Eine vier Jahre lange WM-Serie von Red Bull und Max Verstappen ist am Sonntag in Abu Dhabi zu Ende gegangen. Motorsport-Berater Dr. Helmut Marko kann nicht zurückweisen, dass der knapp verpasste fünfte Fahrertitel - es wäre sein neunter als Teil des Teams - schmerzt. Gegenüber Motorsport-Magazin.com trifft er nach dem Rennen ein ernüchterndes Fazit. Sogar das Ende der eigenen Formel-1-Karriere steht jetzt im Raum.

Hätte Red Bull in Abu Dhabi noch mehr tun können? Warum hat Max Verstappen nicht das Feld aufgehalten?
Dr. Helmut Marko: Das Rennen war ereignislos. Und McLaren hat das super gemacht, indem sie Oscar Piastri auf den harten Reifen gesetzt haben. Dadurch hätte eine Langsamfahrt ihm mehr genützt als uns. Es waren, auf den Punkt gebracht, Mercedes zu langsam und Ferrari zu langsam. Oder sie konnten nur 5 Runden, 6 Runden schnell, dann waren die Reifen dahin. Und sie hätten wir ja als Puffer gebraucht. Wenn du das Ganze jetzt zusammenstauchst und es ist kein Speed bei den Autos da, dann hilft ja nichts. Wir hätten eigentlich nichts erreicht, außer dass wir den Sieg gefährdet hätten.

Wurde in diesem Rennen mehr von Yuki Tsunoda erwartet? Hätte er Lando Norris besser aufhalten können?
Marko: Es war zwei McLaren gegen einen Red Bull. Das hat alles auch nicht so funktioniert.

Marko gesteht: Verlorener fünfter F1-Titel für Max Verstappen tut weh

Wie sehr schmerzt die Niederlage von Max Verstappen in der WM?
Marko: Das Positive ist dieser Umschwung und die Wiederkehr der technischen Stärke. Wenn man mit zwei Punkten nach diesem Flow verliert, dann schmerzt es. In fünf Jahren weiß niemand, dass wir mit zwei Punkten verloren haben. Dann wäre der fünfte Titel in Folge wertvoller. Aber wir haben Fehler gemacht. Budapest, Barcelona, Brasilien... Aber da war halt einiges, auch von unserer Seite.

Bereut man da rückblickend, doch noch so viele Ressourcen in die 2025-Entwicklung gesteckt zu haben?
Marko: Das ist in unserer DNA. Und die Techniker haben gesagt, da geht nichts verloren.

Ist Lando Norris ein würdiger Weltmeister der Formel-1-Saison 2025?
Marko: Würdiger Weltmeister, ja. So, wie wir es umgedreht haben, hat er sich selbst umgedreht, sich nach dem Montreal-Crash super erholt und hat dann die Leistung gebracht. Ich weiß nicht wie viele Siege hintereinander er hatte, aber da ist er mental richtig stark geworden.

Wie sieht es mit Ihrer Zukunft in der Formel 1 aus?
Marko: Es gibt es derzeit nichts zu vermelden. Wir werden jetzt Gespräche führen und dann schauen wir. Das muss alles passen. Ich habe andere Aktivitäten und Interessen en masse. Also bin ich nicht auf das angewiesen.

Haben Sie noch Lust auf die Formel 1?
Marko: Mal schauen.