Kurios – so lassen sich die Onboard-Aufnahmen wohl am besten beschreiben, die zeigen, wie Max Verstappen in FP2 einen Gegenstand aus seinem Formel 1-Cockpit warf. "Es war ein Gesichtstuch, dass ich zuvor benutzt hatte. Als ich auf die Strecke ging, war es immer noch im Auto. Um zu vermeiden, dass es zwischen meinen Füßen herumfliegt – das wäre extrem gefährlich gewesen – habe ich es an einer sicheren Stelle entfernt", erklärte der vierfache Champion.

Verstappen warf das Tuch in Turn 3 auf die Strecke. Dort - abseits der Racing-Line - lag das Handtuch bis zum Ende der Trainingssession. Die Stewards notierten den Vorfall und ließen nach FP2 Max Verstappen und einen Teamrepräsentanten wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen Artikel 34.14 c) des F1-Sportreglements antanzen. Die Regel betrifft das Freigeben von Fahrzeugen in einem unsicheren Zustand. Über eine Stunde nach Ende der zweiten Trainingssession folgte das Urteil. Die Stewards stuften den "Handtuch-Vorfall" als eine unsichere Handlung ein, beließen es aber bei einer Warnung gegen Red Bull.

Rennkommissare: Weniger schwerwiegender Fall

In der offiziellen Erklärung hieß es: "Kurz nachdem Auto 1 aus der Boxengasse entlassen worden war, wurde beobachtet, dass der Fahrer von Auto 1 ein Handtuch aus dem Cockpit warf. Der Fahrer erklärte, dass ihm das Handtuch im Boxenbereich vom Schoß auf die Seite des Sitzes gerutscht sei und das Team nicht bemerkt hatte, dass es im Cockpit liegen geblieben war. Als der Fahrer es bemerkte, fuhr er ganz nach rechts und versuchte, es so weit wie möglich vom Auto und von der Strecke wegzuwerfen."

Die Rennkommissare waren allerdings der Meinung, dass das Handtuch im Fußraum hängen und die Fähigkeit des Fahrers, das Auto vollständig zu kontrollieren, hätte beeinträchtigen können. Ihrer Meinung nach wurde der RB21 somit in einem unsicheren Zustand freigegeben, wobei sie es als einen weniger schwerwiegenden Fall einstuften. "Die Rennkommissare betrachten diesen Fall als unterscheidbar von einem Fall, in dem ein harter (und daher potenziell gefährlicher) Gegenstand im Cockpit zurückgelassen wird, und als weniger schwerwiegend als ein solcher Fall. Daher wird eine Warnung gegen Red Bull ausgesprochen."

Eine Warnung bleibt für sich gesehen folgenlos. Offizielle Verwarnungen (englisch: Reprimands) sind übrigens nicht mit inoffiziellen Warnungen (Warnings) zu verwechseln. Zweitere haben keine regulatorische Wirkung, sondern kommen nur einer Ermahnung gleich. Ein Glück für Verstappen, denn sein Strafenkatalog ist mit neun Punkten ohnehin gut gefüllt. Sobald die sogenannten "Penalty-Points" eines Fahrers auf zwölf angewachsen sind, wird seine Superlizenz für den nächsten bevorstehenden Event ausgesetzt.

Bizarre Szene: Verstappen wirft Handtuch - Red Bull unfahrbar! (08:21 Min.)