geraden überholt und nicht in Kurve 2. Dort würden wir beide viel Zeit verlieren", erklärte Alonso.
Fernando Alonso und Aston Martin in Feierlaune

Aston-Martin-Pilot Fernando Alonso
Vor dem Ungarn-Wochenende waren die Rennen in Australien und Großbritannien für Aston Martin mit jeweils acht WM-Punkten am erfolgreichsten. Auf dem Hungaroring sprang auf einmal die doppelte Ausbeute heraus. "Von der ersten Runde des ersten Trainings bis zur letzten Rennrunde war das Auto in einem sehr guten Fenster", lobte auch Lance Stroll das außerordentlich starke Wochenende.
Allerdings hat das Ungarn-Wochenende für Alonso einen Haken: "Das Gute ist, dass wir wettbewerbsfähig und schnell waren. Besorgniserregend ist jedoch, dass wir nicht wissen, warum", erklärte Alonso und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. Sieben Tage zuvor standen noch die Plätze 14 und 17 zu Buche. "Wir brauchen dieses Wochenende, um in der Fabrik analysieren zu können, was die Unterschiede zwischen Spa und Ungarn waren."
Für Fernando Alonso, der den Großen Preis von Ungarn mit einer Rückenverletzung bestritt, stand eines fest. „Wir waren viel schneller als Sauber“, gab er lautstark zu Protokoll, als gerade sein Schützling und Sauber-Pilot Gabriel Bortoleto vorbeiging. Bortoleto, der nach seinem sechsten Platz ebenfalls bestens gelaunt war, pikste Alonso prompt ins Interview.
Bei aller Heiterkeit bleibt dennoch die Frage unbeantwortet, weshalb Aston Martin in Ungarn so stark war. Mit großen Updates reiste das Team nicht an. Lediglich ein neuer Frontflügel kam im letzten Rennen vor der Sommerpause zum Einsatz. "Wenn uns dieser Frontflügel so viel Performance gibt, sind das gute Neuigkeiten. Aber das muss erst einmal verstanden werden", traute Alonso dem plötzlichen Aufschwung noch nicht.
Dennoch ist der Ungarn-GP ein Stimmungsaufheller für das Team von Eigner Lawrence Stroll. "Ich lüge nicht, wenn ich sage, dass ich besorgt über die zweite Jahreshälfte gewesen bin", offenbarte Alonso. Dank Ungarn springt Aston Martin nun um zwei Positionen in der Konstrukteurswertung nach oben und geht mit 52 Zählern ein Pünktchen vor Sauber als Sechster in die Sommerpause.
Aston Martin war am Ungarn-Sonntag in Feierlaune. Das Gegenteil war bei Pole-Setter Charles Leclerc der Fall, der nur Vierter wurde. Beim Monegassen gab es einen rätselhaften Defekt. Mehr darüber erfahrt ihr von Christian hier im Video:



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