Max Verstappen hat die Formel-1-WM 2025 um die Winzigkeit von zwei Punkten gegen Lando Norris verloren. Dem Briten reichte ein dritter Platz um den Titel einzufahren. Natürlich beginnen nach solch knappen Titelentscheidungen schnell die Rechnungen: Bei welchen Rennen gingen diese entscheidenden Zähler verloren? Und natürlich findet man nach einer Saison mit 24 Grands Prix, 24 Qualifyings, sechs Sprints und sechs Sprint-Qualifyings immer ausreichend Material.

Dabei erinnerten sich schon in den letzten Wochen viele an Verstappens Rambo-Aktion in Barcelona, als er scheinbar ohne plausiblen Grund aus Verärgerung dem Mercedes-Piloten George Russell ins Auto gefahren war. Eine Strafe warf ihn damals von P5 bis auf die zehnte Position zurück. Das wären dann neun Punkte, die er dadurch verloren hat.

'Road Rage' in Barcelona schuld an der WM-Niederlage? Das sagt Verstappen

Mercedes-Teamchef Toto Wolff hatte den Zwischenfall damals als 'Road Rage' des vierfachen Formel-1-Champions tituliert. Ein Vorfall, an den der Niederländer nur ungern erinnert wird. Bei der Pressekonferenz nach dem Abu-Dhabi-GP nahm Verstappen seine WM-Niederlage mit Fassung. Bis er dann von einem britischen Journalisten auf eben diesen Zwischenfall beim Spanien-GP angesprochen wurde und sich seine Stimmung um 180 Grad drehte. "Ich wusste, dass das kommen würde", sagte der Vize-Weltmeister in sichtlich verärgertem Tonfall.

"Du vergisst all die anderen Dinge, die in meiner Saison passiert sind. Die einzige Sache, die du ansprichst, ist Barcelona", erinnerte Verstappen. Da er bei der Presskonferenz eine vermeintliche Reaktion des fragestellenden Journalisten auf diese Antwort zu erkennen glaubte, fuhr der Niederländer anschließend aus der Haut: "Was grinst du mich jetzt so blöd an?"

"Es ist am Ende des Tages alles Teil des Rennsports. Man lebt und lernt. Die Meisterschaft geht über 24 Runden", erklärte Verstappen weiter und spielt damit darauf an, dass Barcelona keineswegs das einzige Formel-1-Rennen 2025 war, bei dem ihm Punkte durch die Lappen gingen.

In Österreich wurde er beispielsweise auf der ersten Runde schuldlos von Kimi Antonelli abgeschossen. In Saudi-Arabien verlor er den potenziellen Sieg am Start gegen Oscar Piastri. Red-Bull-Berater Dr. Helmut Marko waren nach dem Abu-Dhabi-Rennen auch noch Ungarn oder der Freitag in Brasilien eingefallen, wo Red Bull jeweils kein gutes Setup zusammenbrachte. Je tiefer man gräbt, lässt sich diese Liste aber noch beliebig erweitern.

Max Verstappen: Habe viele vorzeitige Weihnachtsgeschenke bekommen

Gleichzeitig machte Verstappen auch darauf aufmerksam, dass bei McLaren ebenfalls zahlreiche Fehler begangen worden waren, die ihn überhaupt erst zurück in den WM-Kampf befördert hatten: "Mir wurden auch eine Menge vorzeitiger Weihnachtsgeschenke in der zweiten Saisonhälfte gemacht. Du kannst auch das hinterfragen."

Dass die Frage ausgerechnet von einem englischen Journalisten gekommen war, trug wohl zur missmutigen Reaktion von Verstappen bei. Denn er hatte sich schon in der Vergangenheit auf die britische Presse eingeschossen, von der er sich ungerecht behandelt fühlt. Nach seiner Triumphfahrt beim Brasilien-GP 2024 hatte er schon gegen sie gestichelt.

Max Verstappen "bereut nichts"

Zuvor hatte Verstappen in der Abu-Dhabi-Pressekonferenz betont: "Ich bereue nichts an meiner Saison. Ich denke die Performance war stark." Dass sein Auto über eine längere Phase nicht siegfähig war, habe ihn nicht davon abgehalten, trotzdem 100 Prozent des Potenzials abzurufen.

"Ich habe mein Auto zu gewissen Zeiten gehasst, aber ich habe es auch an gewissen Tagen geliebt. Und ich habe immer versucht, das meiste aus ihm rauszuholen, auch an den schwierigen Wochenenden", so Verstappen weiter. "Es war eine Achterbahnfahrt." Der letzte Saisonabschnitt sorge bei ihm und beim Team aber für gute Stimmung und für gute Zukunftsaussichten und das sei in gewisser Hinsicht sogar wichtiger als die Ergebnisse.

"Die letzten acht bis neun Runden haben mehr Spaß gemacht und auch im Team haben wir im Moment eine großartige Atmosphäre. Wir haben einen Lauf und strotzen vor positiver Energie und Zuversicht. Das ist exakt was man haben will, um in das nächste Jahr zu gehen."

Verstappen gewann sechs der letzten neun Saisonrennen, darunter mit dem Finale in Abu Dhabi gleich drei in Serie. Dadurch holte er einen Rückstand von 104 Punkten gegen den gleichzeitig strauchelnden Oscar Piastri seit dem Niederlande-GP auf. Nur Lando Norris konnte der Vierfach-Champion nicht mehr überholen.