Das zweite Wochenende eines Doubleheaders in der Formel 1 ist naturgemäß immer ein eher ruhigeres an der Technik-Front. Die meisten Teams haben schon für das erste Rennen ihre Neuerungen im Gepäck. Das es in den wenigen Tagen zwischen Back-To-Back-GPs noch radikale Umbauten gibt, ist eher selten.
In diese Tradition fällt auch der Ungarn-GP 2025. Nach Belgien haben nur wenige Teams nochmal neue Bauteile im Angebot, einmal vollkommen abgesehen davon dass zahlreiche F1-Mannschaften ohnehin nur noch Entwicklungsreste für ihr derzeitiges Auto im Angebot haben und spätestens mit der Sommerpause voll auf 2026 umstellen.
Red Bull bringt neuen Frontflügel - und hat trotzdem Probleme
Deshalb nehmen wir heute einmal Red Bull genauer unter die Lupe, denn das Team rund um Weltmeister Max Verstappen hat in Ungarn nochmal einige neue Teile im Gepäck, nachdem man bereits in den vorherigen beiden Rennen einen wahren Update-Turbo gezündet hatte. In Silverstone kam ein neuer Unterboden, mit dem seit dem Spa-Qualifying auch beide Fahrer unterwegs sind. Beim Belgien-GP kam ein neuer Frontflügel und ein neu designter Lufteinlass wurde an den Seitenkästen ans Auto gebracht.
In Ungarn kommt erneut ein neuer Frontflügel, der in erster Linie auf die Strecke zurückzuführen ist. So weist der neue Flügel eine längere Sehne am Fronflügel-Flap auf. Diese ist notwendig, um das üblicherweise hohe Heckflügel-Niveau der Strecke nördlich von Budapest auszubalancieren.
In der Formel-1-Saison 2025 laborierte Red Bull regelmäßig an dem ungewöhnlichen Effekt, dass die Fahrzeug-Balance sich dann zum schlechteren veränderte, wenn das Team auf mehr Abtrieb setzte. Im 'Monaco ohne Mauern', wie der Hungaroring oft gerne genannt wird, lässt sich das allerdings kaum vermeiden. Dabei soll der neue Frontflügel wohl helfen. Gemessen an den ersten Trainingseindrücken scheint das noch nicht geglückt zu sein, denn sowohl Yuki Tsunoda als auch Max Verstappen klagten am Freitag über die Balance.
Gleichzeitig ist Ungarn auch ein Grand Prix, bei dem hohe Temperaturen ein regelmäßiges Phänomen sind. Um dem Sorge zu tragen, wurde die Einlass-Schaufel an der Vorderachse und der Luftausgang vergrößert. Das dient dem einfachen Effekt, dass man so besser die Bremsen kühlen kann. Dabei handelt es sich eher um eine weitere Setup-Option als um einen grundlegenden Umbau.
Aston Martin und Racing Bulls bringen Updates
Streckenspezifische Änderungen hat auch Aston Martin im Gepäck. Genauso wie Red Bull hat das Silverstone-Team einen neuen Frontflügel mitgebracht. Wobei 'neu' relativ ist, vielmehr handelt es sich um eine Modifikation des bereits in Spa debütierenden Flügels für den Hungaroring. Aston Martin spricht von einem "aggressiveren Design", das genauso wie der Frontflügel bei Red Bull die Last auf dem Flügel erhöht. Dadurch kann man auch einen abtriebslastigeren Heckflügel verwenden.
Das dritte Team, das im offiziellen FIA-Dokument der aerodynamisch relevanten Änderungen aufgeführt ist und damit Neuerungen nach Ungarn bringt, sind die Racing Bulls. Diese haben zwei Modifikationen im Gepäck. Zunächst streckenspezifisch größere Lufteinlässe für die Motorkühlung. Damit wären wir wieder beim Thema: Ungarn-GP im Juli und das damit einhergehende heißere Wetter.
Nicht rein auf die Strecke bezogen sind Anpassungen an der Vorderachse bei den Racing Bulls. An dieser wurden die Oberflächen abgeändert. Konkret geht es dabei um die Form der Bremstrommel-Abdeckung an der Front, die modifiziert wurde. Davon erhofft sich das Team einen besseren Luftstrom ans Heck des Autos.



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