Red Bull startet katastrophal ins Formel-1-Wochenende in Ungarn. Die Wechselgerüchte um Max Verstappen sind zwar beendet, jedoch nicht die sportlichen Schwierigkeiten. Für den vierfachen Weltmeister war der neunte Platz im ersten Freien Training das höchste der Gefühle. Im zweiten Training war auf P14 Schluss, mit über 1,1 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit von Lando Norris.

"Es ist schwierig zu sagen, was das Problem war, weil nichts richtig funktioniert hat", konstatierte Verstappen. Schon am Funk beklagte sich der Niederländer, überhaupt nicht die Balance seines RB21 zu finden: "Es fühlt sich an, als würde ich auf Eis fahren." Mit den Trainingsergebnissen 9 und 14 steht für ihn nun sein schlechtester F1-Freitag der bisherigen Saison zu Buche.

Am vergangenen Rennwochenende in Belgien ergatterte sich Verstappen bei trockenen Bedingungen den Sprintsieg vor dem schnelleren McLaren-Duo Oscar Piastri und Lando Norris. Wenig Abtrieb und viel Highspeed waren der Schlüssel zum Erfolg. Eine Woche später am Hungaroring braucht es allerdings sehr viel Abtrieb.

Deshalb legte Red Bull mit einem neuen Frontflügel nach. Dieser verfügt über eine längere Sehne am Flap, um das Abtriebs-Niveau des großen Heckflügels auszugleichen. Doch mit der Balance kam Verstappen am Trainingsfreitag überhaupt nicht zurecht. "Ich weiß nicht, was abgeht. Es ist einfach unfahrbar", beschwerte er sich.

Ratlosigkeit bei Red Bull - Yuki Tsunoda schlägt Max Verstappen in FP2

Red Bull-Fahrer Max Verstappen im Paddock
Max Verstappen konnte nicht erklären, wo das Problem liegt, Foto: Getty Images / Red Bull Content Pool

Während Verstappen im zweiten Freien Training in der Ergebnisliste abrutschte, ging es für Yuki Tsunoda nach oben. Nach P17 am Freitagmittag schloss der Japaner die zweite Freitagssession als Neunter ab und landete sogar vor seinem Teamkollegen. Jedoch wies er immer noch einen Rückstand von 0,861 Sekunden auf die Trainingsbestzeit auf.

"Die Balance an sich ist nicht das Hauptproblem, um ehrlich zu sein. Ich denke, wir haben Probleme mit dem Grip, den ich eigentlich spüren sollte. Da fehlt uns was", ordnete Tsunoda die Red-Bull-Probleme ein.

Üblicherweise sind 120 Trainingsminuten genügend Zeit, um Fehlentwicklungen zu korrigieren. Doch laut Pierre Waché fand das Team keine Lösungen: "Wir haben heute in beiden Sessions einige Tests durchgeführt und nichts hat sich wie geplant ausgewirkt", zeigte sich der Technische Direktor ratlos.

Für den Kampf um die Top-Plätze im Qualifying ist Red Bull zusammen mit der Simulator-Abteilung in Milton Keynes auf den Performance-Sprung über Nacht angewiesen. "Natürlich will ich ein bisschen näher an Platz drei dran sein", stellte Verstappen klar. Damit er im Qualifying gegen McLaren und Co. kämpfen kann, braucht es die Ursachenforschung: "Zuerst müssen wir wirklich verstehen, wo es [Problem; d. Red.] liegt."

Für Ungarn brauchte Red Bull ein Upgrade. Mercedes ist vielmehr mit einem Downgrade unterwegs. Mehr darüber erklärt Christian hier im Video:

Mercedes zieht Upgrade zurück! Verstappen & Vasseur bleiben (10:00 Min.)