Nach einem Formel 1-Rennen als Teamchef stellen einige schon die Frage, ob Laurent Mekies zum Red-Bull-Retter wird. Allerdings lässt sich ein großer Unterschied zu Christian Horner erkennen: Von den Fahrern gibt es nur lobende Worte in Richtung neuer Führungsriege.
"Mir gefällt, wie Laurent arbeitet. Er ist unglaublich motiviert und stellt die richtigen Fragen – nicht nur an mich, sondern auch an das Team", sagte Max Verstappen. Gleichzeitig ist ihm bewusst, dass Laurent Mekies diese Formel-1-Saison nicht mehr viel wird ausrichten können. Trotzdem hofft er auf einen Neuanfang im Team und die Chance, in der Zukunft neue Wege einzuschlagen, die aufgrund der früheren Strukturen nicht möglich waren. "Ich freue mich sehr darauf zu sehen, wie Laurent in den nächsten ein, zwei Jahren das Team prägt", so Verstappen.
Mekies & Horner: Das sind die Unterschiede
Für Yuki Tsunoda, der unter Mekies bereits bei den Racing Bulls gefahren ist, gibt es noch einen weiteren Unterschied: Flashbacks. "In Spa habe ich mich in meine Zeit bei den Racing Bulls zurückversetzt gefühlt. Damals kam Laurent nach jeder Session zu mir. Wir sprachen über das Auto, den Rückstand auf die Konkurrenz, in welchen Kurven ich Zeit liegen gelassen habe. Genau diese Gespräche führten wir auch in Spa", verriet der Japaner. Laut Tsunoda strahlt Mekies das Gefühl aus, dass er sich um seine Fahrer kümmert.
Das nahm auch Ex-Mercedes-Pilot Nico Rosberg in Belgien wahr. "Nach dem Qualifying - als Yuki zur Box zurückrollte - gab es von Mekies ein breites Lächeln und einen Daumen hoch", erzählte Rosberg. Tsunoda, der es seit seinem heftigen Crash in Imola sieben Qualifyings in Serie nicht in die Top-10 geschafft, und in vier Fällen nicht einmal aus Q1, holte in Spa plötzlich Startplatz sieben. Der Grund: Seit dem Imola-Crash war Tsunoda mit teilweise völlig anderen Spezifikationen diverser Aero-Teile gefahren als Verstappen, in Belgien wurde sein RB21 aufgerüstet.
"Wir haben sein Auto knapp vor dem Qualifying upgedatet und ihm denselben neuen Unterboden wie Max gegeben", sagte Mekies. In Ungarn hofft Tsunoda nun auf trockene Bedingungen, um das volle Potenzial des neuen Unterbodens zu verstehen und in ein Top-Ergebnis umzusetzen. "Bisher war es schwierig, meine Fortschritte an einem bloßen Ergebnis abzulesen", betonte der Red-Bull-Pilot und fügte hinzu: "Das war frustrierend, aber es hat mir geholfen, dass meine Ingenieure erkannt haben, dass ich Fortschritte mache und die Pace da ist."
Verstappen schreibt WM ab, aber nicht 2025
Vor dem Großen Preis von Ungarn liegt Red Bull mit 192 Punkten auf Rang vier der Konstrukteurswertung. Der Rückstand auf McLaren: 324 WM-Zähler. Für Max Verstappen ist die WM 2025 wohl gelaufen. "Es wird schon schwer genug gegen Ferrari und Mercedes zu kämpfen", meinte er. Trotzdem will er die Saison noch nicht abschreiben.
"Die Arbeit am 2026er Auto ist im vollen Gange und natürlich werden die Autos völlig anderes sein. Aber es gibt noch viele Möglichkeiten, mehr über das Auto und sein Verhalten zu lernen. Vor allem auf technischer Seite gibt es viel, was wir noch lernen können. Deshalb können wir das Jahr nicht abschreiben, nur weil wir die WM nicht gewinnen", sagte der vierfache Champion.



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