George Russell erkämpfte sich den dritten Platz in Ungarn hart. Charles Leclerc verteidigte sich in den letzten Runden mit allem was er hatte - und mehr. Laut George Russell ging er deutlich zu weit. Am Funk beschwerte sich der Brite lautstark. Auch nach dem Rennen bleibt der Brite bei seiner Meinung, Leclercs Manöver sei gegen die Formel-1-Regeln gewesen. Und er erklärt den Performance-Sprung von Mercedes.

George Russell: Das ist laut den Regeln verboten!

Leclerc lenkte bei besagtem Manöver nach innen während er bereits bremste. Im Regelbuch der Formel 1 ist das als "moving under breaking" verboten. Und Leclerc machte das gleich zwei Mal. Zum ersten Mal in Runde 61. Daraufhin wütete Russell am Funk: "Das ist eindeutig nicht erlaubt!"

Und eine Runde später wiederholte der Ferrari-Pilot das Manöver. "Ich habe meine Absicht, innen hineinzustechen, sehr klar gemacht. Und er hat, nachdem er angefangen hat zu bremsen, weiter eingelenkt. Das ist laut den Regeln nicht erlaubt", so Russell.

Entsprechend wurde der Monegasse mit einer fünf Sekunden Zeitstrafe abgestraft. Die hatte allerdings keine Auswirkung auf seine letztendliche Position. "Er hat es einmal gemacht, da war ich schon unzufrieden. Und beim zweiten Mal habe ich es einfach durchgezogen. Er hat es wieder gemacht und wir haben einen Kontakt gehabt", erklärt der Mercedes-Pilot.

Darüber hinaus erklärt der Brite, weshalb das Manöver so gefährlich war. "Wenn du mit 330 in die Kurve fährst bist du am Limit deines Autos. Du kannst nicht noch lenken und jemandem ausweichen, weil du schon am Limit des Grips bist", so Russell.

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Doch warum funktionierte der Mercedes nach einer bisher schwachen Europa-Saison in Ungarn auf einmal wieder? Die Silberpfeile bauten das Auto zum großen Teil auf die Spezifikation vor dem Rennen in Imola, also vor der Europa-Saison zurück. So gelang Russell im gestrigen Qualifying schon ein Sprung. Ihm fehlte nur eine halbe Zehntelsekunde auf die Pole.

"Alle gescheiten Leute, alle Simulationen, die Infrastruktur die wir haben - und dann lenkt dich das auf einen falschen Weg. In eine Fahrzeug-Architektur, die einfach falsch ist. Wir haben versucht ein Problem zu lösen und das hat ein anderes wesentlich schlimmer gemacht. Das ist jetzt wieder weg", erklärt Mercedes-Teamchef Toto Wolff bei Sky den Teile-Wechsel.

George Russell möchte die Performance jedoch so oder so nicht überbewerten. "Es war ein ziemlich einzigartiges Wochenende. Besonders, wenn man sich das Endergebnis ab Position 3 anschaut. Max war ziemlich weit weg. Die Astons waren gut. Wir sollten uns davon nicht blenden lassen", sagt Russell.

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