Aston Martin war am Freitag definitiv die positive Überraschung in Ungarn. Dabei hatte der Tag für das Team alles andere als positiv gestartet. Zwei Stunden vor der ersten Trainingssession teilte Aston Martin mit, dass Fernando Alonso seit dem Grand Prix von Belgien am vergangenen Wochenende "mit einer Muskelverletzung im Rücken" zu kämpfen hat und Felipe Drugovich neben Lance Stroll im ersten freien Training fahren wird.

Zu diesem Zeitpunkt war unklar, ob der 44-Jährige im zweiten Training oder sogar für das restliche Ungarn-Wochenende ausfallen würde. "Eine Entscheidung über Fernandos Teilnahme am zweiten freien Training und den Rest des Wochenendes wird zu gegebener Zeit getroffen", hieß es in einem Statement des Rennstalls. Kurz vor Beginn der zweiten Session folgte die Entwarnung: "Nach weiterer Behandlung am Morgen und der medizinischen Freigabe durch die FIA wird Fernando in FP2 starten."

Alonso: Normaler Mensch würde sich 2 Wochen ausruhen

In der zweiten Session saß Alonso nicht nur im Cockpit, sondern stellte den AMR25 in 1:16.233 Minuten auf Rang fünf. Zwei Zehntel schneller und damit eine Position vor ihm landete Teamkollege Lance Stroll. Nach seiner starken Performance in FP2 erzählte der Spanier, dass eine MRT-Untersuchung nach dem Belgien-GP eine kleine Verletzung in der Rückenmuskulatur gezeigt hatte. "Was ich brauche, ist eine Pause. Zum Glück sind es nur noch zwei Tage und dann ist Sommerpause", erklärte Alonso. Aston Martin versucht alles, um es für ihn im Cockpit so "angenehm" wie möglich zu machen.

"Wir haben einige Änderungen an seiner Sitzposition vorgenommen", verriet Mike Krack. Unter anderem arbeiteten die Ingenieure mit diversen Luftkissen. "Diese Maßnahmen haben gut funktioniert. Ich hatte in FP2 keine Schmerzen", freute sich Alonso. Für den Spanier, der gerade erst 44 Jahre alt wurde, ist es völlig normal, als Rennfahrer hier und da Schmerzen oder Wehwehchen zu haben.

"Ein normaler Mensch würde sich zwei Wochen ausruhen, aber ich komme klar. Wichtig ist, dass ich im Auto keine Schmerzen habe", so der Spanier. Weder er noch Aston Martin befürchten, dass er am Sonntag nicht über die Renndistanz von 70 Runden kommt. "Wir sind ziemlich zuversichtlich, dass alles gut gehen wird", betonte Krack. In Ungarn hat Aston Martin streckenspezifische Änderungen im Gepäck, inklusive eines neuen Frontflügels. Wobei 'neu' relativ ist, vielmehr handelt es sich um eine Modifikation des bereits in Spa debütierenden Flügels für den Hungaroring.

Lance Stroll im Aston Martin beim 1. Training auf dem Hungaroring
Aston Martin fährt in Ungarn mit einem modifizierten Spa-Frontflügel, Foto: Aston Martin F1 Team

Aston Martin: Updates am Auto funktionieren

Aston Martin spricht von einem "aggressiveren Design", das die Last auf dem Flügel erhöht. Dadurch kann man auch einen abtriebslastigeren Heckflügel verwenden. Das erste Fazit von Alonso fiel positiv aus: "Ich bin nur eine Session gefahren, aber das Auto fühlte sich gut an. Die Balance ist noch nicht in dem Fenster, in dem ich sie gerne hätte. In der Kurvenmitte kämpfte ich etwas mit Untersteuern und in Low-Speed-Kurven war es schwierig, das Auto zu rotieren. Aber das ist normal für das erste Training des Wochenendes", sagte Alonso.

Teamkollege Lance Stroll fand hingegen nichts am AMR25 auszusetzen. "Das Auto fühlte sich rundum gut an." Trotzdem will er die Platzierungen nicht überbewerten. "Aus dem Klassement im Freien Training lässt sich nicht viel herauslesen. Man weiß nie, was die anderen in puncto Spritmenge, Setup usw. gefahren sind", sagte der Kanadier.

Drugovich: Entscheidung folgte in allerletzter Minute

Als Ersatz für Alonso sprang Felipe Drugovich im FP1 ein. Der Formel-2-Champion von 2022 wird aktuell mit einem F1-Cockpit bei Cadillac in Verbindung gebracht. Alonso würde es freuen. "Er hat ein unglaubliches Talent", ist Alonso überzeugt. Für Drugovich selbst kam die Nachricht über seinen Einsatz völlig überraschend.

"Die Entscheidung folgte in allerletzter Minute, trotzdem war es eine tolle Nachricht für mich, fahren zu dürfen", sagte der Aston-Martin-Ersatzfahrer. Nach Meetings mit den Ingenieuren saß er auch schon im Cockpit. "Ich hatte nicht viel Vorbereitungszeit. Das Team gab das Programm vor und dann ging es los. Ich hatte zwar viel Verkehr und einen kleinen Ausrutscher in Turn 2, aber alles in allem war es eine gute Session", meinte Drugovich, der auf Platz 16 landete.

Bizarre Szene: Verstappen wirft Handtuch - Red Bull unfahrbar! (08:21 Min.)